Donnerstag, 19. September 2024

Wanderreise Kampanien


Aus der Ausschreibung der heurigen Wanderreise von unserem Wanderbegleiter JOSEF entnehme ich folgenden Text:

"Ein Weg vom Meer über die Berge zum Meer, im Herzen des byzantischen Cilento".

Einen Teil dieses Weges gehen wir auf dem PILGERWEG "San Nilo". Die Route beginnt in SAPRI und schlängelt sich hauptsächlich durch grüne Gebiete bis zu den Stränden von MARINA DI CASAL VELINO. Sie führt durch bezaubernde Dörfer inmitten der Natur des NATIONALPARKS CILENTO, gleichzeitig UNESCO-Welterbestätte. 
Die Route des "San Nilo" führt bergauf und bergab durch Buchen-, Steineichen- und Olivenwälder, mit malerischen, mittelalterlichen Siedlungen am Wegesrand. Die Dörfer des Cilento verdienenn es, besucht zu werden.
 
Organisator und Wanderbegleiter: Josef MITTERHOFER
 
Teilnehmer: Hubert mit Marianna, Reinhold mit Theresia, Herbert mit Bernadetta, Helga, Andrea, Monika, Rudi, Christian, Paul
 
Samstag, 07.09.24: ANREISETAG
Abfahrt in Olang um 6.00 Uhr mit Südtirol Mobil des Christoph mit Zustiegen in Percha, Bruneck und Klausen. Die Fahrt geht nach VERONA zum Flughafen mit Abflug um 12.00 Uhr (Ryanair) nach NEAPEL, Flugdauer ca. 1 Stunde. 
Dort geht die Fahrt mit Taxi weiter nach SAPRI (ca. 200 km). Dieser kleine Ort am schönen Golf von POLICASTRO, kurz vor der Grenze zur Region Basilikata, ist bei Tauchern und Schnorchlern für seine Kieselstrände bekannt und ein paar unserer Gruppe haben den Sprung ins warme Meerwasser gewagt.
Hinter dem Ort erheben sich die grünen Berge des Nationalparks Cilento.
Der Check-in im Hotel "Tirreno" erfolgt am Nachmittag und vor dem Abendessen geht sich noch ein Besuch der Strandbar aus. 
Gleich am ersten Tag gibt es am Strand ein Chörefestival mit verschiedenen Chören aus der Umgebung, teils mit guten und weniger guten Auftritten.
Bettruhe ist um 24.00 Uhr angesagt.

 

Sonntag, 08.09.2024: SAPRI - TORRACA
SAPRI hat ca. 6.400 Einwohner, ist eine Küstenstadt in der Provinz Salerno im Süden der Cilentoküste und der Ausgangspunkt für den Pilgerweg "San Nilo".
Wir beginnen unsere Wanderung, unter der Führung von JOSEF, nach dem Frühstück und schlendern durch die Straßen der Stadt, kehren in die Pfarrkirche ein und nachdem heute Sonntag ist, stimmen wir das Lied "Großer Gott wir loben dich" an. 
Wir nehmen den Weg der nach TORRACA führt und genießen das spektakuläre Panorama unter sengender Hitze. Wir gehen durch Laubwald und erreichen den "Rifugio Mancosa", wo eine ausgiebige Essens- und Trinkpause angesagt ist. 
Ein Ab- und Wiederanstieg steht uns bevor, bis wir zu einer Bar in der Piazza Torraca gelangen, wo Musik, Gesang und Tanz uns zu einer Bierpause einladen. Anschließend geht es ins Kloster "Sant' Antonio" zu unserer Unterkunft. Wir treffen dort zeitlich um 14.30 Uhr ein und werden von Frau Palma sehr freundlich begrüßt und aufgenommen. 
Nach dem reichlichen und ausgezeichneten Abendessen geht es zur Kirche in Torraca. Nachdem heute ein Marienfeiertag - Maria Geburt - und hier hoher kirchlicher Feiertag ist, findet anschließend an die Abendmesse eine Prozession mit Statuen und musikalischer Begleitung statt. Der Andrang ist nicht sehr groß, aber trotzdem sind Böllerschüsse zu hören und in der Abenddämmerung erstrahlt der Himmel in leuchtenden Farben, ein großes Feuerwerk ist der Grund dafür. Auf dem Hauptplatz ist Feststimmung angesagt, bei der wir nicht fehlen dürfen. 
Gegen Mitternacht begeben wir uns zu unserem Kloster zur Bettruhe.
800 m Aufstieg - 350 m Abstieg - Höchster Punkt 600 m - 12,5 km - 3 3/4 St. 

 

Montag, 09.09.2024: TORRACA - CASALETTO SPARTANO
Regen ist angesagt, deswegen fällt die heutige Wanderung nach CASALETTO SPARTANO ins Wasser.
Nach dem reichhaltigen Frühstück, aufgetischt von Frau Palma, hat uns Josef ein Alternativprogramm präsentiert und zwar die Besichtigung des Schlosses in TORRACA mit der einheimischen Führung durch Herrn Enzo.
Das Baronialschloss in Torraca steht auf einem Felsvorsprung und ist im 16. Jahrhundert erbaut worden. Heute ist es kommunales Eigentum und beherbergt zur Zeit eine künstlicherische Ausstellung. Anfangs gehörte es der berühmten Familie Palamolla, deren Wappen am Eingang zu finden ist. Im Jahre 1852 besuchte König Ferdinand II. dieses Schloss. Weitere Einzelheiten möchte ich hier nicht mehr wiedergeben, vielleicht auch, weil sie mir nicht mehr in Erinnerung geblieben sind.
Um 14.00 Uhr fahren wir mit dem Linienbus CASALETTO SPARTANO und erreichen nach halbstündiger Fahrtzeit unser heutiges Quartier "Rio Casaletto". 
Nachdem es noch immer regnet, ruhen wir uns kurz aus und gehen anschließend noch zu den Wasserfällen "Capelli Veneri" in unmittelbarer Nähe, einem Juvel des Nationalparks Cilento. Diese werden vom Fluss Bussentino gebildet und gehören zu den schönsten Wasserfällen Kampaniens. Die Wasserkaskaden haben natürliche Schwimmbecken im Flussbett geschaffen, wo man auch schwimmen könnte, wenn das Wasser nicht zu kalt ist.
Wir beschreiten auch noch den "Sentiero Tufara" für 1,5 km, der entlang des Bussentino-Bachs verläuft und mit zahlreichen Informationstafeln ausgestattet ist.
Nach dem Abendessen findet ein napolitanisches Zwiegespräch zwischen Reinhold und Rudolf statt und  wir lauschen alle gespannt und interessiert zu, unter Beanspruchung unserer Lachmuskeln. 
Es folgt noch eine kurze Besprechung des Folgetages und anschließend sind wir noch bei Herbert zu einem Verdauungsschnaps eingeladen.
 

 

Dienstag, 10.09.2024: CASELETTO SPARTANO - CASELLE IN PITTARI
Start um 8.30 Uhr bei leichtem Nieselregen.
Wir folgen wieder unserem Wanderbegleiter Josef, der uns aufmerksam macht auf die Rutschgefahr. Ein ständiges Auf und Ab ist an diesem Tage angesagt, doch das Wetter bessert sich und um die Mittagszeit erreichen wir MORIGERATI, wo uns Christian, nachdem er heuer das erste Mal dabei ist, zu einem Nudelgericht einlädt.
Gleich nach Morigerati passieren wir die Grotte del Bussento und erreichen nach ca. 12 km eine Anhöhe von ca. 600 m, worauf leicht abgelegen das Heiligtum "San Michele" steht. In der Felsenkirche wird ein Marienlied angestimmt. Das Heiligtum besteht aus zwei verschiedenen Höhlen an der Felswand des Monte Pittari: die Höhle von San Michele und die Höhle des Engels. Noch heute wird das Patronatsfest am 8. Mai und am 29. September mit Prozessionen gefeiert.
Jetzt geht es nur noch abwärts über Steinstufen, immer noch auf dem Pilgerweg San Nilo gehend, zur Unterkunft in CASELLE IN PITTARI. Dieser Ort hat ca. 1.850 Einwohner, gehört auch zur Provinz Salerno in der Region Kampanien und liegt im Nationalpark Cilento.
Zur Osteria "Tancredi" im Zentrum von Pittari werden wir von der Unterkunftsfamilie mit ihren Autos gefahren, da sie etwas ausserhalb liegt und wir schon einen anstrengenden Tag hinter uns haben.
Ein vorzügliches Abendessen in einem rustikalen Ambiente wird uns serviert, mit typischen einheimischen Produkten und einem passenden Wein dazu.
Unter den lustigen Wanderern werden noch Pustertaler und Eisacktaler Dialekt- und Schriftwörter ausgetauscht, in der Hoffnung, dass man sich die kommenden Jahre besser versteht!
Nach dem schmackhaften Abendessen werden wir gütigerweise wieder abgeholt.
1.000 m Auf- u.Abstieg - Höchster Punkt 610 m - 16,5 km - 6 St.

 
Mittwoch, 11.09.2024: CASELLE IN PITTARI - ROFRANO
Start um 8.30 Uhr nach dem Frühstück, bei herrlichem Wetter.
Die anstehende Etappe des Cammino di San Nilo verbindet CASELLE IN PITTARI mit dem Dorf ROFRANO und folgt dem Weg, den die Pilger seit jeher gegangen sind, um den Monte Sacro zu erreichen. Die Strecke führt durch die dichten Wälder des Monte Centaurino, ist zuerst asphaltiert, später wandernd auf Schotterwegen und Steigen. Gleich wie gestern, sehen wir auch heute zahlreiche Wildschweinspuren, bekommen aber leider keine Wildschweine vor die Linse.
Im Schatten der Laubbäume ist eine kurze Mittagsrast angesagt, bevor der Weg weitergeht nach ROFRANO. Wir erreichen diesen Ort gegen 14.00 Uhr und stillen den Durst in einer Bar im Zentrum.
Nachher gehen wir noch den Weg zu unserer Unterkunft "Il Convivio", etwas ausserhalb des Ortes.
Wir verabschieden uns dort noch von unserem Mitpilger Rudolf, der von Neapel aus zurück nach Bergamo fliegt.
Rofrano ist eine süditalienische Gemeinde mit ca. 1.300 Einwohnern in der Provinz Salerno im Cilento und liegt auf einer Höhe von 450 m über dem Meer.
Das Abendessen wird uns in der Unterkunft "Il Convivio" serviert und nachher begeben wir uns gleich in unsere Zimmer, steht uns doch morgen der strengste Tag unserer Wanderwoche bevor.
700 m Aufstieg - 600 m Abstieg - Höchster Punkt 760 m - 20 km - 5 1/2 St.


Donnerstag, 12.09.2024: ROFRANO - VALLE DELLA LUCANIA
Nach dem Frühstück verlassen wir heute den Pilgerweg "San Nilo" und gehen auf den Heiligen Berg Gelbison auf 1.705 m, einer der höchsten Berge im Cilento. Er wird auch Monte Sacro genannt und dort oben befindet sich das Sanktuarium Maria Santissima in NOVI VELA. Die heutige Kirche stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde auf vorherigen Kultbauten errichtet.
Ein Taxi erspart uns einige Kilometer an Asphalt und wir nehmen den Weg "Santuario Monte", der abwechselnd steil ist, teils durch Dornensträucher und dann wieder angenhm in Serpentinen durch Laubwald, zu unserem angestrebten Ziel, dem Kloster führt.
Oben angekommen beglückwünschen wir uns und Herbert reicht uns ein verdientes Schnapsl. 
Wir gehen anschließend in die Kirche und singen als Dank ein Marienlied.
Ein Nudelgericht im angrenzenden Restaurant "Zio Michele", nach diesem langen Anstieg, ist uns gegönnt, bevor wir den Abstieg über steinigen Untergrund in Angriff nehmen.
In NOVI VELIA wird noch ein kurzer Zwischenstop eingelegt, bevor wir unser Hotel "Ruggiero" in VALLE DELA LUCANIA erreichen. 
Unterhaltsame Gespräche gibt es fast jeden Abend und auch während der Wanderungen hat man sich allerhand zu erzählen.
Was noch aufgefallen ist, dass verschiedene Wanderuhren geringe unterschiedliche Weglängen angeben.  Ich habe daher ab und zu einen Mittelwert ermittelt.
1.350 m im Auf- u.Abstieg - Höchster Punkt 1.705 m - 20 km - 6 3/4 St. 

Der Fotograf ist leider nicht im Bild


Freitag, 13.09.2024: VALLE DELLA LUCANIA - MARINA DI CASAL VELINO
Wie alle Tage zuvor, Start nach dem Frühstück, bei ganz leichtem Nieselregen.
Asphalt ist am heutigen Tag der häufigste Untergrund, auch teils der Straße entlang. Es ist dies der Weg um wieder zum Meer zu gelangen. Die Strecke ist nicht anspruchsvoll, wenige Höhenmeter und geringe Abstiege fallen an diesem Tage an.
Beim letzten Mittagessen im Freien wird uns ein Arbeitermenü empfohlen.
Nach der Mittagspause ist es nicht mehr weit zu unserer Unterkunft "Zio Cristoforo" in CASAL VELINO. Die letzte Bleibe liegt etwas ausserhalb des Ortskernes, der 170 m über und nahe am Meer liegt. Die Gemeinde hat 5.340 Einwohner und liegt in der Provinz Salerno.
150 m Anstieg - 600 m Abstieg - 18 km - 5 St.
 
Zusammenfassung: 4.000 m Anstieg - 3.900 m Abstieg - 90 km Wegstrecke - 28 St.
 
Was mir bei dieser Pilgerwanderung noch aufgefallen ist, Hunde sind bei fast jedem Haus anzutreffen und auch sonst streunen sie umher. Einer hat uns sogar eine Tagesetappe lang begleitet und auch am nächsten Morgen hat er auf uns gewartet.
Die Wanderung im Naturpark Cilento in der Provinz Salerno - Region Kampanien - gefällt uns im Großen und Ganzen gut, der Pilgerweg San Nilo ist gut markiert, abseits hat man oftmals Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden.
Auch die Sauberkeit ist unterschiedlich, im Landesinneren trifft man auf ziemlich Müll.
Die Landschaft ist ganz anders als bei uns, hügelig, viel Laubwald, dann wieder Sträucher und Kakturgewächse, viel Obst und Gemüse (zum Teil noch zu ernten) und Dörfer, die alle auf Hügeln angesiedelt sind. 
Das Essen schmeckt uns gut und ist auch kostengünstig, die Getränke im Landesinneren sind aussergewöhnlich billig, auch zu unserem Vorteil.
 


Samstag, 14.09.2024: Rückflug
Bereits um 6.15 Uhr werden wir bei unserer Unterkunft abgeholt und nach zweistündiger Fahrt erreichen wir den Flughafen von NEAPEL.
Pünktlicher Abflug um 9.50 Uhr mit Ryanair und Landung um 11.00 Uhr in VERONA.
Mit Bus "Südtirol Mobil" - Fahrer Reinhold - werden wir abgeholt und nach einem Zwischenstopp auf der Autobahnraststätte "Laimburg" sind die letzten müden Wanderer um 15.30 Uhr in Olang angekommen.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle unserem Wanderbegleiter Josef für die perfekte Organisation dieser Reise. Er strahlt immer eine Ruhe aus und zeigt uns den richtigen Weg und wir folgen ihm auf Schritt und Tritt.
Einige Notizen dieser Beschreibung habe ich seiner Ausschreibung entnommen. Dafür danke ich ihm.
 
Auch der Wandergruppe ein Kompliment für die Pünktlichkeit, die Harmonie, Geselligkeit und auch Gehtüchtigkeit.


Donnerstag, 11. Juli 2024

Zwa "Ualinga" afn PERLENWEG


 
Montag, 17.06.2024 - KARDAUN - TIERS

Reinhold und ich wollten schon voriges Jahr den "PERLENWEG" in Angriff nehmen, es kam aber leider nicht dazu. Dafür klappt es heuer.
 
Mit dem Zug fahren wir um 6.15 Uhr in Olang ab und besteigen in Bozen den Bus nach KARDAUN. Dort starten wir um 8.45 Uhr unsere Wanderung auf dem Perlenweg.
Bei herrlichem Wetter nehmen wir den Weg Nr. 1 - Rittersteig - über KARNEID nach STEINEGG, teils steil aufwärts, aber immer im Schatten gehend. In Steinegg legen wir eine kurze Pause ein und erblicken bereits von der Ferne die ERDPYRAMIDEN, die wir auch fotografisch festhalten.
Ins Tierser Tal geht es über den Weg Nr. 2 steil abwärts nach BREIEN. 
Ich weiß nicht, macht es das Alter, dass es abwärts wie auch aufwärts immer steiler und die Täler immer länger werden!
Da die Unterkunft im GASTHOF "EDELWEISS" in ST. ZYPRIAN gebucht ist, gehen wir unterhalb des Hauptortes TIERS am Rosengarten vorbei und biegen dann links ab und erreichen um 16.30 Uhr müde unser erstes Etappenziel.
Wir beziehen das Zimmer im obgenannten Gasthof und genießen abends das vorzügliche Menü.
Anschließend ist Bettruhe angesagt.
 
Wir erkunden uns bereits unterwegs von wo der Name "Perlenweg" kommt, aber wir bekommen keine Auskunft. Nur der Chef unseres Gasthofes, wo schon einige Wanderer eingekehrt sind, kann uns dazu  folgendes berichten: die Orte die man auf diesem Weg passiert und der schon ca. 15 Jahre existiert, kann man als Perlen bezeichnen. Unsere Vermutung der Namensgebung, zum Spaß, ist natürlich falsch, ich kann sie auch aus gewissen Gründen hier nicht niederschreiben! 

Aufstieg: 1.350 m - Abstieg: 570 m - 18 km - 6 1/2 St. reine Gehzeit


Auch eine Ringelnatter genießt hier die Sonne

 

Dienstag, 18.06.2024: TIERS - OBEREGGEN

Das Tierser Tal ist ein Seitental des unteren Eisacktals und wird im Norden von den Bergen der Schlerngruppe und im östlichen Talschluss und im Süden von der Rosengartengruppe begrenzt. Die Gemeinde TIERS hat ca. 1.000 Einwohner; taleinwärts liegt die Fraktion ST. ZYPRIAN und darüber die kleine Siedlung WEISSLAHNBAD, talauswärts gelangt man nach BREIEN.

Nach dem ausgiebigen Frühstück starten wir um 8.30 Uhr beim Gasthof Edelweiss und kehren zurück auf Weg Nr. 2. Er führt bis nach ST. ZYPRIAN und von dort über die Wege Nr. 7 und Nr. 1A in Richtung NIGERPASS auf 1.690 m. Nach der Passhöhe gehen wir auf Steig Nr. 1A Richtung neuer und vieldiskutierter Seilbahn und kehren in der FROMMER ALM zum Mittagessen ein. Dort beschließen Reinhold und ich den Weg nach OBEREGGEN fortzusetzen und lassen den KARER PASS links liegen.
Der Perlenweg setzt sich fort auf Steig Nr. 16 Richtung Hotel MOSERALM und zu einem Hotspot dieser Wanderung, dem KARERSEE. Auch wir machen gar einige Fotos von diesem Naturdenkmal und stellen fest, dass der See heuer gut gefüllt und in prächtigen Farben strahlt. Die Ortschaft KARERSEE gehört zur Gemeinde Welschnofen und wird im Nordosten vom Rosengarten und im Südosten vom Latemar überragt.
Am Ende des Seees treffen wir auf das Hinweisschild OBEREGGEN, markierter Weg Nr. 8 mit ca. 2 Stunden Gehzeit. In der Ausschreibung ist er als Tempelweg gekennzeichnet und geht bis zur Abzweigung mit der Markierung Nr. 9, welcher zu unserem Etappenziel führt, das wir um 16.15 Uhr erreichen.
Mit Bus und Zug geht es nach diesen zwei Etappen heimwärts; die restlichen zwei werden wir zu gegebener Zeit angehen.
 
Aufstieg: 1.050 m - Abstieg: 400 m - 21 km - 6 1/4 St.

 

Dienstag, 09.07.2024: OBEREGGEN - DEUTSCHNOFEN
 
Reinhold und ich fahren wieder um 6.15 Uhr mit dem Zug in Olang ab, besteigen in Bozen den Bus nach OBEREGGEN. 
Um 10.25 Uhr beginnen wir unsere Wanderung und setzen den PERLENWEG fort. Aufsteigend auf Weg Nr. 9 gelangen wir zur neuen EPICHER-LANER-HÜTTE, queren das REITERJOCH und erreichen um die Mittagszeit den LAVAZE` PASS auf 1.808 m. In der AGRITUR-ALM "DAIANO" stärken wir uns und haben den Blick auf das Schwarz- und Weißhorn in den Fleimstaler Alpen.
Unter dem Weißhorn führt der Weg Nr. 2, vorbei an der AUERLEGER ALM, zur NEUHÜTT ALM. Eine Durstpause ist wieder angesagt, bevor es auf dem markiertem Weg Nr. 1 weitergeht nach DEUTSCHNOFEN, wo wir um 18.30 Uhr eintreffen. 
Dies ist eine lange Etappe, nicht sonderlich streng, aber verlangt trotzdem eine ausreichende Kondition. Der Wegverlauf ist auch recht unterschiedlich: zwischen Steig, Waldweg, Schotter- und Asphaltstraße ist Abwechslung reichlich vorhanden.
Im Gasthof "Stern" finden wir für diese Nacht eine Unterkunft und genießen dort auch das Abendessen.

Die Gemeinde DEUTSCHNOFEN befindet sich auf dem Hochplateau des Regglbergs, hat ca. 4.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 112 km².  Rundherum kann man die Bergmassive von Schlern, Rosengarten und Latemar bewundern. 
Das Gemeindegebiet besteht aus vier kleinen Ortschaften, dem Hauptort selbst sowie Eggen, Obereggen mit seinem Skigebiet und Petersberg. Von dort erreicht man auch den Wallfahrtsort Maria Weißenstein. 
 
Aufstieg: 750 m - Abstieg: 950 m - 25 km - 6 1/2 St.
 


Mittwoch, 10.07.2024: DEUTSCHNOFEN - KOHLERN

Nach dem Frühstück starten wir um 8.45 Uhr vom GASTHOF "STERN" und wählen eine lohnendere Variante für die Rückkehr nach Bozen, in Abweichung des Perlenweges. 
Wir wandern nach KOHLERN und zwar über markierten Weg Nr. 1 - gleichzeitig auch "Europäischer Fernwanderweg" - vorbei am Gasthof Wölfl,  zum "TOTEN MOOS". Dort werden einige Fotos gemacht und als Zugabe gehen wir über Weg Nr. 5B auf den höchste Punkt der Gemeinde Bozen, den TITSCHEN auf 1.600 m.
 
Während der nationalsozialistischen Besatzungszeit Südtirols im Rahmen der sog. "Operationszone Alpenvorland" (September 1943 bis Mai 1945) hat die deutsche Wehrmacht hier am Titschen oberhalb von Kohlern auf ca. 1.600 m Meereshöhe Flak-Geschütze als Abwehrkanonen in Stellung gebracht. Noch heute sind die Reste der Geschützstellungen und der Unterkünfte sichtbar (dies ist auf einer Anzeigetafel in diesem Gebiet zu lesen).
 
Vom TITSCHEN steigen wir ab zum GASTHOF "SCHNEIDERWIESEN" und genießen unser letztes Mittagessen auf diesem Wanderweg.
Für den Abstieg zur Bergstation der Kohlerabahn benötigen wir noch 1/2 Stunde Gehzeit und fahren dann mit der Bahn talwärts nach BOZEN.
Mit dem Zug geht es wieder heimwärts; wir erreichen Olang um 17.45 Uhr. 
 
Aufstieg: 450 m - Abstieg: 700 m - 14 km - 4 1/4 St. 
Zusammenfassung - Aufstieg: 3.600 m - Abstieg: 2.620 m - Strecke: 78 km - Gehzeit: 23 1/2 St.
 
Ich danke dir Reinhold für das Mitgehen und die Kameradschaft während dieser 4 Wandertage. Auf ein nächstes Mal! 
 
Pfarrkirche Deutschnofen