Mittwoch, 26. August 2009

Besuch bei Hannes und Maijastiina in BERLIN

Am Mittwoch, 19.08.09 war Anreisetag.

Abfahrt in Olang um 9.00 Uhr mit KATHI, CHRISTIAN, ELINA und ZILLI. Unterwegs wurde in einer Landzeitraststätte Nahe Wörgl zu Mittag gegessen, bevor das Auto auf einem Bauernhof in der Nähe des Flughafens von München abgestellt wurde. Den Hintransport zum Flughafen übernahm die Besitzerin des Hofes; der Abflug erfolgte pünktlich um 15.30 Uhr und nach einer Stunde landeten wir bereits in BERLIN. Mit dem Taxi ging es weiter bis zur Wohnung von HANNES und MAIJASTIINA in die Bochumerstraße.

Zum Abendessen gab es vorzügliche finnische Spezialitäten: Lachs und Rentierfleisch mit Zutaten.
Die Jugend hat sich bei H & M einquartiert, für Zilli und meine Wenigkeit war im Hotel "Hansablick" in unmittelbarer Nähe ein Zimmer reserviert.

Donnerstag, 20.08.09: Nach dem Frühstück unternahmen Zilli und ich eine Einkaufstour am Kurfürstendamm. Anschließend fuhren Christian und ich zum Olympiastadion, wo ja der 800-Meter-Vorlauf anlässlich der Leichtathletik-WM mit dem Trainingskollegen Lukas RIFESSER stattfand.

Vor dem Stadion trafen wir Christian OBRIST, der seinen 1500m-Vorlauf bereits hinter sich hatte, aber leider das Halbfinale nicht erreichte.
Ich verfolgte das Rennen von Lukas neben einer Reihe von Sudanesen (Fans von Kaki) im halbgefüllten Stadion von Berlin (Platz für ca. 70.000 Personen).

Nach 400 Metern lag Lukas an der Spitze des Feldes, doch auf der Zielgeraden wurde er von 3 Mitkonkurrenten übersprintet und fiel auf Platz 4 zurück. Die ersten drei eines jeden Vorlaufes qualifizierten sich für das Halbfinale. Bis zum letzten Vorlauf hatte er noch Hoffnung, über die Zeit ins Halbfinale zu kommen, aber dann war der Traum vorbei.

Gewonnen hat seinen Vorlauf der Bahrainer Kamel mit einer Zeit von 1:46.43, Lukas erreichte das Ziel in 1:47.07. Schade, aber er ist noch jung und kann noch viel erreichen.

Vor dem Stadion haben wir den Leichtathletikexperten der "Dolomiten", Reinhard BLAAS getroffen, der noch einige Aufnahmen von uns machte (nachzuschauen unter

Hannes und ich sind am Nachmittag zum Museum "Berliner Unterwelten" gefahren, die anderen sind zum Plötzen-See geradelt.

Im Museum werden Schwerpunkte wie Bombenkrieg und Luftschutz thematisiert. In den ausgedehnten, authentischen und geschichtsträchtigen Räumen werden zudem Funde aus Bunkern des ehemaligen Regierungsviertels, sowie Kriegsschrott und Bodenfunde als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges gezeigt. Außerdem erfährt man viel Interessantes über Dinge, die sich im Berliner Untergrund befinden bzw. befunden haben (http://www.berliner-unterwelten.de/).

Am Abend war ich in Begleitung der drei Frauen im Berliner Konzerthaus anzutreffen, wo das Europäische Jugendorchester mit einer Orchesteranzahl von 140 Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren aus 27 europäischen Ländern grandios aufspielte. Wie die Sprecherin erzählte, haben sich 4000 Jugendliche für dieses Orchester beworben, 140 wurden durch einen Wettbewerb ermittelt.

Im ersten Teil wurden russische Werke dargeboten, im zweiten Teil französische. Wir hatten gute Plätze in der Galerie gleich hinter dem Orchester und so konnten wir bestens verfolgen, mit welcher Begeisterung und Konzentration sie alle beim Musizieren waren. Auch wenn sehr anspruchsvolle Musik geboten wurde, die Harmonie und Freude dieser Jugendlichen übertrug sich auch auf die Zuhörer. Ein Südtiroler zählte auch zu diesem Orchester und wie ich später in Erfahrung bringen konnte, probt und musiziert dieses Jugendorchester auch in Bozen.

Freitag, 21.08.09: An diesem WM-Tag fand wieder ein Rennen mit Südtiroler Beteiligung statt. Bei trüben und feuchtem Wetter gingen wir zu Fuß zum Brandenburger Tor, wo "Unter den Linden" das 50km-Gehen mit Alex SCHWAZER stattfand. Er zählte zu den Favoriten, hielt sich die ersten Runden auch immer in der Spitzengruppe auf, fiel aber nach 15 km etwas zurück und von Runde zu Runde wurde der Abstand immer größer, bis er schlußendlich aufgab. Gesundheitliche Probleme machten ihn zu schaffen. Schade, wir hatten so sehr gehofft, dass er eine Medaille holen würde, aber er ist noch jung und hat noch einige Chancen, erfolgreich zu sein. Er ist ja zur Zeit noch amtierender Olympiasieger und dieser Titel ist viel höher einzustufen als ein WM-Sieg.

Auf der Strecke trafen wir viele Bekannte aus Südtirol. Den Sportler Lukas Rifesser mit Trainer Gert CREPAZ und seiner Frau, den Sportreporter und Fotografen Reinhard Blaas, gar einige Fanclubmitglieder von Alex, die Verbandsspitze der Südtiroler Leichtathletik, den Bozner Bürgermeister Luigi SPAGNOLLI, den Landtagsabgeordneten Elmar PICHLER ROLLE, der uns einlud in die "Casa Italia" ins Hotel Ellington zu kommen, wo Hannes und ich (die Sportler Christian und Lukas hatten sich zu einer Trainingseinheit verabredet) Südtiroler Spezialitäten genossen. Die Handelskammer Südtirol hatte zu diesem Nachmittag geladen. Gar einige Leichtathletikbosse aus Italien und Südtirol waren anwesend, der Fanclub, Fotografen und ein privater Fernsehsender. Hätte Alex eine Medaille geholt, wären wahrscheinlich noch viel mehr Leute anwesend gewesen; so war natürlich die Stimmung nicht die Beste.

Der Abend fiel buchstäblich "ins Wasser" und wir bewegten uns nur mehr in der Umgebung unseres Hotels und Hannes gab uns einen guten Typ für ein Restaurant.

Samstag, 22.08.09: Während die Frauen bei herrlichem Wetter einen Stadtbummel machten, haben Christian, Elina und meine Wenigkeit am Vormittag eine Schiffsfahrt auf der Spree gemacht, startend vor dem Kanzleramtsgebäude. Elina war sehr neugierig und die Fahrt auf dem Schiff war kurzweilig. Wir sind vorbeigeschifft am Reichtagsgebäude, ARD-Studio, Haus der Kulturen, Berliner Dom, Fernsehturm und ein Teil der Berliner Mauer war auch noch zu sehen.

Anschließend habe ich den Marathonlauf der Herren vor dem Kanzleramtsgebäude und im Ziel am Brandenburger Tor verfolgt und dem kenianischen Sieger und allen anderen Teilnehmern zugejubelt.

Am späten Nachmittag haben wir wieder gemeinsam eine Radtour zum Schloss Charlottenburg unternommen, wo wir auch in den Gärten Fotos gemacht haben.

Sohnemann Hannes war an diesem Samstag in Leipzig mit seinem Masterstudium beschäftigt.

Noch eine Südtiroler WM-Teilnehmerin hatte am Samstag ihren großen Auftritt. Silva WEISSTEINER bestritt das 5000m-Finale und errang einen hervorragenden 7. Platz, als beste Europäerin. Bravo Silvia!

Der Abend klang aus mit einem köstlichen Abendessen (verschiedendste Tapasgerichte) in einem Restaurant am Brenzlauer Berg. Mit Lukas Rifesser und Alex Schwazer haben wir uns zu später Stunde in einem Lokal am Alexanderplatz verabredet und mit ihnen über ihre Rennen und andere lustige Begebenheiten geplaudert. Es war eine sehr lustige Gesellschaft und wie die Nacht dann weiterging kann ich hier leider nicht mehr berichten, da Kathi und ich mit einem Taxi nach Hause fuhren!

Sonntag, 23.08.09: Da Sonntag ist, sind Zilli und ich in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm gegangen, haben kurz gebetet und sind dann anschließend zur Siegessäule gegangen und haben dort zwei Runden des Marathonlaufes der Frauen verfolgt.

Nach dem Mittagessen im "Schleussen Krug" sind wir dann wieder alle gemeinsam in das Olympiastadion gefahren und haben dort sieben Finalwettkämpfe der Leichtathletik-WM verfolgt. Die spannendsten Wettkämpfe waren die Rennen über 1500m F, 800m M, 5000m M und die Staffeln über 4 x 400m.

Abends waren wir bei der Familie Schief zum köstlichen Essen auf ihrer Terrasse geladen.

Montag, 24.08.09: Wir (H & M, Zilli und ich) sind bei herrlichem Wetter und warmen Temperaturen mit der Bahn nach Werder an der Havel losgefahren. Dieser schmucke Vorort von Berlin liegt bereits in Brandenburg. Ein Abstecher auf die Insel Werder durfte natürlich nicht fehlen. Sie ist 900 x 400 m groß und wird von zwei Flüssen umflossen. Sie ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden.

In einem italienischen Restaurant haben wir vor unserer Abreise noch einmal Fisch gegessen.

Christian mit Kathi und Elina sind zum zoologischen Garten gegangen und die Kleine erzählte nachher von den vielen Tieren, die sie dort gesehen hat.

Um 15.30 Uhr verabschiedeten wir uns von Maijastiina und Hannes und fuhren per Taxi wieder zum Flughafen Tegel. Um 17.10 Uhr hoben wir in Berlin ab und landeten eine Stunde später in München. Dort wurden wir wieder abgeholt und zu unserem Auto auf den Bauernhof gebracht.

In der Ortschaft "Fischerhäuser" haben wir noch in einem typisch bayrischen Landgasthaus zu Abend gegessen und sind dann nach Hause gefahren. Um 23.00 Uhr sind wir in Olang eingetroffen.

Wir danken Hannes und Maijastiina, dass sie sich Zeit und Mühe genommen haben, uns während dieser sechs Tage in Berlin zu begleiten. Es war wirklich schön bei Euch und wir konnten viele neue Eindrücke wieder mit nach Hause nehmen. Mit der kleinen Elina hatten wir auch eine große Freude und so ist ein harmonisches Familientreffen leider allzufrüh zu Ende gegangen.




Montag, 6. Juli 2009

Der Jakobspilger war wieder unterwegs

Am Mittwoch, den 01.07.2009 bin ich in Olang um 6.30 Uhr losgefahren, den Zug in LIENZ um 7.50 Uhr bestiegen und in WEISSENSTEIN, wo ich letztes Jahr meine Pilgerwanderung abgebrochen habe (siehe eigener Bericht), um 9.15 Uhr angekommen. http://sigimapaul.blogspot.com/2008/06/jakobspilger-durch-krnten-vom-0206.html

Ich habe dort meine Wanderung begonnen und bin über Kellerberg - Feffernitz - Freistritz - Laas - Fresach (dort hat mich ein Einheimischer deutscher Abstammung ganz überraschend zu einem wohltuenden, frischen Getränk eingeladen und wir haben währenddessen einige Gedanken über den Jakobsweg ausgetauscht) und über den Höhensteig nach St. Jakob ob Ferndorf gelangt, wo ich neben der riesigen Linde die Jakobskirche erblickte, ein wirklich einzigartiges gotisches Kleinod, aber leider versperrt.

Nachdem der Regen eingesetzt hat, bin ich dort eine Weile verblieben und dann kurz mit dem Regenschirm weitermarschiert nach Insberg - Kleinegg - Großegg (der Weg verläuft auf einer Kuppe mit schönem Ausblick rechts zum Millstätter See und links ins Drautal) - Winkl und MOLZBICHL, Sitz eines frühmittelalterlichen karolingischen und damit ältesten Kärntner Klosters. Dort habe ich im Gasthof "Steinbrugger" übernachtet.

Am Abend dieses Tages hat mich Ernst aus Spittal abgeholt und wir sind nach Seeboden zu Daniel (beides ex-Studienkollegen und Freunde unseres Sohnemannes Hannes) gefahren. In Millstatt haben wir zusammen zu Abend gegessen und der Bar direkt auf dem See einige Plauderstündchen verbracht.

Reine Gehzeit: 6 1/2 Stunden.
Do, 02.07.09: in Molzbichl habe ich die Wanderung wieder aufgenommen und bin über den Weiler St. Peter zur Handelsstadt Spittal gelangt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind das berühmte Schloss Porcia und das Rathaus (beides 16. Jahrhundert) sowie die Kirche Mariä Verkündigung.

Weiter ging es über die Tiroler Straße stadtauswärts. Wald- und Wiesenwege führten mich nach Freßnitz und zur Kirche St. Peter im Holz. In unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche - schöner gotischer Bau mit gleich zwei Fresken des Hl. Christophorus - lag früher die römische Stadt Teurnia, auch Bischofssitz (4. Jahrhundert).

Der Weg führte bergab, vorbei an den Ausgrabungen und Fundamenten der frühchristlichen Bischofskirche, nach Lendorf, wo ich eine längere Mittagspause, aufgrund des einsetzenden Regens, einlegte.

Vorbei an der spätgotischen St.-Magdalena-Kirche und über die Möllbrücke gelangte ich nach Sachsenburg (von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind noch Teile der Ringmauer erhalten). Über den angenehmen Drauradweg pilgerte ich weiter bis nach LIND IM DRAUTAL. Dort übernachtete ich im Gästehaus "Schall".

Gehzeit: 8 Stunden.

Einige Begebenheiten dieses Tages:
"Bei teilweise sehr warmen Wetter waren die Stechmücken an der Drau eine Plage. Man war gezwungen, ständig weiterzumarschieren und auch die Radfahrer immer im Auge zu behalten. Es waren nur einzelne, die unterwegs waren, sonst hat man auf diesen ebenen Abschnitten und auch auf den Wiesen- und Waldwegen genügend Zeit in sich zu gehen, meditierend, betend und auch singend.

Was mich noch plagte an diesem zweiten Pilgertag war eine Blase am linken Fuß. Durch einen operativen Eingriff konnte ich diesen Schmerz aber beheben. Buße gehört ja auch zu einer Pilgerwanderung, man muß es nur immer positiv sehen.

Unterwegs auf einer Forststraße wollte ein Autofahrer mich ein Stück des Weges mitnehmen, ich habe aber dankend abgelehnt!

Nach Sachsenburg machte ich die Feststellung, dass der Pilgerstab nicht nur zum Wandern geeignet ist, sondern auch Gefahren von sich abzuwenden. Ein Hund hatte sich mir in den Weg gestellt und ich mußte mich, in diesem Falle mit dem "Stock", gegen ihn erwehren."

Fr, 03.07.09: Nach dem Frühstück begann der dritte Wandertag von Lind nach Kleblach - Blaßnig auf den Sattel - Kirche St. Lambert - Lengholz - Freskenkirche St. Georg - Gerlamoos (Heimatgemeinde des österreichischen Skirennläufers Fritz Strobl) - Steinfeld. Dort begann der Bienenwanderweg (lohnender Rundweg auch für Imker) und Baumlehrpfad, vorbei an der Martinskirche/Steinfeld, dem Panoramaweg folgend durch Wiesen und kurze Waldstücke nach Greifenburg.

Vor diesem Ort hat mich ein Geierpärchen ein Stück des Weges begleitet. Ganz unverhofft kam ein Geier im Sturzflug in meine Nähe; der Pilgerstock gab mir Sicherheit (danke Tonl für Deinen Stock) und so konnte ich ihn wieder vertreiben. Wahrscheinlich war in der näheren Umgebung ihr Horst. Dieser Pilgerstab hilft auch so manches andere Hindernis zu bewältigen.

In Greifenburg gönnte ich mir wieder die Mittagspause, um dann auf einen landschaftlich schönen Panoramaweg nach Berg im Drautal und auf einer weiteren Panoramastraße (asphaltiert) an der Kirche von Obertrallach vorbei ins Tal hinunter nach Dellach zu gelangen.

Ungefähr 10 km ging ich dann den Schotterdrauradweg entlang nach OBERDRAUBURG und übernachtete dort im Gasthof Pontiller.

Gehzeit: 9 1/4 Stunden.

Auf diesem Abschnitt des Pilgerweges ist keine Jakobskirche anzutreffen.

Es ist dies der Tag der Bienen-, Wiesen-, Wald- und lohnenden Panoramawege. Durch die genaue Beschreibung im Wanderführer von Peter Lindenthal "Auf dem Jakobsweg durch Süd-Österreich, Slowenien, Ost-, Süd- und Nordtirol", aber schlechte bzw. ungenügende Jakobsbeschilderungen, braucht man oft auch Phantasie den richtigen und angenehmen Feldweg zu finden.

Nachdem man auch z.T. den Drauradweg flußaufwärts wandert fällt einem immer wieder auf, dass die Drau erkenntlich kleiner wird, dafür das Wasser merklich schneller fließt.

Einige Anmerkungen zu einzelnen Ortschaften auf diesem Teilstück:
"Am Waldrand über Gerlamoos liegt die unbedingt zu besuchende "Freskenkirche". Im Innenraum der Kirche an der Nordwand sind drei Streifen von Bildfeldern aus der Georgslegende, der Kindheitsgeschichte Jesu und der Passion des berühmten Künstler und Malers Thomas von Villach zu sehen.
Steinfeld war im 15. Jahrhundert das Zentrum des Gold- und Silberbergbaus zwischen Oberdrauburg und Sachsenburg und sogar Sitz eines Berggerichts.
Der Markt Greifenburg wurde urkundlich bereits im Jahre 1230 erwähnt und entstand am Fuße der etwas älteren Greifenburg. Berühmte Geschlechter waren die wechselnden Besitzer des Schlosses: die Herzöge von Kärnten, die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich, die Grafen von Görz, die Habsburger, die Grafen von Ortenburg und bis 1943 die Grafen Orsini-Rosenberg (entnommen aus dem Wanderführer).
Oberdrauburg: die Siedlungsgeschichte dieses strategisch günstig gelegenen Marktes geht bis in die Römerzeit zurück. Für die Römer war "Castrum Trabure" eine wichtige Station in ihrem Straßennetz."

Sa, 04.07.09: Start in Oberdrauburg um 8.30 Uhr. Dem Fahrradweg und der Drau entlang ging es über Ötting zur schon von weiten sichtbaren Marienkirche von Unterpirkach bis nach Oberpirkach und erreichte flußaufwärts die Draubrücke bei Nikolsdorf, das schon in Osttirol liegt. Den Kärntner Jakobsweg ab Völkermarkt habe ich somit hinter mir, die Stadt Lienz vor mir.
Schon die Römer erkannten die strategisch wichtige Lage des Lienzer Beckens und errichteten hier den Stützpunkt Aguntum. Ab dem 11. Jahrhundert begann die Rodung und Besiedelung der Ebene zwischen Drau und Isel. Im 13. Jahrhundert wurde Lienz (mit dem Schloss Bruck als Wohnsitz) Residenzstadt der Grafen von Görz und politisch-kulturelles Zentrum.

Dort ging es weiter über Amlach nach Leisach, dann zuerst über einen Feldweg und anschließend asphaltierten Güterweg nach Burgfrieden mit seiner Lourdeskapelle. Ein Eintrag in das Buch "Jakobsweg in Tirol", das in der Kapelle auflag, durfte nicht fehlen.

Ein Jakobspilger aus Villach machte am 25.06.09 folgenden Eintrag:
"Herr, ich sehe Deine Welt, die Wunder Deiner Schöpfung. Danke, dass ich das alles erleben kann. Bleibe bei uns auf allen Wegen, die wir einschlagen."

Aus diesem Buch konnte ich auch ersehen, dass mehrere Einzelpersonen als Pilger unterwegs sind, nicht nur ich!

Die Lienzer Klause ließ ich hinter mir und erreichte gegen 18.00 Uhr über die alte Römerstraße das Dorf THAL.

Gehzeit: 7 3/4 Stunden.

Unterwegs wurde mir von einer gastfreundlichen Familie am Jakobsweg wiederum ein erfrischendes Getränk gereicht. Ich war wirklich durstig an diesem warmen und schönen Sommertag.
In Thal endete der zweite Teil meiner Wanderung auf dem Jakobsweg. Als ich dort eintraf, spielte gerade die Musikkapelle von Assling einen schneidigen Marsch auf, aber nicht wegen mir, sondern weil die Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum feierte.
Ich dachte mir, ein würdiger Abschluss und nachdem morgen Sonntag ist und auch die Pilger Anrecht auf einen Ruhetag haben, wurde ich gütigerweise an der Römerstraße abgeholt.

Einige Nachbetrachtungen zu diesen vier Pilgertagen:
"Der Pilgerstab war mein treuer Begleiter (siehe auch einige Anmerkungen dazu).

Der Rucksack auf meinem Rücken wog zwischen 9 und 10 kg. Man hat allerhand mitzunehmen: Kleidung, Schuhe zum Wechseln, Regenschutz, Brillen, Erste-Hilfe-Set, Fotoapparat und einiges zum Trinken und Essen.

Was sah ich so alles auf dem Pilgerweg? Natürlich viele Kirchen, z.T. offene, andere entlegenere gesperrte. Bildstöcke und Kruzifixe waren auch gar einige am Wegrand zu sehen.

Herrliche Kulturlandschaften, viele Mais- und Kornfelder; nette, sympathische Leute, die grüßen und gegrüßt werden; Auto- und Motorradfahrer, welche auf kurz begangenen Landstraßen vorbeifuhren; Jogger, Radfahrer, Pferdegespann und Reiter auf Uferstraßen; Hunde und andere Kleintiere, die sich auf einem Hof wohlfühlen; Fische, Wildenten und Paddler in oder auf der Drau; Rehe, Wildhasen, Geier und andere Vogelarten, die sich bemerkbar machen; sämtliches Ungeziefer, welches auch lästig sein kann.

Wem ich bis heute noch nicht begegnet bin ist ein zweiter Jakobspilger durch Kärnten und Osttirol. Aber nachdem ich diese Pilgerwanderung heuer bis Innsbruck noch fortsetzen will, ist gut möglich, dass ich noch einen Jakobspilger antreffe.

Insgesamt war ich 31 1/2 Stunden unterwegs und habe ca. 118 km in 4 Tagen zurückgelegt; durchschnittlich sind das ca. 30 km pro Tag.


Montag, 18. Mai 2009

Fahrt nach Chioggia

Wie schon vor 2 Jahren (Kroatien) lud der AVS Wengen mit seinem Sektionsleiter Franz MOLING zu einer zweitägigen Fahrt nach CHIOGGIA (es muß nicht immer eine Berg-, es kann auch einmal eine Meeresfahrt sein!).

Abfahrt war am Samstag, den 16.05.09 um 5.30 Uhr in Wengen. Bis dorthin konnten Zilli und ich mit Elisabeth und Hermann MAIR AM TINKHOF fahren. Der immer verlässliche, umsichtige und gute Chauffeur Hubert fuhr mit dem Ladinia-Bus über den VALPAROLA-, FALZAREGO-Pass, CORTINA, über das CADORE, PONTE nelle ALPI, MESTRE nach GORINO FERRARESE.

Wir trafen im Bus bereits bekannte Gesichter und freuten uns auf die Fahrt mit ihnen. Franz begrüßte die 24 Teilnehmer in ladinischer und deutscher Sprache; auf der Rückfahrt verstanden dann alle schon bereits das Ladinische. Nur schade, dass seine Frau Mariedl nicht dabei sein konnte. Wir wünschen ihr auf diesem Wege gute Besserung.

In Gorino bestiegen wir das Schiff "Principessa" und es erfolgte eine vierstündige Schiffsfahrt auf dem PO-DELTA.

Ein gutes Fisch- bzw. Fleischgericht (für die Nichtfischesser!) wurde zu Mittag serviert und auch in Maßen Weißwein dazugetrunken. Das Wetter war ideal und wir hatten ein gute Aussicht auf das Po-Delta.
In diesem ausgedehnten Naturpark ist eine schützenswerte Harmonie zwischen Land und Wasser zu sehen. Wälder, Pinienhaine, Pappeln und Schilf säumen die Felder und weiten Wasserflächen der Lagunen. Der Deltapark ist das ideale Gebiet für eine Menge von Fischen und Wasservögeln (Kormorane u.a.m.). Hier haben die Menschen es verstanden, auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Naturschutz und Landwirtschaft hinzuarbeiten. Es ist auch als Weltnaturerbe von der UNESCO anerkannt.

Zurück ging es mit dem Bus bis nach CHIOGGIA (Klein-Venedig), wo der Aufenthalt in diesem romantischen Fischerstädchen bis 19.00 Uhr garantiert war. Dieses uralte Städtchen gehört zu den größten Fischereihäfen Italiens. In den engen Gassen Alt-Chioggias, den Calle, können sich die Nachbarn zwischen den gegenüberliegenden Fenstern fast die Hand reichen und ermöglicht dadurch auch eine rege Kommunikation.
Daneben bietet Chioggia kilometerlange, breite Strände mit feinem Sand, vor allem entlang der Strandpromenade des Stadtteils SOTTOMARINA, wo wir im Hotel "Sole" untergebracht waren.
Ein reichliches und gutes Abendessen erwartete uns dort und der obligate Verdauungsspaziergang durfte deshalb auch nicht fehlen. Einige verlockte es gar, in einer Strandbar das Tanzbein zu schwingen.
Am Sonntag, 17.05.09 fuhren wir nach dem Frühstück zeitig los über PADUA nach BASSANO del GRAPPA. Eine Führung erwartete uns dort und bei strahlendem Wetter erzählte sie uns allerhand Wissenswertes über diese italienische Stadt in der Provinz Vicenza - Venetien - mit ca. 40.000 Einwohnern, gelegen am Flusse Brenta. Archäologische Funde belegen eine Besiedelung bereits ab dem 2.Jh. Im Jahr 998 werden eine Burg und eine Pfarrkirche in Quellen erwähnt.
Touristisch interessant sind die zahlreichen Grappa-Destillerien. Der Name der Stadt hat jedoch nichts mit dem Tresterbrand zu tun, sondern kommt vom benachbarten Berg Monte Grappa, der im ersten Weltkrieg Schauplatz schwerer Kämpfe war. Für die Stadt ist darüber hinaus die keramische Industrie wirtschaftlich bedeutend.
Von den Sehenswürdigkeiten ist besonders die bereits im 13. Jahrhundert entstandene und mehrfach erneuerte Holzbrücke "Ponte degli Alpini", die über den Fluss Brenta führt. Daneben sind noch die gotische Kirche"San Francesco" und die Kirche "San Giovanni Battista" sehenswert.
Mit dem Bus ging es wieder weiter bis kurz vor BORGO, wo rechts die Abzweigung nach STRIGNO und SPERA war und über eine enge, teils steile und kurvenreiche Straße zum "Rifugio Crucolo - http://www.crucolo.it/" führte. Dort war für 13.00 Uhr das Mittagessen vorbestellt.
Der Name "Crucolo" hat mit dem Ort zu tun, an dem sie erbaut wurde, nämlich auf der Bergspitze. In den frühen 60er Jahren wurde diese Schutzhütte zum Gasthaus umgebaut und umfunktioniert. Man kann das ganze Jahr über, allein oder in Gesellschaft, Wurst- und Käsespezialitäten aus hauseigener Produktion und die traditionsreichsten Gerichte der Trentiner Küche verkosten. Dieses Restaurant kann nur empfohlen werden; es war ein Genuss, dort über zwei Stunden das köstliche Essen zu verspeisen! Eine Spezialität des Hauses ist der "Parampampoli", ein verdauungsanregender, heisser Umtrunk, der den Geist so richtig erwärmt.
Bevor man dieses einmalige Restaurant (Platz für ca. 250 Personen) verläßt, wird man von den Wirtsleuten in den mit Wein, Würsten und Käse gut gefüllten Keller geführt. Hier werden alle selbstgemachten Köstlichkeiten aufbewahrt und zur richtigen Reife gebracht, auch die "längste Wurst der Welt" und die "größte Käseform".

Die Rückfahrt führte uns wieder zurück nach Borgo, dann über die VALSUGANA auf die Autobahn nach TRIENT, BOZEN, VAHRN mit Ankunft in WENGEN um 19.30 Uhr.
Zwei herrliche Tage in froher und geselliger Runde gingen so zu Ende und wir waren froh, dass wir dabeisein durften.

Ein großes Dankeschön zum Abschluss noch an unseren sicheren Chauffeur Hubert und an den AVS Wengen, besonders an Franz für seine Organisation und seinen Einsatz.

Berg heil bzw. Wasser und Kultur heil!