Mittwoch, 21. April 2010

Besuche in ZÜRICH


Geplant war eigentlich ein Treffen mit HANNES und MAIJASTIINA und deren Eltern SIRKKA und ERKKI in Wien und zwar vom 17.-19.04.2010. Das aber machte die Aschenwolke (sie erreichte eine Höhe von 11.000 m) nach Vulkanausbruch in Island unmöglich, da alle Flughäfen in Nord- und Mitteleuropa durch diese Naturkatastrophe gesperrt wurden und daher keine Flüge möglich waren, obwohl alles schon gebucht und organisiert war.
Die Eltern von Maijastiina waren aber schon seit Wochenbeginn bei Tante KATRIN in HORGEN (CH) und so entschlossen ZILLI und ich kurzfristig, mit dem Auto in die Schweiz zu fahren.

Am Samstag, 17.04. starteten wir um 6.30 Uhr mit dem Auto, fuhren über den Brenner nach Innsbruck, Landeck, durch den Arlberg-Tunnel (mit 13.972 m der längste Straßentunnel Österreichs) nach Bludenz, Feldkirch und über die Schweizer Grenze nach Buchs und zum Walensee. Dort kurzer Aufenthalt bevor es dann wieder über die Autobahn weiterging nach Horgen, wo wir um 11.00 Uhr nach 370 km das Ziel erreichten.
Horgen liegt ungefähr 20 km vor Zürich und ist eine Stadt mit 22.000 Einwohnern.
Wir wurden mit einem Glas Prosecco recht herzlich empfangen und anschließend servierte uns Katrin ein köstliches Mittagessen.

Am Nachmittag begleitete uns Erkki nach EINSIEDELN zur Marienwallfahrtskirche und "Kloster der Einsiedler" (Benediktiner). Die Gründungszeit geht auf das Jahr 934 zurück; die Klosterkirche ist der "Hl. Gottesmutter Maria und dem Hl. Mauritius" geweiht. Im Jahr 1226 fallen Kloster und Kirche einem Brand zum Opfer, ein zweiter Brand war im Jahr 1465. Nach diesen Bränden wurde die alte "Einsiedler-Kapelle" errichtet und die "Schwarze Madonna" kam auch dorthin. Dem Klosterbrand von 1577 fallen große Teile des Dorfes, die Sakristeien, die Kirche und das Konventgebäude zum Opfer.
Von 1704 - 1718 wurde das Kloster neu erbaut. Es hat eine Länge von 156 m und eine Breite von 136 m. Die neue Klosterkirche wurde von 1721 - 1726 errichtet. Die Türme (mit Doppelkreuz) sind 56 m hoch; dort hängen zwölf Glocken. In der Kirche sind zwei Orgeln zu sehen: die barocke Marienorgel im Norden wurde im 18. Jahrhundert konstruiert, die frühromantische Mauritiusorgel im Süden wurde neu gebaut (1988; Firma Mathis). Im malerisch reich dekorierten Kuppelgewölbe ist Jesus beim Abendmahl zu sehen. Im Hochaltarbild ist die Aufnahme Mariens in den Himmel ersichtlich.
Papst Johannes Paul II. hat am 15. Juni 1984 den Altar aus oberitalienischem Marmor, geweiht. Auch eine Unterkirche bietet Gruppen Gelegenheiten für eigene Gottesdienste und Einzelpilgern eine ruhige, lebhafte Atmosphäre für stille Gebete.
Die Wallfahrt zum Marienheiligtum prägt Einsiedeln.Schon im 18. Jahrhundert zählte man 150.000 Pilger im Jahr.

Nach der Besichtigung des Klosters und der Kirche gönnten wir uns ein Getränk im Cafè Tulipan am Klosterplatz, bevor es wieder zurückging nach Horgen. Nun begaben wir uns (Zilli und ich) zu unserem Nachtquartier auf die HALBINSEL AU, wo uns Katrin gütigerweise ein Zimmer im Landgasthof reserviert hat.
Eine Episode am Rande: nachdem ich nicht genau wußte, wo die Halbinsel Au ist, habe ich im Navigationsgerät "Au" eingegeben, das uns dann auf die Autobahn nach Zürich lotste und ungefähr nach einem halben Kilometer  Autobahnfahrt kam dann die Mitteilung "Sie haben ihr Ziel erreicht". Wir sind dann bei der nächsten Ausfahrt ausgefahren und haben uns auf der Landkarte kundig gemacht und die Halbinsel Au auch gleich erreicht. Ein Rundgang auf dieser Halbinsel, direkt gelegen am Zürich-See (42 km lang, tiefster Punkt des Seees 200 m), durfte natürlich nicht fehlen; wir kamen auch am Schloss Au vorbei, wo Tagungen und Sommerkonzerte abgehalten werden. Auf dem Rundweg kann man auch ein Weinmuseum besichtigen und natürlich Weine verkosten.
Für das Abendessen war im Landgasthof bereits reserviert und Katrin ließ es sich nicht nehmen, für uns alle das vorzügliche Menü zu bezahlen. Nochmals ein herzlicher Dank.

Für Sonntag, 18.04. war eine Stadtrundfahrt in ZÜRICH (450.000 Einwohner) geplant. Bei wiederum recht freundlichem Wetter starteten wir nach dem Frühstück um 9.30 Uhr und fuhren die ca. 20 km am Seeufer entlang bis nach Zürich. Leider konnte Sirkka nicht mitkommen.
In der Stadt nahmen wir die Straßenbahn und waren den ganzen Vormittag unterwegs. Was uns auffiel, die Stadt ist sehr sauber und am Sonntag vormittag war eher wenig Verkehr. Wir kamen an Prunkbauten vorbei, welche hauptsächlich den Banken (Zürich ist ja die Finanzmetropole der Schweiz, die Hauptstadt ist Bern) und Versicherungen gehören, Kirchen (evangelische und katholische), Universitätsgebäuden, Museen, Parks, Zoo u.v.m. Was mir nicht entging, der neuerbaute FIFA-Hauptsitz an einem schöngelegenen Ort; allemal ein Foto wert. Leider ging es sich für eine Schifffahrt auf dem Zürich-See nicht mehr aus.

Langsam machten wir uns auf die Rückreise. Über die Autobahn, am Walensee vorbei, einem kurzen Abstecher nach Lichtenstein, wo wir allezusammen in einem Restaurant in VADUZ noch gemeinsam zu Mittag aßen und uns dann verabschiedeten (Sirkka und Erkki fuhren mit Katrin nach Bregenz und am nächsten Tag weiter nach Wien) mit dem Versprechen, spätestens in einem Jahr, dann mit Maijastiina und Hannes, in einem noch zu bestimmenden Ort, wieder zu treffen.
Von Vaduz ging es mit dem Auto weiter über die Schweizer Grenze nach Feldkirch, über den Arlberg-Pass (1.800 m), wo es regnete bzw. leicht schneite, über St. Anton, Landeck (wir überlegten kurz, ob wir nicht zum Reschenpass abzweigen sollten, aber nachdem es regnete bevorzugten wir die Autobahn), Innsbruck, Brenner, wieder nach Olang, wo wir um 20.00 Uhr wohlbehalten eintrafen.

Es waren für uns zwei erlebnisreiche und eindrucksvolle Tage, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Zum Abschluss noch schöne Grüße nach Anttola, Horgen und Berlin. Bis bald!