Sonntag, 20. Oktober 2019

Ligurien und Còte d'Azur - Wanderungen

Der AVS - Sektion Bruneck - organisiert heuer wiederum eine Fahrt an die WESTLIGURISCHE KÜSTE und COTE D'AZUR.
Daniel hat mich zu dieser Fahrt angemeldet.
Die Organisation liegt in den bewährten Händen von Frau Christl Felder Mair.


Dienstag, 08.10.19: ANREISETAG
Bereits um 4.30 Uhr holt uns Dietmar, der Chauffeur des Reiseunternehmens "Taferner", gütigerweise am Bahnhof in Olang ab; die meisten Teilnehmer steigen in Bruneck zu. Insgesamt besteht die Wandergruppe aus 52 Personen, die Christl im Bus herzlich willkomen heißt und kurz das Programm vorstellt.

Nach zwei Zwischenstops gelangen wir um die Mittagszeit nach GENUA und besichtigen dort das AQUARIUM.

Das Aquarium von Genua weist mit 71 Becken, über 15.000 Tieren und 400 Arten, die größte Schau biologischer Vielfalt des
Lebensraumes Wasser in Europa auf und beeindruckt zudem durch seine Lage mit Blick auf den Golf von Genua.
Eingeweiht wird das Aquarium 1992 und hat eine Größe von 27.000 m². Es ermöglicht den Besuchern einen Spaziergang zwischen den Weltmeeren, bei dem man unter anderem Delfine, Haie, Pinguine, Rundschwanzseekühe und Tiere der Antarktis bewundern kann. Auch Quallen, tropische Fische, Robben und viele Tiere sind in einem natürlichen Lebensraum zu sehen.
Hervorragend ist die Rekonstruktion der natürlichen Umgebung
auch bei Reptilien, Amphibien und im Allgemeinen bei Tieren der Wälder mit Flüssen und Süßwassergewässern.

Nach der Besichtigung des einmaligen Aquariums haben wir noch Zeit für eine kurze Mittagspause, bevor es dann weitergeht, der Küstenstraße entlang, zur Blumenstadt SANREMO, wo wir im ***Hotel "Lolli Palace" unsere Unterkunft beziehen.
Vor dem Abendessen werden wir mit einem Aperitiv begrüßt und begeben uns anschließend noch in die Stadt zum Spielcasino (Besichtigung von Aussen) und zum Aristonkino, wo alljährlich der
Songkontest stattfindet. Auf dem Weg dorthin sehen wir auf der Straße in der Fußgängerzone eingravierte Schilder der Sieger dieses Wettbewerbes mit dem entsprechenden Lied, ab dem Jahre 1951.


Mittwoch, 09.10.19: VARIGOTTI - NOLI
Abfahrt mit dem Bus nach dem Frühstück um 8.30 Uhr.
Zwei einheimische Wanderführerinnen, Frau Simona und Frau Angela, begleiten uns bereits im Bus nach Varigotti und erzählen uns allerhand Wissenswertes von Westligurien.
Durch einen Unfall auf der Küstenstraße verzögert sich die Fahrt und wir beginnen unsere erste Wanderung um 11.00 Uhr.

Das Dorf Varigotti befindet sich in der Provinz Savona, hat eine Fläche von 22 km² mit ca. 850 Einwohnern und liegt direkt am Meer. Diese ligurische Küstenortschaft ladet ein zu einem
erholsamen Urlaub bei sauberem Wasser und Strand.

Der erste Teil des Weges ist etwas steil und der Sonne ausgesetzt. Bei der Kirche zum "San Lorenzo", die nur an Sonntagen geöffnet ist, machen wir die erste kurze Rast. Vorbei an der Gedenkstätte der Meerestoten mit herrlichem Blick auf den Hafen der "Saraceni", geht es weiter aufwärts durch duftende Macchia zur "Punta Crena", wo Mittagsrast angesagt ist. Dort oben hat man  eine wunderbare Aussicht, bei herrlichem Wetter, auf die Küste und das ligurische Meer.
Jetzt geht es nur mehr abwärts zur "Grotta dei Falsari", ein lohnenswerter Abstecher. Man sieht eine aus dem Karst gewaschene Höhle mit Meeresblick, die wohl früher auch Wohnstätte war. Alle betätigen ihre Handys oder Fotoapparate und machen Selfies oder Aufnahmen von und aus dieser Höhle. Lois ist dabei ein gefragter Mann. 4 Fotos in diesem Bericht sind auch von ihm.
Nach Noli ist es nicht mehr weit und der Durst wird in einer Bar gestillt. Hons Willeit packt sein "Örgile" aus, spielt auf und wir singen dazu.


Noli ist eine Gemeinde mit 2.700 Einwohnern, einer Fläche von 9,60 km² und ist Mitglied der Vereinigung "I borghi più belli d'Italia". Das mittelalterliche Dorf ist von der Landseite aus nur durch ein schmales Tal erreichbar.

In Sanremo angekommen (ca. 18.00 Uhr), gehen wir vor dem Abendessen noch in eine Bar zum Aperitiv, wo uns zum Getränk reichlich "Häppchen" serviert werden.
Teils noch in Wanderbekleidung, gehen wir nach dem Essen in den "Weißen Saal" zum Tirolerabend! Hons spielt wiederum auf, die Karter sitzen etwas abseits.
400 m Auf- u.Abstieg - 7 km - 3 1/4 St. reine Gehzeit


Donnerstag, 10.10.19: FANGHETTO - BREIL
Abfahrt wie gestern um 8.30 Uhr mit unserem bewährten Chauffeur Dietmar.
In Fanghetto ist der Start unserer Wanderung. Nur mehr wenige Einwohner sind in diesem Dorf anzutreffen.

Wir verlassen die Staatsstraße, die nach Colle di Tenda führt, zweigen rechts ab und gehen über eine schmale Steinbrücke, die den Fluß Roya überquert. Auch unsere beiden Wanderführerinnen sind wieder dabei und erzählen uns unterwegs wieder Interessantes aus der Umgebung. Durch schattenspendende Kiefern und Olivenbäume gelangen wir über einen gut angelegten Steig nach etwa 1/2 Stunde Gehzeit auf die Französische Grenze im Roya-Tal.

Zwischen herbstlich gefärbten Sträuchern geht es gemächlichen Schrittes aufwärts zum Dorf Borgogni, wo Mittagspause angesagt ist und in einer nicht ganz legalen Bar erhalten wir trotzdem unsere gewünschten Getränke, ausser Wein.

Es geht weiter durch das enge Roya-Tal, wo nur die Straße und 2 Eisenbahntrassen sich durchschlängeln, nach Breil. 

Breil-sur-Roya ist eine französische Gemeinde auf 350 m Höhe am Fluß Roya, nahe der Grenze zu Italien und rund 20 km von der Küste des Mittelmeeres entfernt. Die Fläche dieses Dorfes beträgt 81 km² und hat 2.200 Einwohner.
Der Fluß Roya ist hier für die Gewinnung von Elektrizität aufgestaut und bildet auf der Westseite des Ortes einen kleinen See.

Mit dem Bus geht es wieder zurück nach Sanremo und in der
gleichen Bar wie gestern lassen wir unseren Tag bei Spiel und Gesang ausklingen. Ich berichte natürlich immer nur von den Begebenheiten wo ich dabei bin; die anderen kenne ich nicht so genau.
Mit Marschmusik, gespielt auf der Zieharmonika von Hons, wird in das Hotel "Lolli Palace" zum Abendessen einmarschiert.
520 m Aufstieg - 440 m Abstieg - 10 km - 4 St.


Freitag, 11.10.19: MONACO - MENTON
Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit, größtenteils der Küste entlang, erreichen wir das Fürstentum Monaco. 
Frau Simona begleitet uns wieder und führt uns durch das Fürstentum.

MONACO ist ein winziger, unabhängiger Stadtstaat an der französischen Mittelmeerküste (Cote d'Azur), nahe der Grenze zu Italien, der für seine luxuriösen Casinos, Jachthäfen, Gärten und den prestigeträchtigen Großen Preis von Monaco in der Formel 1, im Stadtbezirk Monte-Carlo, bekannt ist. Wir sind einen Teil dieses Parkourses mit dem Bus abgefahren, beim Rennen selbst
müssen gewisse Straßenabschnitte teilweise umgestaltet werden.
Monaco war ein antiker Handelsplatz der Phönizier und später der Griechen, heute ist es vornehmlich bei den Reichen der Welt als Wohnsitz begehrt, da weder Einkommen- noch Erbschaftssteuer erhoben werden.
Der südeuropäische Stadtstaat ist nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Erde mit einer Fläche von knapp 203 Hektar und einer Einwohnerzahl von ca. 39.000 (Monegassen), mit der höchsten Bevölkerungsdichte aller Staaten. Die einheimische
Bevölkerung stellt einen geringen Anteil dar, nämlich knapp 1/4 der Wohnbevölkerung. Somit ist Monaco ein Einwanderungsland und weist einen der höchsten Anteile an Ausländern aller Staaten auf.
Die Amtssprache ist Französisch und das Monegassische ein romanischer Dialekt, doch wird auch viel Italienisch und Englisch gesprochen.

Die Altstadt von Monaco liegt auf dem Fürstenfelsen mit dem Fürstenpalast und den engen Gassen mit zahlreichen Gaststätten und Souvenierläden. Der Palast ist der Privatwohnsitz der Grimaldis, der teilweise auch besichtigt werden kann. Vom 13. Jahrhundert an ist die Geschichte des Staates Monaco eng mit der Familie Grimaldi aus Genua verbunden. Aktuell regierender Fürst ist Albert II. 
Die Kathedrale Notre-Dame-Immaculeè, die wir auch besichtigen, ist die Hauptkirche des Fürstentums und Grabeskirche des Geschlechts der Grimaldi und befindet sich nur unweit des Fürstenpalastes. 
 
Einige unserer Teilnehmer haben den Fürstenpalast besichtigt, andere sind in ein nahegelegenes Casino gegangen, nur aus Neugierde, nicht zum Spielen. In Monaco gibt es 4 Casinos, in ganz Italien deren 5.
Um die Mittagszeit findet auch die Wachablöse am Fürstenpalast statt, ein Fotomotiv für viele Touristen.

Nach dem Mittagessen fahren wir weiter nach MENTON, eine Stadt an der Cote d'Azur (29.000 Einwohner), bekannt durch seine Strände, Gärten und den Zitronenanbau (Symbol der Stadt). Wir besichtigen die Altstadt und halten uns nur kurz auf, bevor wir wieder über die Grenze fahren, Ventimiglia, die erste Ortschaft in Italien erreichen und zurückkehren zur Blumenstadt und zu unserem Hotel.



Samstag, 12.10.19: BORDIGHERA - SASSO
Wiederum sind wir in der Früh mit dem Bus unterwegs und nach einer knappen Stunde Fahrzeit, der Küstenstraße entlang, erreichen wir die Palmenstadt Bordighera, auch Heimatort unserer Wanderführerin Simona und Trainingszentrum des Sextner Tennisstars Jannik Sinner.
Wir besichtigen die Pfarrkirche "Santa Maria Maddalena" und singen dort das Lied "Großer Gott wir loben dich", bevor wir die Wanderung in Angriff nehmen.

Bordighera ist ein Ferien- und Badeort mit ca. 10.500 Einwohnern. Die Stadt gliedert sich in zwei Stadtteile, die Altstadt und den neueren Teil aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dieser Ort hat ein besonderes Mikroklima mit milderen Sommern und wärmeren Wintern und besitzt eine reichhaltige mediterrane Flora mit vielen Palmen, Oliven-,  Zitronen-, Apfelsinen- und Eukaliptusbäumen, sowie Myrten, Mimosen, Agaven, Oleander und Kakteen. Berühmte Persönlichkeiten, wie der englische Schriftsteller Charles Dickens und der französische Maler Claude Monet, sind begeistert von diesem Ort nahe der Französischen Grenze.

Ich kann hier nicht alles niederschreiben was uns die bestens informierte, auch während der vergangenen Tage mit ihren Ausführungen imponierende Wanderbegleiterin Simona gesagt hat, dies würde den Rahmen sprengen und ich bin auch ausserstande, alles zu merken. Gewisse Informationen entnehme ich auch dem Internet.

Wir starten nun unsere Wanderung durch Pinienwald am "Beodo" entlang, einem alten Kanal, der die Stadt früher mit Wasser versorgte. Der Weg verläuft mitten durch üppige Palmenhaine und gleicht fast einer exotischen Landschaft, die heute noch wie im fernen Jahr 1884 unverändert geblieben ist. Am Ende dieses Anstieges erreichen wir die mittelalterliche Ortschaft Sasso, welche der "Balkon der Küste" genannt wird. Auf der Terrasse einer Bar, mit Sicht nach Monaco, spendiert Christl einen Aperitiv, bevor es mit dem Bus weitergeht Richtung Dolceacqua, wo für uns im Restaurtant "Rio del Mulino" ein 12-Gänge-Menü mit einem verdauungsfördernden Getränk aufgetischt wird, das ausgezeichnet schmeckt. Christl bedankt sich beim Koch und gleichzeitigen Restaurantbesitzer für das gute Essen und mit Musik und großen Applaus werden auch unsere 2 netten, kundigen und sehr geschätzten Wanderbegleiterinnen Simona und Angela
verabschiedet. Sie haben uns mit reichlicher Information in diesen 4 Tagen beglückt.

Mit dem Bus geht es wieder weiter nach Dolceacqua, eine Gemeinde mit ca. 2.100 Einwohnern. Das Dorf wird überragt mit dem "Castello dei Doria". Eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit ist der "Ponte Vecchio", eine Brücke, die, obwohl schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, in einem einzigen Bogen von 30 m den Fluss Nervia überspannt. An der Ostseite des Flusses Nervia befindet sich der mittelalterliche Teil des Dorfes mit labyrinthartigen, engen, malerischen Gassen.
In der Umgebung von Dolceacqua wird auch der einzig nennenswerte DOC-Wein Liguriens angebaut, der Rossese.

 Nach Sanremo, der Küste entlang, ist es nicht mehr weit und auf der Dachterrasse unseres Hotels wird noch ein Schnäpschen von Sabine verkostet, natürlich bei Musik und Gesang.
Auch nach dem Abendessen nimmt der Tag dort oben seinen Ausklang und alle sind voll des Lobes für diese wunderbare Zeit in Ligurien und an der Còte d'Azur, immer bei schönstem Wetter.
200 m Aufstieg - 9 km - 3 St.


Sonntag, 13.10.19: Heimreise
Nach dem Frühstück treten wir um 9.00 Uhr die Heimreise an. Lois verstaut im Bus unser Gepäck und wir können entspannt die Rückfahrt antreten.
Nach zwei Zwischenstops erreichen wir die Gegend vom Gardasee und im Restaurant "Al Frassino" lädt uns Christl zum Mittagessen ein. Ein herzlicher Dank noch an dieser Stelle.
Gegen 20.00 Uhr erreichen die letzten Teilnehmer dieser Reise den
Heimatort.

Im Bus wird auch schon gedankt und ich wiederhole meinerseits den Dank
an dieser Stelle: Christl, danke vielmals für die perfekte Organisation dieser Wandertage in Ligurien; ein Dank ergeht auch an Sabine für die Mithilfe; unserem umsichtigen, ruhigen und erfahrenen Chauffeur Dietmar auch ein herzlicher Dank (wir sind mit ihm in diesen Tagen ca. 1.730 km unterwegs gewesen); dem Musikus Hons gebührt auch ein großer Dank für das perfekte Spiel auf seiner Zieharmonika und der Gitarre, er hat uns wirklich gut unterhalten; zuletzt noch ein Dank unserem Kofferexperten Lois; ein Dank an dieser Stelle auch allen Teilnehmern für die Pünktlichkeit und Rücksichtsnahme.

Zusammenfassung:
1.120 m Aufstieg - 840 m Abstieg - 26 km - 10 St. 












                           



 

Freitag, 20. September 2019

Sardinien - Küsten- und Bergwanderungen

Unser Wanderführer JOSEF hat in der Ausschreibung zur heurigen Küsten- und Bergwanderung auf  SARDINIEN folgendes uns mitgegeben:

"Steil türmt sich die zerklüftete Küste auf, bizarr geformt sind die Granitberge am Supramonte und alles ist umgeben vom türkisfarbenen Meer. Wandern durch die paradiesisch wilden Szenarien auf Sardinien ist pures Vergnügen. Der Supramonte liegt in der Barbagia und ist nach dem Gennargentu das zweithöchste Gebirge Sardiniens.


Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Griechen nannten sie "Sandalyon", da ihre Form an einen Fußabdruck erinnert. Die Insel bildet mit den kleinen vorgelagerten Inseln die gleichnamige italienische Region und hat eine Fläche von 24.000 km² mit ca. 1.700.000 Einwohnern. Ihre Hauptstadt ist Cagliari.

Die Insel ist 200 km vom Festland entfernt; im Norden liegt - nur durch die 12 km breite "Straße von Bonifacio getrennt - die französische Insel Korsika.
Einschließlich der kleinen, vorgelagerten Inseln erreicht Sardinien eine Küstenlänge von 1.850 km.

Teilnehmer: Wanderführer Josef
                      Bekannte Gesichter: Helga, Monika, Marianna u.
                     Hubert, Theresia u. Reinhold, Paul
Neue Teilnehmer: Andrea, Lissi, Michelle, Rosmarie, Rudi                    

Samstag, 07.09.19: Flug nach SARDINIEN
Wir treffen uns um 7.30 Uhr in Bruneck und fahren mit einem Kleinbus der Firma "Taferner" bis zum Flughafen nach VERONA. In Klausen steigen noch zwei Teilnehmerinnen zu. 
Der Flug verspätet sich etwas und um 13.30 Uhr ist es endlich soweit. Nach 1 1/4 St. Flugzeit erreichen wir CAGLIARI, wo wir kurz die Altstadt besichtigen.
Wanderführer Josef führt uns durch die Stadt und vor der Weiterfahrt treffen wir uns noch zu einem Begrüßungs- und Erfrischungsgetränk vor einer Bar.

Die wechselvolle Geschichte Sardiniens hat die Stadt bis heute
geprägt. Antike Relikte findet man jedoch kaum noch. Die meisten erhaltenen Gebäude stammen aus der Zeit der Pisaner, Spanier und Piemontesen.
Die Kathedrale "Santa Maria", die wir auch besichtigen, ist die Bischofskirche von Cagliari. Sie wird zu Beginn des 13. Jahrhunderts im pisanisch-romanischen Stil erbaut und schon im 14. Jhd. erfolgen erste Umbauarbeiten im katalanisch-gotischen Stil.
Sehenswert ist auch die Krypta, deren Gewölbe mit 600 unterschiedlichen Rosetten versehen ist und ca. 300 Grabkammern beherbergt.
 Mit dem Bus "Deplano" starten wir in der Hauptstadt Sardiniens um 17.30 Uhr und nach ca. 3stündiger Fahrt erreichen wir ARBATAX, einen Ortsteil von Tortoli in der Provinz Nuoro mit ca. 2.300 Einwohnern.
Die Fahrt geht teils der Küste entlang, teils auf Schnellstraßen, durch karges und ödes, nur dünn besiedeltes Gebiet.

Die Suche auf Arbatax nach unserer Unterkunft "Borgo Cala Moresca" gestaltet sich etwas schwierig, doch kurz vor Essensschluss am Abend, erreichen wir noch das Restaurant.
Der Hunger ist groß, das Essen vom Buffet schmeckt gut und mit vollem Bauch geht es ins Bett.


Sonntag, 08.09.19: Punta La Marmora
Nach dem Frühstück starten wir um 8.30 Uhr wieder mit dem Bus, gelenkt von Gianfranco, wie auch alle kommenden Tage, von Arbatax.  Nach 2stündiger Fahrt erreichen wir unseren Ausgangspunkt auf 1.500 m Meereshöhe, den Rif. S'Arena, im Zentrum der Insel. Der Aufstieg ist nicht sonderlich anstrengend, jedoch ist eine lange Wegstrecke zurückzulegen. Die höchsten Gipfel Sardiniens ersteigen wir an diesem Tag: zuerst die Bruncu Spina (1.828 m), dann die Pta. Paulinu (1.795 m) und zum Schluss die höchste Erhebung der Insel, die Pta. La Marmora auf 1.834 m.


Der Gennargentu gilt als das Dach der Insel. Der Name des Gebirgszuges leitet sich von genna = Pass und argentu = Silber ab und bedeutet demnach eigentlich "Der Silberpass". Dort gibt es auch einen Skilift in Form eines neuen Sesselliftes an der Bruncu Spina.
Die Punta La Marmora ist benannt nach dem General und Senator Alberto La Marmora, der Sardinien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts intensiv erkundet und vermisst.

Zurück geht es zum Silberpass Arcu Gennargentu, ehe wir das verfallene Rif. Marmora erreichen und zum Rif. S'Arena zurückkehren. Schafe, Ziegen und auch schmale Kühe suchen auf brauner Weidefläche nach Gräsern und knabbern an Sträuchern. Auch Wasser ist in dieser Gegend wenig zu sehen.
Am Rif. S'Arena, das auch schon zum Verfall preisgegeben ist, wartet unser Bus und bringt uns wieder in Berg- und Talfahrt zurück nach Arbatax (2. St. Fahrtzeit).

Für manche Schwimmer geht sich noch eine Erkundung des Meeres in der Bucht aus, bevor es dann um 20.00 Uhr zum Abendbuffet geht.
685 m im Auf- u.Abstieg - 14 km - 4 1/2 St. reine Gehzeit


Montag, 09.09.19: Monte Corrasi, Orgosolo
Anders als in der Ausschreibung angekündigt, steht zuerst die
Besteigung des Monte Corrasi an, bevor es nach Orgosolo geht.
Wir starten immer um dieselbe Zeit und fahren nach Oliena, wo eine steile Bergfahrt nach Maccione (700 m) beginnt, die unser Chauffeur bravorös meistert. Die Busfahrt dorthin dauert ungefähr 2 Stunden.

Der Aufstieg zum Monte Corrasi auf 1.463 m beginnt. Er ist Teil des Gebirgszuges Supramonte und liegt auf einem Bergrücken,
dessen Westseite steil nach Oliena abfällt, an seinem Osthang aber ausreichend Platz für eine spannende Wanderung bietet.
Oben auf dem Berg angelangt, stärken wir uns, bevor uns die Rundtour hinein in die sardischen Dolomiten, eine einsame, kahle Berglandschaft aus verkarsteten, weißen Felsen und kleinen Hochtälern, führt. Nur wenige Wanderer sind auf dem gleichen Weg wie wir.

In Maccione wieder angelangt, stillen wir den Durst und unterhalten uns kurz. Ein neues Getränk wird dort für 2 Teilnehmer kreiert, auf Rezeptur von Rosmarie.
Die Fahrt geht weiter nach Orgosolo, das immer noch als berüchtigstes "Banditendorf" Sardiniens gilt. Heute kommen die meisten Besucher vor allem wegen den "Murales", den berühmten Wandgemälden, dorthin, so auch wir. Gar einige Fotos werden dort gemacht und der Chauffeur erwartet uns schon am Dorfausgang für die anstehende Heimfahrt.

Nach dem wiederum reichlichen Abendessen geht es noch vor dem Schlafengehen an die Poolbar zu einem "Absacker".
950 m im Auf- u.Abstieg - 11 km - 4 1/2 St.

Dienstag, 10.09.19: Karstschlucht Gola Gorropu
Heute weckt mich Rudi um 6.30 Uhr zum Sonnenaufgang am Strand, ein wirklich schönes Erlebnis.
Das Frühstücksbuffet ist wiederum reichlich und die Fahrt geht heute zur Karstschlucht.
Nach 2 Stunden Fahrtzeit, vorbei an Weingärten und Olivenhainen, erreichen wir den Parkplatz an der Brücke "S'Abba Arva". Der Wanderweg folgt dem Flusslauf des Riu Flumineddu, der sein Bett tief in den Kalkstein des Supramonte gräbt und eine bezaubernde Landschaft schafft, die auch viele Besucher anlockt.

Der erste Teil der Wanderung zur Karstschlucht Gola Gorropu dauert ca. 2 Stunden. Am Eingang des Canyon erhalten wir eine kurze Einführung und werden auf die Gehschwierigkeiten aufmerksam gemacht: schlüpfrige Steine, enge Passagen mit unterschiedlichen Wegmarkierungen, nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet. Bei Regenwetter ist diese Schlucht fast unpassierbar. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich, je weiter man  vordringt. Zunächst folgt man einfach den grünen Punkten an den Felsen. Später sind immer größere Felsbrocken zu überwinden und wir gelangen an eine Schlüsselstelle, die uns ein bischen Schwierigkeiten bereitet, aber mit gutem Willen und Hilfe von Josef meistern wir auch diese.
Die eindrucksvolle Schlucht wird von vollkommen senkrechten, in Teilen sogar überhängenden Kalksteinwänden gebildet und bietet eine reiche Flora und Fauna. Vögel bauen auch dort ihre Nistplätze und Steineichen bilden das Grün in diesem Canyon. In kleinere Becken sammelt sich Wasser.
Wir kehren um und gehen wieder zum Ausgangspunkt der Schlucht zurück und nehmen den steilen Anstieg zur Ghenna Silana (Markierung 505).

In einem flotten Tempo marschieren wir los und auf Halbweg erblickt Monika mit ihren Argusaugen eine bekannte Flasche von Helga, die auf einen Schnaps hinweist. Willkommener Anlass dort kurz innezuhalten und einen Schluck zu genießen. Hilft ja gegen Verkühlung nach dem schweißtreibenden Aufstieg. Danke Helga nochmals an dieser Stelle.
Oben am Pass Ghenna Silana angelangt, wartet schon der Bus, aber wir stillen zuerst noch den Durst in der nahegelegenen Bar.
Auf der 1 1/2-stündigen Rückfahrt geben Reinhold und Rudi Kostproben ihres sprachlich-dialektischen Talents zum Besten; eine Unterhaltung par excellence für die ganze Wandergruppe.

Um 17.30 Uhr geht sich noch ein Sprung in das Meer aus, andere ziehen es vor lieber im Zimmer die Beine hochzulegen.

Beim Abendessen wird unserem Rudi durch Reinhold und Theresia die Ehrennadel für seinen Humor und die Organisation eines Festes überreicht! Der Anlass und die Idee ist passend, der Grund eher zufällig. So siegs holt i!
1050 m Aufstieg - 280 m Abstieg - 13 km - 5 1/4 St.


Mittwoch, 11.09.19: Santa Maria Navarrese - Cala Luna - Cala Gonone
Weckruf durch Rudi um 6.15 Uhr zum Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang. Wir spazieren im hoteleigenen Gelände zu den roten Felsen und sehen unterwegs Mufflons, die vor uns das
Weite suchen. 2 krähende Hähne auf den Bäumen machen auf sich aufmerksam. Das  frühe Aufstehen zum Sonnenaufgang um 7.00 Uhr hat sich gelohnt.

Um 8.30 Uhr ist wiederum die pünktliche Abfahrt nach Santa Maria Navarrese zum Hafen. Dort warten 2 Schlauchboote auf die Südtiroler Wanderer und bringen uns nach 1 3/4 St. Schifffahrt bei etwas hohem Wellengang nach ca. 35 km zum Strand Cala Luna. Im wildromantischen Golf von Orosei mit seiner überwiegend wilden Steilküste halten die Boote immer wieder mal an um uns Gelegenheit zu geben ein paar Fotos zu machen. Leider konnten die Bootsfahrer bei der Grotta del Fico nicht anlegen, eben durch den hohen Wellengang. So müssen wir auf die Besichtigung der wunderschönen Tropfsteingebilde leider verzichten. Es bieten sich aber sonst herrliche Anblicke in diesem Golf von Orosei, ist er doch mit seinen 30 km die längste Einbuchtung an der Ostküste Sardiniens. Aus dem Meer ragt auch die Felsnadel S'Architieddu Lupiru S'Arcada heraus, ein wunderschöner Anblick.

In Cala Luna verlassen wir alle gesund die Boote und gehen einen Teil der letzten Etappe des "Sentiero Selvaggio Blu" der Küste entlang.
Dieser Wegabschnitt ist nicht gerade einladend, muss man doch jeden Tritt auf den Steinen sicher setzen. Es begegnen uns aber auch Paare mit Flipflop-Sandalen!, die zu den Sandstränden unterwegs sind; fast eine Zumutung. Über Cala Fiuli gelangen wir nach Cala Gonone und sehen dort gleich die Bar "Conchiglia". Wir bestellen Pizza und Fischsalate und natürlich Getränke, um den Durst zu löschen. Das Essen schmeckt nach dieser Anstrengung gut.

In Cala Gonone nimmt uns der Bus wieder mit und über die Ghenna Silana gelangen wir wieder nach Arbatax. An diesem Tag sind wir mit unserem Taxi 1 3/4 Stunden unterwegs.
330 m Aufstieg - 280 m Abstieg - 9 km - 3 St.


Donnerstag, 12.09.19: Selvaggio Blu mit Punta Giradili
Wir fahren wiederum nach dem Frühstück, immer um die gleiche Zeit, mit dem Taxibus nach Santa Maria Navarrese, einer Küsten- und Touristenstadt in der Gemeinde Baunei mit ca. 1.400 Einwohnern. Dieser Ort zählt zu den beliebtesten Badeorten in der Ogliastra. Der herrlich goldene Strand liegt windgeschützt in einer kleinen Bucht mit Blick auf den Hafen von Arbatax und seinen roten Porphyrklippen.
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In Santa Maria Navarrese beginnt der erste Teil des "Selvaggio Blu", eine Trekkingroute entlang der Küste im Bezirk Baunei. Der Charakter dieser ganzen Tour: wild, romantisch, wunderschön; so steht es im Internet. Wir gehen nur bis zum Naturdenkmal Pedra Longa, einer Klippe, die aus dem Meer hervorragt (bis hierher 1 3/4 St. Gehzeit). In der einzigen Bar dort machen wir kurz Rast bevor wir zur Punta Girardili auf 732 m aufsteigen. In der Mittagshitze nehmen wir den Anstieg in Angriff und erreichen durchnässt über die Gengia Girardili das Hochplateau, welches vom Land aus mit einer Forststraße erschlossen ist. Dann geht es über Felsklippen zum Hauptgipfel, wo wir uns stärken und mit dem Getränk sparsam umgehen, da noch ein langer Abstieg in der Sonne uns bevorsteht.



In Pedra Longa nimmt uns der Bus wieder mit, hält noch in Santa Maria Navarrese, wo andere Wanderer und Badegäste zusteigen, und bringt uns zum Hotelkomplex in Arbatax. An diesem Tag sitzen wir nur 1 1/2 Stunden im Bus.

Nach dem Abendessen gehen wir geschlossen zu einem Unterhaltungsabend auf freiem Gelände mit Darbietungen von typischen sardischen Volkstänzen und den Verkaufsständen in der Arena. In der Disko sind nur noch die Tapfersten anzutreffen. Um Mitternacht endet auch noch für diese der Tag.
1.030 m im Auf- u.Abstieg - 15 km - 6 St.



Freitag, 13.09.19: Kulinarium
Nach dem Frühstück machen wir einen Rundgang im Hotelkomplex.
Borgo Cala Moresca in Arbatax verfügt über 250 Zimmer und sieht wie ein typisch sardisches Dorf aus. Das Hotel befindet sich in einer wunderschönen Lage direkt über dem Meer. Man trifft auf Bars, Restaurants, Panorama-Terrassen und einen großen Pool.
Etwas unterhalb befindet sich das Amphitheater.

Die Bucht von Cala Moresca ist etwa 150 bis 300 Metern von den Zimmern entfernt; breite Terrassen gehen bis ans Meer.

Um 11.00 Uhr ist die Abfahrt nach Santa Maria Navarrese angesagt.
Josef führt uns über einen etwas steilen Anstieg in der Mittagssonne zum Agriturismo "Cuile S. Iscorrada". Diese Programmänderung nehmen wir gerne in Kauf; eine gute Idee.
Ein Aperitiv stimmt uns ein auf die kommenden sardischen Köstlichkeiten. Die verschiedenen Vorspeisen werden serviert und wir genießen, bei herrlicher Aussicht auf das Tyrrhenische Meer, die köstlich zubereiteten Gerichte. Auf die guten Vorspeisen folgt die Hauptspeise, wiederum Produkte aus dem eigenen Bauernhof.

 
Nachdem es so gut schmeckt, essen wir alle wahrscheinlich zuviel. Dazu trinken wir einen guten Tropfen Rotwein und nach der deftigen Nachspeise wird uns noch ein Verdauungsschnaps spendiert. Wir halten uns an diesem Tag an die Italiener: 3 Stunden sitzen wir bei diesem köstlichem Essen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem Wanderführer Josef, der uns zu diesem Kulinarium einlädt.
Der Abstieg tut der Verdauung gut und die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus dauert an diesem herrlichen Tag 1 Stunde.

Die Zeit bis zum Abendessen steht zur freien Verfügung. Der Hunger am Abend, obwohl die Auswahl immer reichlich ist und gut präsentiert wird, ist minimal. Die Wandergesellschaft hat aber doch noch Lust auf ein Abschlussgetränk in einer Bar.
250 m im Auf- u.Abstieg - 4 km - 1 St.


Samstag, 14.09.19: Olbia - Costa Smeralda - Abreise
Wir fahren, wie alle Tage zuvor, mit unserem Buschauffeur Gianfranco um 8.30 Uhr in Arbatax los Richtung Norden nach Olbia. Dort steigt die Reiseleiterin zu und erzählt uns auf der Fahrt zur Costa Smeralda allerhand Wissenswertes von Sardinien und dieser Smaragdküste.
In den Anfängen der 1960er Jahren entsteht hier unter der Führung des Milliardärs Aga Khan ein exklusives Ferienparadies für die Superreichen. Das ist der Beginn des Tourismus auf Sardinien. Überall auf der "vergessenen Insel" entstehen plötzlich Hotels und Feriensiedlungen, die teuersten auf ganz Sardinien.

Auf Porto Cervo, der "Hauptstadt" der Costa Smeralda, machen wir einen Zwischenstop. Der Baustil verbindet alte sardische Traditionen mit modernen Elementen. Mit größter architektonischer und landschaftsplanerischer Sorgfalt entsteht das kleine Städtchen rund um die charakteristische Piazzetta mit wunderschönen Büros, Banken, Bars, Restaurants, Hotels und Geschäften. Unsere Frauen haben hier nur gestaunt, welch teure Taschen und Lederjacken in den Schaufenstern zu sehen sind.
Eine ausgedehnte Bucht mit großen und teuren Motoryachten, die zu den schönsten des Mittelmeeres gehören, sehen wir im Porto Cervo Marina.

Mit dem Bus fahren wir noch zum Flughafen in Olbia und verabschieden uns dort vom verlässlichen Chauffeur. Wir sind am heutigen Tag mit ihm 4 Stunden gefahren mit 260 Tageskilometern. Ein Danke noch an dieser Stelle an Gianfranco, der mit uns auf der Insel Sardinien an die 1.000 km zurücklegt. Rechnen wir noch die Kilometer von Zuhause nach Verona, Hin- und Rückfahrt dazu, dann kommen wir auf 1.500 km.

Zusammenfassung:
Höhenmeter im Aufstieg                   : 4.300 m
Abstieg                                                : 3.480 m
Zu Fuß bewältigte Kilometer           :      66 
Insgesamt reine Gehzeit                    : 24 1/2 Stunden 

Der Retourflug von Olbia ist wiederum nicht pünktlich und es braucht ein bsichen Geduld. Nach 1 Stunde Flugzeit landen wir in Verona und der Kleinbus der Firma "Taferner" bringt uns wieder gut nach Hause. Die letzten Teilnehmer dieser Wandergruppe kommen um 23.00 Uhr nach Olang.

Zum Schluß noch ein herzlicher Dank an unseren Wanderführer Josef, der alles bestens organisiert und bei den Wanderungen immer den richtigen Weg findet. Von seiner Ausschreibung und vom Internet entnehme ich auch gewisse Texte für meinen Bericht. 
Ein Dank gebührt auch unserer Kassierin Theresia und ein Kompliment der ganzen Wandergruppe für die Pünktlichkeit, die Gehtüchtigkeit und die Unterhaltung. Es war schön mit dabei zu sein.