Montag, 6. Juli 2009

Der Jakobspilger war wieder unterwegs

Am Mittwoch, den 01.07.2009 bin ich in Olang um 6.30 Uhr losgefahren, den Zug in LIENZ um 7.50 Uhr bestiegen und in WEISSENSTEIN, wo ich letztes Jahr meine Pilgerwanderung abgebrochen habe (siehe eigener Bericht), um 9.15 Uhr angekommen. http://sigimapaul.blogspot.com/2008/06/jakobspilger-durch-krnten-vom-0206.html

Ich habe dort meine Wanderung begonnen und bin über Kellerberg - Feffernitz - Freistritz - Laas - Fresach (dort hat mich ein Einheimischer deutscher Abstammung ganz überraschend zu einem wohltuenden, frischen Getränk eingeladen und wir haben währenddessen einige Gedanken über den Jakobsweg ausgetauscht) und über den Höhensteig nach St. Jakob ob Ferndorf gelangt, wo ich neben der riesigen Linde die Jakobskirche erblickte, ein wirklich einzigartiges gotisches Kleinod, aber leider versperrt.

Nachdem der Regen eingesetzt hat, bin ich dort eine Weile verblieben und dann kurz mit dem Regenschirm weitermarschiert nach Insberg - Kleinegg - Großegg (der Weg verläuft auf einer Kuppe mit schönem Ausblick rechts zum Millstätter See und links ins Drautal) - Winkl und MOLZBICHL, Sitz eines frühmittelalterlichen karolingischen und damit ältesten Kärntner Klosters. Dort habe ich im Gasthof "Steinbrugger" übernachtet.

Am Abend dieses Tages hat mich Ernst aus Spittal abgeholt und wir sind nach Seeboden zu Daniel (beides ex-Studienkollegen und Freunde unseres Sohnemannes Hannes) gefahren. In Millstatt haben wir zusammen zu Abend gegessen und der Bar direkt auf dem See einige Plauderstündchen verbracht.

Reine Gehzeit: 6 1/2 Stunden.
Do, 02.07.09: in Molzbichl habe ich die Wanderung wieder aufgenommen und bin über den Weiler St. Peter zur Handelsstadt Spittal gelangt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind das berühmte Schloss Porcia und das Rathaus (beides 16. Jahrhundert) sowie die Kirche Mariä Verkündigung.

Weiter ging es über die Tiroler Straße stadtauswärts. Wald- und Wiesenwege führten mich nach Freßnitz und zur Kirche St. Peter im Holz. In unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche - schöner gotischer Bau mit gleich zwei Fresken des Hl. Christophorus - lag früher die römische Stadt Teurnia, auch Bischofssitz (4. Jahrhundert).

Der Weg führte bergab, vorbei an den Ausgrabungen und Fundamenten der frühchristlichen Bischofskirche, nach Lendorf, wo ich eine längere Mittagspause, aufgrund des einsetzenden Regens, einlegte.

Vorbei an der spätgotischen St.-Magdalena-Kirche und über die Möllbrücke gelangte ich nach Sachsenburg (von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind noch Teile der Ringmauer erhalten). Über den angenehmen Drauradweg pilgerte ich weiter bis nach LIND IM DRAUTAL. Dort übernachtete ich im Gästehaus "Schall".

Gehzeit: 8 Stunden.

Einige Begebenheiten dieses Tages:
"Bei teilweise sehr warmen Wetter waren die Stechmücken an der Drau eine Plage. Man war gezwungen, ständig weiterzumarschieren und auch die Radfahrer immer im Auge zu behalten. Es waren nur einzelne, die unterwegs waren, sonst hat man auf diesen ebenen Abschnitten und auch auf den Wiesen- und Waldwegen genügend Zeit in sich zu gehen, meditierend, betend und auch singend.

Was mich noch plagte an diesem zweiten Pilgertag war eine Blase am linken Fuß. Durch einen operativen Eingriff konnte ich diesen Schmerz aber beheben. Buße gehört ja auch zu einer Pilgerwanderung, man muß es nur immer positiv sehen.

Unterwegs auf einer Forststraße wollte ein Autofahrer mich ein Stück des Weges mitnehmen, ich habe aber dankend abgelehnt!

Nach Sachsenburg machte ich die Feststellung, dass der Pilgerstab nicht nur zum Wandern geeignet ist, sondern auch Gefahren von sich abzuwenden. Ein Hund hatte sich mir in den Weg gestellt und ich mußte mich, in diesem Falle mit dem "Stock", gegen ihn erwehren."

Fr, 03.07.09: Nach dem Frühstück begann der dritte Wandertag von Lind nach Kleblach - Blaßnig auf den Sattel - Kirche St. Lambert - Lengholz - Freskenkirche St. Georg - Gerlamoos (Heimatgemeinde des österreichischen Skirennläufers Fritz Strobl) - Steinfeld. Dort begann der Bienenwanderweg (lohnender Rundweg auch für Imker) und Baumlehrpfad, vorbei an der Martinskirche/Steinfeld, dem Panoramaweg folgend durch Wiesen und kurze Waldstücke nach Greifenburg.

Vor diesem Ort hat mich ein Geierpärchen ein Stück des Weges begleitet. Ganz unverhofft kam ein Geier im Sturzflug in meine Nähe; der Pilgerstock gab mir Sicherheit (danke Tonl für Deinen Stock) und so konnte ich ihn wieder vertreiben. Wahrscheinlich war in der näheren Umgebung ihr Horst. Dieser Pilgerstab hilft auch so manches andere Hindernis zu bewältigen.

In Greifenburg gönnte ich mir wieder die Mittagspause, um dann auf einen landschaftlich schönen Panoramaweg nach Berg im Drautal und auf einer weiteren Panoramastraße (asphaltiert) an der Kirche von Obertrallach vorbei ins Tal hinunter nach Dellach zu gelangen.

Ungefähr 10 km ging ich dann den Schotterdrauradweg entlang nach OBERDRAUBURG und übernachtete dort im Gasthof Pontiller.

Gehzeit: 9 1/4 Stunden.

Auf diesem Abschnitt des Pilgerweges ist keine Jakobskirche anzutreffen.

Es ist dies der Tag der Bienen-, Wiesen-, Wald- und lohnenden Panoramawege. Durch die genaue Beschreibung im Wanderführer von Peter Lindenthal "Auf dem Jakobsweg durch Süd-Österreich, Slowenien, Ost-, Süd- und Nordtirol", aber schlechte bzw. ungenügende Jakobsbeschilderungen, braucht man oft auch Phantasie den richtigen und angenehmen Feldweg zu finden.

Nachdem man auch z.T. den Drauradweg flußaufwärts wandert fällt einem immer wieder auf, dass die Drau erkenntlich kleiner wird, dafür das Wasser merklich schneller fließt.

Einige Anmerkungen zu einzelnen Ortschaften auf diesem Teilstück:
"Am Waldrand über Gerlamoos liegt die unbedingt zu besuchende "Freskenkirche". Im Innenraum der Kirche an der Nordwand sind drei Streifen von Bildfeldern aus der Georgslegende, der Kindheitsgeschichte Jesu und der Passion des berühmten Künstler und Malers Thomas von Villach zu sehen.
Steinfeld war im 15. Jahrhundert das Zentrum des Gold- und Silberbergbaus zwischen Oberdrauburg und Sachsenburg und sogar Sitz eines Berggerichts.
Der Markt Greifenburg wurde urkundlich bereits im Jahre 1230 erwähnt und entstand am Fuße der etwas älteren Greifenburg. Berühmte Geschlechter waren die wechselnden Besitzer des Schlosses: die Herzöge von Kärnten, die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich, die Grafen von Görz, die Habsburger, die Grafen von Ortenburg und bis 1943 die Grafen Orsini-Rosenberg (entnommen aus dem Wanderführer).
Oberdrauburg: die Siedlungsgeschichte dieses strategisch günstig gelegenen Marktes geht bis in die Römerzeit zurück. Für die Römer war "Castrum Trabure" eine wichtige Station in ihrem Straßennetz."

Sa, 04.07.09: Start in Oberdrauburg um 8.30 Uhr. Dem Fahrradweg und der Drau entlang ging es über Ötting zur schon von weiten sichtbaren Marienkirche von Unterpirkach bis nach Oberpirkach und erreichte flußaufwärts die Draubrücke bei Nikolsdorf, das schon in Osttirol liegt. Den Kärntner Jakobsweg ab Völkermarkt habe ich somit hinter mir, die Stadt Lienz vor mir.
Schon die Römer erkannten die strategisch wichtige Lage des Lienzer Beckens und errichteten hier den Stützpunkt Aguntum. Ab dem 11. Jahrhundert begann die Rodung und Besiedelung der Ebene zwischen Drau und Isel. Im 13. Jahrhundert wurde Lienz (mit dem Schloss Bruck als Wohnsitz) Residenzstadt der Grafen von Görz und politisch-kulturelles Zentrum.

Dort ging es weiter über Amlach nach Leisach, dann zuerst über einen Feldweg und anschließend asphaltierten Güterweg nach Burgfrieden mit seiner Lourdeskapelle. Ein Eintrag in das Buch "Jakobsweg in Tirol", das in der Kapelle auflag, durfte nicht fehlen.

Ein Jakobspilger aus Villach machte am 25.06.09 folgenden Eintrag:
"Herr, ich sehe Deine Welt, die Wunder Deiner Schöpfung. Danke, dass ich das alles erleben kann. Bleibe bei uns auf allen Wegen, die wir einschlagen."

Aus diesem Buch konnte ich auch ersehen, dass mehrere Einzelpersonen als Pilger unterwegs sind, nicht nur ich!

Die Lienzer Klause ließ ich hinter mir und erreichte gegen 18.00 Uhr über die alte Römerstraße das Dorf THAL.

Gehzeit: 7 3/4 Stunden.

Unterwegs wurde mir von einer gastfreundlichen Familie am Jakobsweg wiederum ein erfrischendes Getränk gereicht. Ich war wirklich durstig an diesem warmen und schönen Sommertag.
In Thal endete der zweite Teil meiner Wanderung auf dem Jakobsweg. Als ich dort eintraf, spielte gerade die Musikkapelle von Assling einen schneidigen Marsch auf, aber nicht wegen mir, sondern weil die Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum feierte.
Ich dachte mir, ein würdiger Abschluss und nachdem morgen Sonntag ist und auch die Pilger Anrecht auf einen Ruhetag haben, wurde ich gütigerweise an der Römerstraße abgeholt.

Einige Nachbetrachtungen zu diesen vier Pilgertagen:
"Der Pilgerstab war mein treuer Begleiter (siehe auch einige Anmerkungen dazu).

Der Rucksack auf meinem Rücken wog zwischen 9 und 10 kg. Man hat allerhand mitzunehmen: Kleidung, Schuhe zum Wechseln, Regenschutz, Brillen, Erste-Hilfe-Set, Fotoapparat und einiges zum Trinken und Essen.

Was sah ich so alles auf dem Pilgerweg? Natürlich viele Kirchen, z.T. offene, andere entlegenere gesperrte. Bildstöcke und Kruzifixe waren auch gar einige am Wegrand zu sehen.

Herrliche Kulturlandschaften, viele Mais- und Kornfelder; nette, sympathische Leute, die grüßen und gegrüßt werden; Auto- und Motorradfahrer, welche auf kurz begangenen Landstraßen vorbeifuhren; Jogger, Radfahrer, Pferdegespann und Reiter auf Uferstraßen; Hunde und andere Kleintiere, die sich auf einem Hof wohlfühlen; Fische, Wildenten und Paddler in oder auf der Drau; Rehe, Wildhasen, Geier und andere Vogelarten, die sich bemerkbar machen; sämtliches Ungeziefer, welches auch lästig sein kann.

Wem ich bis heute noch nicht begegnet bin ist ein zweiter Jakobspilger durch Kärnten und Osttirol. Aber nachdem ich diese Pilgerwanderung heuer bis Innsbruck noch fortsetzen will, ist gut möglich, dass ich noch einen Jakobspilger antreffe.

Insgesamt war ich 31 1/2 Stunden unterwegs und habe ca. 118 km in 4 Tagen zurückgelegt; durchschnittlich sind das ca. 30 km pro Tag.


Montag, 18. Mai 2009

Fahrt nach Chioggia

Wie schon vor 2 Jahren (Kroatien) lud der AVS Wengen mit seinem Sektionsleiter Franz MOLING zu einer zweitägigen Fahrt nach CHIOGGIA (es muß nicht immer eine Berg-, es kann auch einmal eine Meeresfahrt sein!).

Abfahrt war am Samstag, den 16.05.09 um 5.30 Uhr in Wengen. Bis dorthin konnten Zilli und ich mit Elisabeth und Hermann MAIR AM TINKHOF fahren. Der immer verlässliche, umsichtige und gute Chauffeur Hubert fuhr mit dem Ladinia-Bus über den VALPAROLA-, FALZAREGO-Pass, CORTINA, über das CADORE, PONTE nelle ALPI, MESTRE nach GORINO FERRARESE.

Wir trafen im Bus bereits bekannte Gesichter und freuten uns auf die Fahrt mit ihnen. Franz begrüßte die 24 Teilnehmer in ladinischer und deutscher Sprache; auf der Rückfahrt verstanden dann alle schon bereits das Ladinische. Nur schade, dass seine Frau Mariedl nicht dabei sein konnte. Wir wünschen ihr auf diesem Wege gute Besserung.

In Gorino bestiegen wir das Schiff "Principessa" und es erfolgte eine vierstündige Schiffsfahrt auf dem PO-DELTA.

Ein gutes Fisch- bzw. Fleischgericht (für die Nichtfischesser!) wurde zu Mittag serviert und auch in Maßen Weißwein dazugetrunken. Das Wetter war ideal und wir hatten ein gute Aussicht auf das Po-Delta.
In diesem ausgedehnten Naturpark ist eine schützenswerte Harmonie zwischen Land und Wasser zu sehen. Wälder, Pinienhaine, Pappeln und Schilf säumen die Felder und weiten Wasserflächen der Lagunen. Der Deltapark ist das ideale Gebiet für eine Menge von Fischen und Wasservögeln (Kormorane u.a.m.). Hier haben die Menschen es verstanden, auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Naturschutz und Landwirtschaft hinzuarbeiten. Es ist auch als Weltnaturerbe von der UNESCO anerkannt.

Zurück ging es mit dem Bus bis nach CHIOGGIA (Klein-Venedig), wo der Aufenthalt in diesem romantischen Fischerstädchen bis 19.00 Uhr garantiert war. Dieses uralte Städtchen gehört zu den größten Fischereihäfen Italiens. In den engen Gassen Alt-Chioggias, den Calle, können sich die Nachbarn zwischen den gegenüberliegenden Fenstern fast die Hand reichen und ermöglicht dadurch auch eine rege Kommunikation.
Daneben bietet Chioggia kilometerlange, breite Strände mit feinem Sand, vor allem entlang der Strandpromenade des Stadtteils SOTTOMARINA, wo wir im Hotel "Sole" untergebracht waren.
Ein reichliches und gutes Abendessen erwartete uns dort und der obligate Verdauungsspaziergang durfte deshalb auch nicht fehlen. Einige verlockte es gar, in einer Strandbar das Tanzbein zu schwingen.
Am Sonntag, 17.05.09 fuhren wir nach dem Frühstück zeitig los über PADUA nach BASSANO del GRAPPA. Eine Führung erwartete uns dort und bei strahlendem Wetter erzählte sie uns allerhand Wissenswertes über diese italienische Stadt in der Provinz Vicenza - Venetien - mit ca. 40.000 Einwohnern, gelegen am Flusse Brenta. Archäologische Funde belegen eine Besiedelung bereits ab dem 2.Jh. Im Jahr 998 werden eine Burg und eine Pfarrkirche in Quellen erwähnt.
Touristisch interessant sind die zahlreichen Grappa-Destillerien. Der Name der Stadt hat jedoch nichts mit dem Tresterbrand zu tun, sondern kommt vom benachbarten Berg Monte Grappa, der im ersten Weltkrieg Schauplatz schwerer Kämpfe war. Für die Stadt ist darüber hinaus die keramische Industrie wirtschaftlich bedeutend.
Von den Sehenswürdigkeiten ist besonders die bereits im 13. Jahrhundert entstandene und mehrfach erneuerte Holzbrücke "Ponte degli Alpini", die über den Fluss Brenta führt. Daneben sind noch die gotische Kirche"San Francesco" und die Kirche "San Giovanni Battista" sehenswert.
Mit dem Bus ging es wieder weiter bis kurz vor BORGO, wo rechts die Abzweigung nach STRIGNO und SPERA war und über eine enge, teils steile und kurvenreiche Straße zum "Rifugio Crucolo - http://www.crucolo.it/" führte. Dort war für 13.00 Uhr das Mittagessen vorbestellt.
Der Name "Crucolo" hat mit dem Ort zu tun, an dem sie erbaut wurde, nämlich auf der Bergspitze. In den frühen 60er Jahren wurde diese Schutzhütte zum Gasthaus umgebaut und umfunktioniert. Man kann das ganze Jahr über, allein oder in Gesellschaft, Wurst- und Käsespezialitäten aus hauseigener Produktion und die traditionsreichsten Gerichte der Trentiner Küche verkosten. Dieses Restaurant kann nur empfohlen werden; es war ein Genuss, dort über zwei Stunden das köstliche Essen zu verspeisen! Eine Spezialität des Hauses ist der "Parampampoli", ein verdauungsanregender, heisser Umtrunk, der den Geist so richtig erwärmt.
Bevor man dieses einmalige Restaurant (Platz für ca. 250 Personen) verläßt, wird man von den Wirtsleuten in den mit Wein, Würsten und Käse gut gefüllten Keller geführt. Hier werden alle selbstgemachten Köstlichkeiten aufbewahrt und zur richtigen Reife gebracht, auch die "längste Wurst der Welt" und die "größte Käseform".

Die Rückfahrt führte uns wieder zurück nach Borgo, dann über die VALSUGANA auf die Autobahn nach TRIENT, BOZEN, VAHRN mit Ankunft in WENGEN um 19.30 Uhr.
Zwei herrliche Tage in froher und geselliger Runde gingen so zu Ende und wir waren froh, dass wir dabeisein durften.

Ein großes Dankeschön zum Abschluss noch an unseren sicheren Chauffeur Hubert und an den AVS Wengen, besonders an Franz für seine Organisation und seinen Einsatz.

Berg heil bzw. Wasser und Kultur heil!


Sonntag, 10. Mai 2009

Urlaub auf Ischia

Wie bereits das letzte Jahr, organisierte Prof. Josef HARRASSER über VaieVia-Reisen http://www.vaievia.com/ eine Urlaubsreise in den Süden. Ziel war die Insel ISCHIA bei Neapel.

Mo, 27.04.09: um 19.00 Uhr wurde ich zuhause abgeholt und pünktlich um 20.30 Uhr stiegen folgende Personen im *****Sterne-Bus BERCHTOLD-REISEN http://www.berchtold-reisen.de/ auf der Autobahneinfahrt in Vahrn zu: Josef HARRASSER, Agnes BAUMGARTNER, Adele und Toni NIEDERMAIR, Franz ZITTURI und meine Wenigkeit. Es war ein Komfortbus und wir hatten eine gemütliche Fahrt mit anderen Mitreisenden aus Deutschland. Bis nach Neapel wurden auf der Autobahn nach jeweils dreistündiger Fahrtzeit 3 Stops zu je 20 Minuten eingelegt. Es gab sogar ein Frühstück im Bus und um 7.30 Uhr des Die, 28.04.09 trafen wir nach elfstündiger Fahrt im Hafen von NEAPEL ein.

Die Fähre verließ die südländische Stadt um 9.00 Uhr und nach ca. 1 1/2 St. legten wir im Hafen von ISCHIA PORTO an. Der Shuttlebus brachte uns bis zum ****Sterne-HOTEL TRITONE http://www.hoteltritone.it/ in FORIO, Hauptort und eines der wichtigsten Tourismus- und Wirtschaftszentren auf der Insel. In Citara befindet sich auch der wunderschöne Poseidon-Thermalgarten.

Nach der Einquartierung im Hotel (Halbpension) haben wir im nahegelegenen Restaurant "Sciavica" die erste gute Fischmahlzeit eingenommen.

Da schon auf der Fahrt und an diesem ersten Urlaubstag Regenwetter war, haben Josef und ich einen Blick in das Kurprogramm gemacht und uns für Inhalationskuren angemeldet. Ein Paket für 6 Tage stand im Angebot und mit der ersten Kur haben wir gleich an diesem Nachmittag begonnen, die anderen 5 an den folgenden Tagen, jeweils um 8.00 Uhr.
Anschließend an die erste Kur sind wir ins hoteleigene Thermalbad gegangen und haben uns so richtig erwärmt. Zwischendurch eine Abkühlung mußte auch sein.

Das Abendessen war für 19.30 Uhr angesagt und wir trafen uns pünktlich im großen Speisesaal ein. Köstlich schmeckten die Vor- und Hauptspeisen (vorwiegend haben wir Fisch gegessen) und nachdem wir noch die Reisestrapazen ein wenig verspürten, gingen wir nach einem Verdauungsschnaps zeitig ins Bett.

Mi, 29.04.09: ab diesem Tag war schönes Wetter angesagt, zwar etwas windig, aber zum Wandern ideal. Josef führte uns vom Hotel am Uferweg entlang bis zum Zentrum nach Forio und weiter nach PANZA. Von dort sind wir Richtung Meer abgestiegen und haben im Restaurant "Scannella" ein gutes Mittagessen serviert bekommen mit einem Eigenbauweißwein, der uns mundete. Zurück nach Panza, wo ich mich mit meinem Bergkollegen Tonl MUTSCHLECHNER verabredeten, welcher im Hotel "Parco Maria" seinen Urlaub genoss. Ich begleitete ihn bis zu seinem Hotel, bin dann mit dem Bus bis zum Hafen von Forio gefahren und dann wieder auf Schusters Rappen dem Ufer entlang bis zum Hotel gewandert (insgesamte Gehzeit: 4 St.).

Prof. Harrasser erklärte uns tagsüber die Vielfalt der meditteranen Flora auf dieser Insel. Zu dieser Zeit war natürlich alles in Vollblüte und jede einzelne Blume, Pflanze oder Gewächs konnte er bestimmen. Natürlich waren wir nicht imstande, alles aufzunehmen oder zu merken, aber das eine und andere hat sich schon in unser Gedächtnis eingeprägt.
Auch die vielen Zitronen- und Orangenhaine sind uns noch in guter und schmackhafter Weise in Erinnerung geblieben.

Do, 30.04.09: an diesem Tag fand die Erstbesteigung der höchsten Erhebung der Insel, des MONTE EPOMEO (789 m), statt. Ich startete in Forio und ging über S. MARIA DEL MONTE - dort wartete Tonl auf mich - auf den Gipfel (Gehzeit: 2 St.). Dort oben hätte man eine gute Aussicht über die Insel, die Nachbarinseln PROCIDA und CAPRI und sogar das Festland um Neapel, die Sicht war aber leider nicht gut. Kurz unterhalb des Gipfels trafen wir zwei weitere Pusterer: Peter und Elsa SANTER aus Toblach.
Meine Reisefreunde sind mit dem Bus bis nach FONTANA gefahren und von dort aufgestiegen.
Fünfzig Meter unterhalb des Gipfels sind wir dann alle im Restaurant eingekehrt und haben dort ein typisches Nudelgericht verzehrt. Auf den Epomeo-Kuchen muß Frau Baumgartner leider verzichten, dafür bekamen wir alle einen Gratisschnaps, offeriert von der Chefin des Hauses.

Der Abstieg erfolgte nach Fontana und kurz oberhalb haben wir in einem urigen Felsenkeller (solche Felsenkeller gibt es mehrere auf der Insel, aber nicht zu vergleichen mit dem Felsenkeller in der Laimburg!) mit Insulanern gefeiert, welche uns zu einem guten Eigenbauwein eingeladen und dazu einen guten Käse angeboten haben. Wir konnten dieser Versuchung nicht widerstehen und haben mit ihnen eine gesellige Stunde verbracht. Nachdem es in diesem Keller etwas finster war, wurde bereits am Nachmittag das Abschiedslied "Guten Abend, gute Nacht" gesungen. Ein wirklich nettes Erlebnis mit Ischitanern.

Die Rückfahrt mit dem Bus ging über SERRARA, S. ANGELO, SUCCHIVO und Panza nach Forio (insges. Gehzeit: 3 St.).

Vor dem üppigen und guten Abendessen sind wir noch im hoteleigenen Thermalbad und in der Sauna gewesen.

Fr, 01.05.09: nach den Kuren um 8.00 Uhr und dem reichlichen Früstück sind wir, bei herrlichem Wetter, mit dem Bus bis nach Panza gefahren und von dort über eine Schlucht (cava) nach SORGETO und Succhivo gewandert. Im Hotel "Casa Nicola" (gute Bekannte von Josef Harrasser) sind wir eingekehrt und haben bei einem Glas Weißwein die erste Zwischenstation gemacht. Anschließend sind wir dann weitergewandert nach S. Angelo, vorbei an zahlreichen Zitronen- und Orangenhainen, blühenden Sträuchern und Blumen. In der "Casa Gennaro" in Panza nahmen wir das Mittagessen ein. Nach einem weiteren Fußmarsch von einer Stunde bestiegen wir bei der "Villa Angela" den Bus nach Forio (insges. Gehzeit: 3 St.).

Sa, 02.05.09: Wanderpfad des großen Kraters, so nennt sich die heutige Tagestour.
Startend im überfüllten Bus in Forio, sind wir nur einige Meter gekommen und mußten dann wieder umsteigen, da das Beförderungsmittel den Geist aufgegeben hat. Es ging diesmal mit dem Ersatzbus rechts rum (Linie CD - Corsia Destra, sonst sind wir immer mit der Linienbus CS - Sinistra - gefahren) über LACCO AMENO (die Stadt erstreckt sich in erster Linie entlang der Küste, vorbei am charakteristischen "Fungo", einem eigenartigen, pilzförmigen Felsen; Museen hätte diese Stadt auch zu bieten), CASAMICCIOLA (historisch gesehen war dies der erste Touristenort der Insel, denn schon im 19. Jh. kurten elitäre Gäste im Thermalwasser), ISCHIA PORTO, ISCHIA PONTE, PIEDIMONTE nach FAIANO. Dort begann die zweistündige Wanderung , der "Roten Eidechse" als Markierung folgend, über Monte Trippodi, Buceto, Cretaio, Bosco dei Conti wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es war nicht immer leicht den markierten Weg zu finden, wahrscheinlich sind ihnen unterwegs die Markierungsutensilien ausgegangen. Überhaupt legen sie auf der Insel keinen allzugroßen Wert auf Wanderwege. Die Wanderung an diesem sonnigen Tag war aber recht abwechslungsreich und teils romantisch.

Mittagessen im Restaurant "Bellavista" in Faiano. Von der Terrasse aus war die Burg "Aragonese" und die Insel Procida gut zu sehen.
Die Rückfahrt erfolgte wiederum auf bereits beschriebener und befahrener Strecke.

So, 03.05.09: Tag zur freien Verfügung.
Nachdem Sonntag ist und der Schutzpatron der nahegelegenen Kirche, der Hl. Franz von Paola (Ortschaft in Kalabrien) gefeiert wird, ist Kirchgang angesagt, begleitet von Böllerschüssen und der Musikkapelle von Forio, die Märsche spielend, aber in ungeordnetem Schritttempo aufmarschierte.

Ein Frühschoppen durfte an diesem Sonntag vormittag auch nicht fehlen und nachdem an diesem Tag keine Sonne zu sehen war, haben wir nach dem Mittagessen das Schwimmbad und die Sauna aufgesucht. Das Abendessen schmeckte wieder vorzüglich, den Verdauungsschnaps spendierte Agnes!

Das Feuerwerk um 23.30 Uhr hörten, aber sahen wir nicht mehr aus unseren Schlafgemächern.

Mo, 04.05.09: nach dem üppigen Frühstück sind wir mit dem immer überfüllten Linienbus nach S. Angelo losgefahren. Über einen wunderschönen Querweg voller Blütenzauber sind wir Richtung "Cava Scura" gewandert und beim Restaurant "Stalino" (kommt von Stalin, weil der Vater des heutigen Besitzers dem russischen Diktator sehr ähnlich sah) eingekehrt, wo wir eine kleine Mittagspause einlegten. Hernach sind wir durch diese "Dunkle Schlucht" gewandert bis zum Endpunkt, wo wir die natürlichen Sauna- und Dampfbäder begutachteten. Über den bekannten "Maronti-Strand" sind wir barfuß über den heißen Sand bis zu den "Aphrodite-Gärten" gewandert. Den Nachmittag haben wir in diesen wunderschönen Gärten, heilsamen Naturbädern (bis zu 45°) und heißen Natursaunas verbracht. Die Göttin Aphrodite haben wir leider nicht gesehen, aber die Ansicht der obersten Etage war himmlisch!

Beim letzten Abendessen im Hotel "Tritone" haben wir festgestellt, dass wir mehr oder weniger die ganze Woche Fisch gegessen haben, immer ein anderes Gericht und köstlich zubereitet. Dieses Hotel ist nur zu empfehlen.

Di, 05.05.09: Rückreisetag.
Bis 8.30 Uhr war das Reisegepäck in der Reception abzugeben.
Nach dem Frühstück begleitete mich unser Reiseführer Josef ins Stadtzentrum von Forio, wo ich noch ein kleines Geschenk für meine Enkelin Elina besorgte.

Zu Mittag haben wir noch das letzte Mal Fisch auf der Insel verspeist und um 16.00 Uhr wurden wir im Hotel abgeholt. Eine Stunde später fuhr die Fähre vom Hafen Ischia nach Neapel ab. Dort bestiegen wir den bereits auf uns wartenden Bus "Berchtold-Reisen" und fuhren gerne wieder der Heimat zu.
Ein Abendessen wurde in diesem Komfortbus (der Bus kommt aus Bayern) auch serviert: ich habe einen Leberkäse mit einem frisch gezapften Bier konsumiert. Wirklich köstlich!

Am Mi, 06.05.09 um 6.30 Uhr bin ich dann wohlbehalten wieder zuhause angekommen.
Abschließend sei gesagt, dass wir, ausser am ersten Tag, immer mehr oder weniger schönes Wetter hatten (wenn Engel reisen .......), die Unterkunft und das Essen im ****Sterne-Hotel "Tritone" ausgezeichnet und uns ein schöner Urlaub auf der Insel Ischia gegönnt war.

In unserem Hotel waren auch die Herren BACHER, BAUR und PESCOSTA von Niederdorf/Toblach einquartiert, welche auch schon mehrmals auf dieser landschaftlich schönen, aber teilweise schmutzigen und verkehrsmäßig chaotischen Insel Urlaub machten und so auch über die verschiedendsten Einkehrmöglichkeiten Bescheid wußten.
Eine fast tägliche Limoncello-Runde nach dem Abendessen im nahegelegenen Restaurant "Sciavica" in geselliger Runde durfte natürlich nicht fehlen.

Danken möchte ich abschließend noch unserem Reiseführer Josef Harrasser, der uns die ganze Woche über fachmännisch begleitet und uns bleibende Eindrücke und seine Liebe zu dieser Insel vermittelt hat.
Vielleicht ergibt sich ein anderes Jahr wieder die Möglichkeit, mit ihm ein anderes Reiseziel bzw. eine andere Gegend zu erkunden.

Ein herzliches Vergelt`s Gott Dir Josef und den anderen Reiseteilnehmern für die wirklich schöne und harmonische Woche auf Ischia.