Samstag, 18. September 2010

Alpendurchquerung - Teil 1 - Von München nach Hall in Tirol

In der Ausschreibung von "Vai e Via AktivReisen - www.vaievia.com" steht zu lesen: die Alpen sind wohl eine der faszinierendsten Naturräune Europas.
Ziel ist die Querung von MÜNCHEN nach VENEDIG in drei Etappen. Teil 1 führt uns von München nach Hall in Tirol. Von der bayerischen Metropole queren wir liebliche Hügel und das Alpenvorland, bevor wir die nördlichen Kalkalpen erklimmen und das langgezogene Inntal erreichen.
Teilnehmner: Gertraud, Helga, Johanna E., Johanna K., Linda, Linde, Theresia u. Reinhold, Kurt, Paul

Reiseleiter und Wanderführer: Josef MITTERHOFER

So, 05.09.10 - Anreise mit dem Zug nach München
Mit dem Zug sind unser sechs Personen um 14.15 Uhr bei schönem Wetter in Olang abgefahren, auf die anderen Teilnehmer sind wir in Franzensfeste gestoßen; den Münchner Hauptbahnhof haben wir um 18.30 Uhr erreicht und haben gleich anschließend im Hotel "Royal" in der Schillerstraße Quartier bezogen. Komisch, abends ist hier mehr los als untertags, berichtet unser Wanderführer Josef auf "www.al-to.eu". Und das stimmt so.
In einem typischen Münchner Lokal genossen wir in geselliger Runde das Abendessen, aber leider ohne typischen bayerischen Schweinebraten, der zwar beim Eingang groß angepriesen, aber nicht mehr vorrätig war. Dafür schmeckte das Paulaner Bier umso besser!

Mo, 06.09.10 - Durch die Isarauen
Bei herrlichem Wetter starteten wir um 8.00 Uhr am Marienplatz, durch das Isartor hindurch, am Deutschen Museum und dem Tierpark Hellabrunn vorbei und den Isarauen entlang stadtauswärts. Vor dem Kloster Schäftlarn machten wir noch kurz Rast am Georgenstein (Halbzeit unserer Tagesetappe) und genossen dann das Oktoberfestbier und den Ochsenbraten zu Mittag im Klostergarten.
Die letzten 10 km  bis nach Wolfratshausen waren sehr mühsam und um 17.30 Uhr erreichten wir den angestrebten Ort, wo wir humpelnd im Gasthaus "Humplbräu" unsere schweren Rucksäcke (meiner wog ca. 12 kg und tauschen wollte mit mir niemand, deshalb nehme ich an, dass er einer der Schwersten war) abstellen und uns kurz erholen konnten. Verschiedene Salben wurden ausgetauscht und der Weg zum nahegelegenen Restaurant ließ erkennen, dass unsere Füße noch sehr schwer waren. Deshalb war es auch verständlich, dass wir gleich nach dem Abendessen die Schlafgemächer aufsuchten.
Strecke: 34 km - Höhenmeter: 350 - Abstieg: 300 m - Reine Gehzeit: 6 1/2 St.


Di, 07.09.10 - Den Isarauen entlang nach Bad Tölz
Start war wiederum um 8.00 Uhr nach dem Frühstück im "Humplbräu"; die Temperaturen und das Wetter zum Wandern waren angenehm. Großteils ging es wieder der Isar (Reinhold wollte mit einem Floß wiederum zurück nach München!) und den Isarauen entlang, an Geretsried vorbei, auf Schotter-, Wald- und Feldwegen und einigen Teilstücken auf Asphalt. Die Aussicht war nicht berauschend und auf dem ganzen Teilstück gab es leider keine Einkehrmöglichkeit. Eine kurze Mittagsrast wurde uns vom Wanderführer Josef empfohlen und sobald wir dann den Isarweg verlassen hatten, sahen wir einzelne Bauernhöfe im Weiler Fiecht und Reinhold hatte die gute Idee, um ein Getränk dort anzuhalten (Supi!). Der Jungbauer hatte Verständnis und brachte uns das gewünschte Getränk und wir setzten die Wanderung, zurückkehrend zur Isar, bis nach Bad Tölz fort, wo wir um 15.30 Uhr eintrafen und nachdem wir die Übernachtungsstätte erst um 17.00 Uhr aufsuchen konnten, haben wir uns noch ein Bier in einem Cafè an der Isarbrücke mit Aussicht zum Kalvarienberg gegönnt.
Müde bezogen wir die nette Wirtschaft "Zantl" im Zentrum und verspeisten das vorzügliche Abendessen. Es ist eines der ältesten Häuser in Bad Tölz mit einer altbayerischen Gaststube und historischen Gästezimmern im Stil früherer Zeiten.
Strecke: 29 km - Höhenmeter: 400 - Abstieg: 300 m - Gehzeit: 5 1/2 St.


Mi, 08.09.10 - Von der Auenlandschaft in die Berge
Aus der vielseitigen Auenlandschaft der Isar führt uns diese Etappe in die Berge.
Startzeit war um 8.15 Uhr in Bad Tölz. Zuerst ging es wieder der Isar entlang auf angenehmen Schotterwegen (Achtung Radfahrer unterwegs!), vorbei an Arzbach, über Almwege und grüne Weiden übers Längental Richtung Benediktenwand (Hausberg der Münchner). Eine Stunde Gehzeit vor der Tutzinger Hütte machten wir eine Mittagspause auf der Tiefentalalm und trafen um 14.30 Uhr, kurz vor dem Regen, auf der bereits erwähnten Hütte ein. Es kann auch ein Vorteil sein, wenn man frühzeitig - dank Josef und den wirklich trainierten Teilnehmern - am Ziel ist. Auch die Nacht hindurch hat es ausgiebig geregnet. Es war direkt romantisch auf der Hütte.
Ein Begrüßungsschnapsl von Josef tat uns allen gut! Der freundliche Empfang der Hüttenwirtin nach dem ersten größeren Berganstieg war wohltuend. Nachdem wir schon frühzeitig  angekommen waren, durfte ein "Karterle" nicht fehlen und Sieger waren natürlich die Männer, obwohl wir in Unterzahl waren (4 : 7). Das Essen schmeckte auch und wie die Geräuschkulisse in der Nacht in den Zimmern ausfiel, ist mir nicht bekannt. Bettruhe: 22.00 Uhr.
Strecke: 22 km - Höhenmeter: 900 - Abstieg: 350 m - Gehzeit: 5 St.

Do, 09.09.10 - Durch die Jachenau ins Rißtal
Als Jachenau wird das idyllische Wald- und Wiesental bezeichnet, in dem der Ort gleichen Namens liegt. Das Rißtal liegt schon im Bereich des Karwendelgebirges. In der unberührten Natur der Vorderriß hat der Dichter Ludwig Thoma einige Kindheitsjahre verbracht, sein Vater war Oberförster in Vorderriß. Heute gehört das Rißtal dem Fürsten von Luxemburg, wo er auch sein eigenes Jagdrevier hat. Nicht nur auf die Naturlandschaften sonder auch auf die Kultur hat uns unser Wanderführer hingewiesen.
Wir starteten wiederum um 8.00 Uhr, nach dem Frühstück, bei leichtem Nieselregen, ausgehend von der Tutzinger Hütte auf den Sattel Richtung Benediktenwand. Den Aufstieg auf diese Wand ersparten wir uns, nachdem das Wetter auch nicht einladend war. Stattdessen bogen wir rechts ab, vorbei an zwei, wie es so aussah, heimischen Steinböcken, über Stock und über Stein bis in die Jachenau hinein. Dort gönnten wir uns eine gemütliche Mittagspause und Josef verarztete noch eine unserer Teilnehmerinnen, nachdem er zuerst mit einer Physiotherapeutin Rücksprache gehalten hatte (der Name ist mir nicht bekannt und kann auch aus Datenschutzgründen nicht genannt werden).
An einem schön gelegenen Bauernhof vorbei und bei mäßigem Anstieg erreichten wir die Lainer Alm, die erste bewirtschaftete Alm auf unserer Wanderung. Einkehr ist Pflicht, wer's nicht tut, der ist für nicht's! Bier und Kuchen verträgt sich auch und ein Schnaps für die Verdauung kann auch nicht schaden.
Der Wettergott meinte es gut mit uns und so kehrten wir auch in der Luitpolder Alm ein, die nicht so weit entfernt war von der vorherigen. Eins, zwei, drei und schon ging es wieder weiter. Ein Lied der Sennerin für die spendierte Runde mußte natürlich auch sein!
Den Rißsattel erreichten wir in flotten Schritten und die vielen Serpentinen hinunter nach Vorderriß waren ein Leichtes nach dem Kurvengeist.
Im Alpengasthof "Post", wo wir um 17.00 Uhr eintrafen, lassen wir den Wandertag gemütlich ausklingen. Obwohl Ruhetag war, hat uns der Wirt ein zünftiges Abendessen serviert (Hirschgulasch). In den gemütlichen Zimmern ließ es sich auch gut übernachten.
Schade, dass mein Sohn Hannes, wie eigentlich geplant, an diesen letzten zwei Wandertagen nicht dabei war. Ich hatte ihn, begründet durch die Schlechtwetterprognosen, von der Fahrt nach Bad Tölz abgeraten. Dies war ein Fehler, weil die Prognosen nicht stimmten und er sich sicherlich bei uns wohlgefühlt hätte.
Strecke: 20 km - Höhenmeter: 700 - Abstieg: 1.200 m - Gehzeit: 5 St.

Fr, 10.09.10 - Karwendelgebirge
Auf der heutigen Etappe überqueren wir die Grenze zwischen Bayern und Tirol und gelangen ins Karwendelgebirge, das ein besonderes Naturparadies darstellt.
Nachdem bis Hinterriß die meiste Zeit auf der Fahrstraße zu gehen gewesen wäre, haben wir beschlossen, das öffentliche Verkehrsmittel um 10.45 Uhr zu besteigen. So passierten wir im Bus den heute, Gott sei Dank, nicht mehr existierenden Grenzbalken zwischen Deutschland und Österreich.
Der Aufstieg ins Johannestal zum Kleinen Ahornboden war recht angenehm. Dort machten wir eine kurze Mittagspause und fotografierten u.a. auch das Denkmal von HERMANN von BARTH, dem Besteiger von insgesamt 88 Karwendelgipfeln in den Jahren 1870/71, davon 12 als Erstbesteiger. Er ist im jugendlichen Alter von 31 Jahren in Afrika verstorben.
Auf dem Europawanderweg E4 markierten Pfad ging es bei leichtem Nieselregen weiter zum Hochalmsattel und zum Karwendelhaus, wo wir um 15.00 Uhr eintrafen. Wir haben die Zeit auf der Hütte genossen und bereiteten uns auf den morgigen schwierigen Tag vor.
.Strecke: 12 km - Höhenmeter: 800 - Abstieg: 50 m - Gehzeit: 3 St.

Sa, 11.09.10 - Im Herzen des Karwendelgebirges
Die heutige Tour zählt zu den Schönsten im Karwendelgebirge. Wir bewegen uns im Bereich der Isarquellen (sie mündet nach 290 km in die Donau), dem Fluss der uns von München bis hierher häufig begleitet hat.
Wir starteten um 7.45 Uhr zur Königsetappe dieser einwöchigen Wanderung. Bei herrlichem Wetter aber etwas kalten Temperaturen erreichten wir um 10.00 Uhr den Schlauchkarsattel (2.639 m), nach einem Aufstieg auch im Schnee. Einige Gipfelhungrige sind noch zur Birkkarspitze auf 2.749 m auf teilweise drahtseilversicherten und ausgesetzten Steig aufgestiegen (höchste Erhebung des Karwendelgebirges), nachdem zuerst der Rucksack auf dem Sattel deponiert wurde. Eine herrliche Aussicht war der Lohn für den Aufstieg.
Nach einer Rast am Sattel wartete ein langer, teils seilgesicherter und serpentinenreicher Abstieg durch das Birkkar hinunter.
Theresia (immer in kurzen Hosen unterwegs!) wartete auf unsere deutsche Begleiterin Susanne, zu der wir nach Bad Tölz gestossen sind, und begleitete sie auf dem drahtseilversicherten Abstieg. Sie war sicherlich froh um diese Hilfe. Auch unser Wanderführer Josef war bestrebt uns alle gut ins Tal zu bringen. Einige Teilnehmer haben im Vergleich zum Vorjahr erhebliche Fortschritte gemacht. Etwas weiter unten, im schotterigen Gelände saß aber trotzdem jeder einmal auf seinem Hosenboden, aber Gott sei Dank, ohne gröbere Verletzungen oder Abschürfungen.
Bis zur 1.500 m tiefer gelegenen Kastenalm war es ein langer Abstieg und wir hatten dort Hunger und Durst. Der Aufstieg zum Hallerangerhaus (etwa 500 hm) war noch etwas mühevoll, aber wir waren ja darauf vorbereitet. Um 17.15 Uhr erreichten wir unsere letzte Hütte auf dem 1. Teil der Alpendurchquerung.
Unsere Stimmung war gut und so wurde noch das eine oder andere Bier - einen Begrüßungsschnaps spendierte das Haus, die anderen wurden nicht mehr gezählt - getrunken. Es wurden natürlich auch reichlich alkoholfreie Getränke während dieser Tour eingenommen, sonst hätten wir diese anstrengenden Etappen sicherlich nicht geschafft. 
Susanne wurde nach dem Abendessen noch zur Karwendelkönigin gekürt. Wirklich eine nette Geste.
Der anstrengendste Tag geht zu Ende und wir suchten zu angemessener Zeit unsere Betten bzw. Lager auf.
Strecke: 20 km - Höhenmeter: 1.750 - Abstieg: 1.600 m - Gehzeit: 7 1/2 St.

So, 12.09.10 - Abstieg ins Inntal
Endziel des ersten Teiles auf dem Weg von München nach Venedig ist Hall in Tirol mit seiner malerischen Innenstadt.
Nach dem Frühstück starteten wir gemütlich und ohne viel Stress. Vom Hallerangerhaus waren noch gute 300 m Aufstieg zu absolvieren bis wir auf das Lafatscherjoch gelangten. Von den Höhenzügen des Karwendels hat man einen schönen Ausblick auf das grüne Inntal. Bei super Wetter und etwas frischen Temperaturen sahen wir entlang des Steiges gar einige Gemsen, die die Menschen schon gewohnt waren und ein passendes Fotomotiv bildeten.
Gemächlich stiegen wir nun durch Latschen hinab ins Isstal und kehrten im Gasthaus St. Magdalena zum Frühschoppen ein. Schade nur, dass wir am aufgelassenen Salzbergwerk vorbeimarschiert sind.
Da gerade Sonntag, gingen wir auch in die nahegelegene Klosterkirche zu danken, dass alles gut gegangen ist.
Der Abstieg nach Hall war nicht mehr weit und wir durchquerten im gemütlichen Schritt die Innenstadt.
Im Rathauscafè stärkten wir uns noch, verabschiedeten uns von Susanne und gingen dem Bahnhof zu.
Um 16.30 Uhr war Abfahrt und um 19.45 Uhr sind die Letzten in Olang ausgestiegen.
Strecke: 18 km - Höhenmeter: 550 - Abstieg: 1.600 m - Gehzeit: 4 1/2 St.

Insges. Strecke: 155 km - Höhenmeter: 5.450 - Abstieg: 5.400 m - Reine Gehzeit: 37 St.

Zum Schluss möchte ich mich noch im Namen aller Teilnehmer bei unserem Wanderführer JOSEF recht herzlich bedanken. Er war ein angenehmer Begleiter und geselliger Mensch. Es hat während der ganzen Woche nie Probleme gegeben, was natürlich auch auf die Gruppe zurückzuführen ist. Konditionell waren wir alle in top Form, was sich auch in den Gehzeiten ausdrückt. Wir haben die angegebene Richtzeit immer unterboten und waren frühzeitig auf den Hütten!
Die Geselligkeit bzw. der Spassfaktor in den Hütten und auch unterwegs kam auch nicht zu kurz. Den eisacktaler und überetscher Teilnehmern mußten wir gar einige Pustertaler Dialektwörter beibringen, damit es während dieser Woche zu keinen Missverständnissen kommen konnte. Es ist uns auch gelungen, denn wir haben uns immer prächtig verstanden!
Reinhold gab auch sein Wissen in der Gesteinskunde preis, wie lange dies aber in unseren Köpfen bleibt muß noch beim Nachtreffen unter Beweis gestellt werden.

Ich freue mich schon auf den Teil 2 der Alpendurchquerung und hoffe, dass alle wieder mit dabei sind.















Dienstag, 29. Juni 2010

Aktivurlaub am Millstätter See

Anreise am Mittwoch, 23.06.10. Abfahrt in Olang mit Zilli, Paula und Bruno um 10.00 Uhr; Fahrt über Lienz, Spittal zum Millstätter See: Ankunft in Döbriach (Ostufer des Millstätter Sees auf 580 m Seehöhe) um 12.30 Uhr nach 150 km Fahrt auf Staats- und Bundesstraßen.

In "Charly's" Restaurant wollten wir zu Mittag essen, aber Mittwoch und Donnerstag öffnen sie erst um 17.00 Uhr. So fuhren wir die Seestraße weiter und wollten uns im Ferienhotel "Trattnig" (info@hotel-trattnig.com) kundig machen. Ich steuerte das Auto vor das Hotel, beschlossen dann zuerst den Hunger zu stillen, fuhr wieder rückwärts aus dem Parkplatz, übersah am Boden aber den kantigen Randstein und schon war die Luft aus dem rechten Hinterrad raus. So war dann die Unterkunft in diesem ****Sterne-Familienhotel fixiert.
Wir bezogen die Zimmer und packten die Koffer aus. Gleich anschließend gingen wir zum Strandrestaurant "Sittlinger" den Hunger und Durst zu stillen.
Vor dem guten Abendessen im Hotel machten wir noch einen Abstecher zum bereits erwähnten Restaurant "Charly's", wo ich die Besitzer vor 5 Jahren in Abano kennengelernt habe.
Gleich anschließend verfolgten wir das erfolgreiche WM-Fußballspiel Deutschland - Ghana (1 : 0).

Am Donnerstag, 24.06.10, gleich nach dem Frühstück, unternahmen wir eine Radtour um den Millstätter See (Länge des Sees: 13 km, tiefste Stelle: 147 m) und zwar mit den Gratisfahrrädern des Hotels. Wir fuhren von Döbriach über Dellach nach Millstatt (historisch und kulturell bedeutendster Ort am See) und Seeboden und machten dort einen kurzen Aufenthalt. Seeboden ist eine Marktgemeinde und Heimatgemeinde des Skisprung-Olympiasiegers Thomas Morgenstern.
Wir setzten die Radtour über die bewaldete Nordseite des Seees fort und machten Mittagsrast beim "Laggerhof" in Grossegg. Es waren einige Aufstiege und Abfahrten zu bewältigen, aber im Schatten war es ganz angenehm zu fahren. In Döbriach angelangt gingen Zilli, Paula und Bruno noch ins Strandbad und erholten sich von den Strapazen. Ich setzte mich wieder aufs Fahrrad und fuhr nocheinmal bis nach Millstatt.
In einer Bar verfolgten wir dann noch das WM-Spiel Italien - Slowakei (2 : 3). Nach dem Abendessen machten wir noch einen Abstecher in die Nockstadt Radenthein.

Am Freitag, 25.06.10 wurde vom Hotel aus eine Alpinwanderung auf den Predigerstuhl angeboten. Wir meldeten uns an und der Besitzer des Hotels hatte uns angeboten, mit ihm in seinem privaten PKW über Radenthein, Kaning ins Langalmtal bis zum Erlacherhaus auf 1636 m zu fahren. Eine großzügige Geste.
Noch zwei andere deutsche Gäste sind uns mit ihrem Motorrad gefolgt und vom Parkplatz ging es dann zu Fuß weiter auf den Predigerstuhl auf 2170 m. Der Herr Trattnig war ein guter Wanderführer und hat uns über einen Rundweg wieder zurück zur Erlacherhütte begleitet, hat uns bei guter Sicht aber etwas windigen Verhältnissen die Berge der näheren und weiteren Umgebung erklärt. Schade dass die Frau Trattnig nicht dabei sein konnte, aber jemand muß zuhause auch bei der Arbeit sein!

Vor der Rückkehr ins Hotel stärkten wir uns noch bei einem zünftigen Essen in der obgenannten Hütte (typische Kärntner Fleisch-, Käse- und Bärlauchnudeln). In guter Gesellschaft ließen wir diesen Wandertag ausklingen.
Am Nachmittag unternahmen wir noch einen Ausflug mit dem Auto nach Bad Kleinkirchheim. Zuerst fuhren wir noch nach Feld am See und  Afritz (Afritzer See), kehrten um und bogen bei Radenthein nach Bad Kleinkirchheim ab. Wir machten zu Fuß einen Rundgang und bewunderten die schönen Hotels, Thermen und Katharinakirche und verweilten dort kurz auch in der Krypta.
Am Abend war noch ein Kurzbesuch in Millstatt angesagt, wo wir in der Cocktail & Espresso Bar einen Auftritt einer Zwei-Mann-Band mitverfolgten.

Am Samstag, 26.06.10 war schon wieder Abreisetag. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns bei den Besitzern und lobten auch die gute Unterkunft, das freundliche Personal und das gute Essen. Besonders empfehlenswert ist das Ferienhotel "Trattnig" für Familien mit Kindern, denn es ist ausgestattet mit einem schönen Spielzimmer, einem gepflegten Garten mit einem Freizeitareal von 8000 m2, Hallenbad und Sauna.
Ein Abstecher ins Maltatal durfte natürlich auch nicht fehlen. Über Gmünd erreichten wir Malta und dort über die Hochalmstrasse (mautpflichtig: 14,4 km) über Spitzkehren und Felstunnels bis zur Kölnbreinsperre, der höchsten, doppelt gekrümmten Staumauer Österreichs mit einer Höhe von 200 m, einer Länge von 626 m und einer maximalen Breite von 41 m. Umgeben ist der 4,5 km lange Stausee von den Felsmassiven der Hohen Tauern.
Das Maltatal wird auch das "Tal der stürzenden Wasser" genannt und hat uns wirklich beeindruckt, obwohl das Wetter nicht mehr so schön war wie in den vergangenen Tagen und auf 1900 m ein ziemlich frischer Wind zu verspüren war.
Auf der Rückfahrt machten wir noch Halt in Innichen, wo der Abschluss des internationalen Chörefestival auf dem Marktplatz stattfand. 84 Chöre aus aller Herren Länder marschierten auf und ca. 3200 Sänger/innen gaben noch gemeinsam drei Lieder zum Besten.
So fand dieser kurze Aktivurlaub einen würdigen Abschluss.


Freitag, 11. Juni 2010

Jakobspilger - Vom Brenner bis Innsbruck

Am Samstag, 29.05.2010 in aller Herrgott's früh brachte ich Christian zum Zugbahnhof nach Innsbruck. Da lag es nahe, eine weitere Strecke des Jakobsweges anzugehen. Ich fuhr mit dem Auto zurück nach Matrei, bestieg dort den Zug um 8.10 Uhr und fuhr zum Brenner.
Am 19.11.09 habe ich den letzten Teil von Freienfeld bis Brenner erwandert, am Samstag setzte ich nun die Pilgerwanderung vom BRENNER bis MATREI fort.
Um 8.30 Uhr betrat ich auf diesem Pilgerweg das erste Mal mit meinem Wanderstock Nordtiroler Boden. Bei kühlem und wolkenbehangenem Himmel überquerte ich die Grenze und ging an der linken Seite des Brennerseees vorbei Richtung Gries. Auf dem "Wipptaler Wanderweg" gelangte ich zur Sigmundskirche von Lueg und im Wald bergauf und bergab ging es weiter bis Gries. Dieser Wanderweg scheint in letzter Zeit nicht sehr frequentiert zu sein, aber Unrat liegt genügend links und rechts des Weges.
Von Gries ging ich weiter zur spätromanischen Kapelle zum hl. Jakob in Nößlach und auf dem Weitwanderweg 102 gelangte ich nach Stafflach und ein Stück taleinwärts nach St. Jodok zur Kirche des "Kleinen Jakobus". Am Bahnsteig talauswärts und über einen Schotter-, Wald- und Wiesenweg geht es weiter zum Ortsteil Mauern, gelegen an der alten Brennerstraße und auch an der Pilgerroute des Mittelalters. Die Filialkirche St. Ursula ist die älteste Kirche des Wipptals. Um 15.00 Uhr hätte dort eine Trauung stattgefunden, aber ich als Pilger war nicht geladener Gast! Ich mußt natürlich weiterwandern Richtung Matrei und wieder ging es auf dem "Wipptaler Wanderweg" oberhalb von Steinach zur gotischen Ulrichskirche von Tienzens. Auf einem steilen Weg geht es hinunter zum Ortsteil Mühlen. Matrei war nun in Sicht und um 16.00 Uhr erreichte ich den Bahnhof.
Matrei entwickelte sich zum typischen Straßenort, gehörte ab etwa 1000 zum Stift Brixen und wurde 1249 zum Markt erhoben. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit der gotischen Statue "Unser Herr im Elend" ist eine der ältesten Wallfahrtsziele Tirols.

Gehzeit: 6 3/4 Stunden (ca. 28 km).

Dienstag, 08.06.10: Letzte Etappe des Jakobsweges von MATREI nach INNSBRUCK.
Um 8.00 Uhr startete ich in Matrei und teils wieder auf dem Wipptaler Höhenweg, teils anderen Wegstrecken ging ich mit meinem Pilgerstock weiter nach Pfons und an den schönen Bauernhöfen von Oberpfons vorbei über die alte Römerstraße nach Ellbögen und weiter ins Mühltal.
Bei schönem und etwas windigem Wetter sah ich viele Bauern bei der Heuernte, passierte gar einige Bauernhöfe, stellte fest, dass bei diesen Höfen lange nicht so viele Hunde zu sehen waren wie in Ost- und Südtirol, dafür aber viele Schwalben, was ja angenehmer ist.
Einen Abstecher machte ich nach St. Peter um anschließend auf dem "Rauher Brunnenweg" durch angenehme Wald- und Wiesenwege nach Patsch zu gelangen. Hier fiel mir der Marsch "Patscher Dörfl" von Gottlieb Weissbacher ein, den wir früher oft mit der "Böhmischen" gespielt haben.
Ein Vergleich mit Olang: auch in Patsch zerstörte im Jahre 1399 ein Großbrand das ganze Dorf mitsamt der Kirche.
Nach einer Stunde Gehweg traf ich dann in Igls ein (beliebter Sommerfrischort der Innsbrucker Bürger und Luftkurort; die kleine Pfarrkirche ist dem Hl. Ägidius geweiht und es sind auch die 14 Nothelfer zu sehen, gleich wie in Mitterolang) und wieder eine Stunde später in der Landeshauptstadt von Nordtirol, in Innsbruck. Zuerst kehrte ich noch in der St.-Martins-Kirche in Vill ein, bevor ich die Ankunft in der Landeshauptstadt mit einer zünftigen Marende und einem kühlen Bier im "Bretter-Keller" feierte.
Nachdem ich das Stift Wilten (ältester Tiroler Wallfahrtsort) hinter mir gelassen habe,  bin ich dann um 15.00 Uhr über die Leopoldstgraße beim Dom zu St. Jakob eingetroffen und nach einigen Gebeten unterwegs, habe ich auch im Dom eine Weile im Gebete verbracht.
In Innsbruck ist vieles sehenswert, vor allem natürlich die Altstadt mit dem schon erwähnten Jakobsdom, dem Goldenen Dachl (Wahrzeichen der Stadt), die Maria-Theresien-Straße mit der Maria-Theresien-Säule, der Hofkirche (auch "Schwarzmanderkirche" genannt: dort befindet sich auch das Grabmahl Andreas Hofers) u.v.a.
Für Pilger war Innsbruck auch ein wichtiges Etappenziel. Von hier brachen sie entweder über den Brenner nach Süden auf oder zogen durchs Inntal weiter nach Westen, um über den Arlbergpass in die Schweiz, nach Maria Einsiedeln, zu gelangen.
Die nächste Woche möchte ich dann den Jakobsweg durch Süd-Österreich, Slowenien, Kärnten, Osttirol, Süd- und Nordtirol abschließen mit der Etappe von Graz nach Kühnsdorf/Völkermarkt, wo ich meinen Pilgerweg am 02.06.2008 begonnen habe.

Gehzeit: 5 3/4 Stunden (lt. Schrittzähler 35.660 Schritte = ca. 26,5 km).