Mittwoch, 3. Oktober 2012

Von Südtirol durch Nordtirol nach Bayern: Olang - Garmisch Partenkirchen

Ich bin eingeladen worden, an der Wanderung von OLANG nach GARMISCH PARTENKIRCHEN teilzunehmen.
Da ich die ersten Etappen von Olang nach Pfunders nicht mitgemacht habe, startete ich in Dun/Pfunders mit FRANZ und PETER meine Wanderung. Ich habe allerdings die Absicht, den Teilabschnitt von Olang nach Pfunders später einmal nachzuholen.


1) Sa, 19.05.12: Von Pfitsch auf den Brenner
Nachdem auf dem Pfunderer Joch noch ziemlich Schnee lag, zogen wir die Etappe von Pfitsch auf den Brenner vor.
Mit dem Auto fuhren wir nach Sterzing und erreichten grad noch am Bahnhof den Bus nach Fußendraß im Pfitschertal. Wir stiegen zum Schlüsseljoch (2.230 m) auf und mußten an einigen Stellen noch Schneefelder überqueren (am Rande eines Schneefeldes auf ca. 2.000 m haben wir eine Schlange gesehen). Die Mittagsrast auf dem Schlüsseljoch tat gut und anschließend stiegen wir zur Enzianhütte ab und gönnten uns dort ein Bier. Ein schlecht markierter und teilweise unpassierbarer Steig erschwerten uns den Abstieg über die Leiteralm, Luegeralm zur Wolfgenkapelle und zum Brenner, wo wir noch unerlaubterweise die Geleise überqueren mußten. Mit dem Zug ging es wieder zurück nach Sterzing und mit dem Auto heimwärts.
Ich habe bei dieser Wanderung zweimal die Wege gekreuzt, die ich bei der Südtiroldurchquerung (Salurn - Brenner und Brenner - Innichen) gegangen bin.
Höhenmeter: 950 - Abstieg: 925 m - 17,7 km - Reine Gehzeit: 5 1/2 St.


2) Sa, 16.06.12: Vom Pfunderer- ins Pfitschertal 
Franz holte mich zuhause mit dem Auto ab und die Fahrt ging bis nach Dun im Pfunderer Tal.
Zu Fuß erreichten wir bei herrlichem Wetter über die Weitenberg Alm, einem kleinen Abschnitt des Pfunderer Höhenweges, das Pfunderer Joch (2.570 m: lag noch im Schnee) und über die Dosberg Alm gelangten wir nach Fußendras im Pfitscher Tal.
Wir haben an diesem Tag eine ganze Menge an Murmeltieren, sogar wie sie sich auf Schnee bewegt haben, gesehen. Auf dieser gesamten Überquerungsroute gab es leider keine Einkehrmöglichkeit.
In Fußendras nahm uns der Bus mit bis nach Sterzing und von dort fuhren wir mit dem Zug heimwärts.
Ich weiß nicht ganz genau, ist Franz am nächsten Tag zu Fuß von Vintl nach Dun gegangen, um das Auto zu holen?
Höhenmeter: 1.275 - Abstieg: 1.335 m - 18,2 km - Gehzeit: 6 1/4 St.


3) Sa, 30.06.12: Vom Brenner nach Obernberg
Mit dem Zug um 5.45 Uhr nach Franzensfeste und weiter bis zum Brenner.
Aufstieg zum Sattelberg (2.115 m: dort oben sollen Windräder zur Stromerzeugung aufgestellt werden) und an der Italienisch-Österreichischen Grenze zum Kreuzjoch (2.242 m) und zum Hohen Lorenzenberg (2.315 m). Drei Gipfel haben wir an diesem Tag bestiegen! Auf diesem Wegverlauf sind uns gar einige Radfahrer begegnet, die zum Gardasee unterwegs waren. Ausserdem sind wir an zahlreichen blühenden Alpenrosen vorbeigewandert.
Abstieg zum Sandjöchl und Obernberger-See. Am See trafen wir einen interessanten Senner und ehemaligen Skilehrer, der uns einige lustige Begebenheiten erzählte. Von der idyllischen Seeenlandschaft ging es noch bergab nach Obernberg, wo wir in einem Gasthof auf den Bus warteten, der uns bis nach Gries am Brenner brachte und ein zweiter uns mitnahm bis auf den Brenner. Mit dem Zug kehrten wir wieder nach Hause zurück.
Höhenmeter: 1.155 - Abstieg: 1.085 m - 19,3 km - Gehzeit: 6 1/2 St.


4) Sa, 28.07.12: Von Obernberg ins Gschnitztal
Mit dem Auto bis Gries am Brenner.
Mit dem Bus bis Obernberg und von dort zu Fuß auf die Kastnerbergalm, wo der Senner schon seit einer Woche ein Kalb suchte. Weiter ging es zum Lichtsee auf 2.110 m, zum Trunajoch und von dort auf die Rötenspitze (2.480 m), wo wir einen herrlichen Ausblick genossen und die nahen Berggipfel bestaunten: Habicht, Obernberger und Pflerscher Tribulaun, Serles.
Abstieg wieder zum Trunajoch und zur Trunahütte. Dort löschten wir den Durst und ließen uns das Mittagessen schmecken. Einen Fehler machten wir aber trotzdem: nachdem es auf der Hütte so gemütlich war, brachen wir zu spät auf  und gerieten beim Abstieg nach Trins im Gschnitztal (Heimat des österreichischen Skifahrers und Slalomspezialisten Manfred PRANGER) in ein Gewitter. Durchnässt aber trotzdem gut gelaunt machten wir dort Brotzeit auf einem Parkplatz, währenddessen die Kleider trocknen konnten.
Mit dem Bus fuhren wir nach Steinach und weiter bis nach Gries, von wo uns Franz mit dem Auto wieder gut nach Hause brachte.
Höhenmeter: 1.045 - Abstieg: 1.245 m - 15,3 km - Gehzeit: 5 1/4 St.



5) Mi, 01.08.12: Vom Gschnitz- ins Stubaital
Start um 5.00 Uhr mit dem Auto bis nach Steinach. Die Suche nach einem Parkplatz war nicht einfach. Mit dem Bus ging es um 6.30 Uhr dann bis Trins ins Gschnitztal und von dort per Pedes ein Stück dem Forstweg entlang, dann der Markierung 30 folgend über Wald-, bereits gemähte und ausgedehnte Almwiesen auf den Blaser (2.241 m) und zurück zur Blaserhütte, wo die Ziegen anstanden um gemolken zu werden. Vom Gipfel des Blaser aus erblickten wir bereits den Wallfahrtsort Maria Waldrast, wohin wir über die Ochsenalm auch abstiegen.
Das vor 600 Jahren erbaute Servitenkloster Maria Waldrast liegt am Fuße des Serlesgipfel und ein Gebet in der Marienkirche als Dank und neue Bitte war unser Anliegen. Ein Schluck von dem Quellwasser aus dem Marienbrunnen, das heilende Wirkung verspricht, war unser Verlangen.
Bei herrlichstem Wetter kehrten wir dann in den Klostergasthof ein und genossen auf der großzügig angelegten Sonnenterrasse das gute Essen und ein "kühles Blondes".
Ein kurzer Anstieg nach dem Essen ist allerdings beschwerlich, aber der Verdauung tut es gut. Der Abstieg nach Fulpmes durch den Wald war angenehm und ein kurzer Zwischenstopp im Gasthof "Sonnenstein" verlangten unsere müden Beine.
Das Stubaital mit den Ortschaften Mieders, Telfes, Fulpmes und Neustift lag uns zu Füßen. In Fulpmes bestiegen wir den Bus, der uns nach Schönberg brachte. Leider bestand dort kein geeigneter Anschluss nach Steinach und so gingen wir noch ein Stück des Weges bis zur Brenner Bundesstraße, wo gleich das zweite Auto anhielt und Franz mitnahm. Er holte Peter und mich dann ab und chauffierte uns gut nach Hause.
Höhenmeter: 1.170 - Abstieg: 1.465 m - 16,2 km - Gehzeit: 5 1/2 St.


6) Sa, 11.08.12: Von Fulpmes im Stubaital nach Zirl 
Franz hat uns wiederum um 5.00 Uhr früh mit seinem Auto abgeholt und nach einem kurzen Zwischenstopp nach Innsbruck gebracht. Mit dem Bus um 6.45 Uhr ging es nach Fulpmes, wo wir die vorige Etappe beendet haben.
Nach einer kurzen Besichtigung der dortigen Kirche und einem telefonischen Gratulationsständchen ausserhalb für Pfarrer Michael Bachmann, ging es zu Fuß, zuerst auf steilem Weg, dann auf gemütlicher Forststraße, auf die Pfarrachalm auf 1.740 m. Dort wurden wir mit einem Glas Weiswein, spendiert von Meinhard, der erstmalig uns auf dieser Etappe begleitet hat, empfangen.
Weiter marschierten wir dem Übergang Halsl (1.992 m) zu und nach einem kurzen, steilen Anstieg erreichten wir das Birgitz-Köpfl-Haus (2.035 m) mit herrlichem Rundblick, auch in die Axamer Lizum und ins Oberinntal. Nach einer Stärkung, begleitet mit der etwas abseits spielenden, mit Verstärkeranlagen ausgestatteten "Live-Musik", ging es nur mehr bergab, vorbei an der neuen Birgitzer Alm, dem Adelshof, nach Kematen, wo gerade ein Straßenfest stattfand, deren Erlös den Erdbebenopfern auf Haiti zugute kam. Wir konnten dort den Durst löschen und uns an der Aktion beteiligen.
Nun gelangten wir auf den Jakobsweg, der über Unterperfuss und dann dem Inn entlang nach Zirl führt. Ein schneller Gang ermöglichte es uns, dass wir noch rechtzeitig den Zug um 16.38 Uhr in Zirl besteigen konnten und nach ca. 1/2 St. Fahrtzeit erreichten wir Innsbruck. Von dort brachte uns Franz mit seinem Auto wiederum gut nach Hause.
Dies war bisher die anstrengendste Wanderung, waren wir doch 7 1/4 St. reine Gehzeit unterwegs, wobei wir 1.385 m im Aufstieg und 1.695 m im Abstieg bewältigt haben bei einer Strecke von 25,2 km (Franz, Meinhard, Peter, Paul).



7) Die, 14.08.12: Von Zirl/Hochzirl nach Scharnitz
Der Wecker klingelte wie die letzten Male immer um 4.15 Uhr, damit die Abfahrt um 5.00 Uhr gelingt. Hier bewahrheitet sich das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund", denn in der Früh ist es immer am angenehmsten zu wandern. Um 5.00 Uhr hieß es Abfahrt in Olang und die Fahrt ging, nach einem Cafè-Stop, bis nach Zirl/Hochzirl. Auf der steilen Zufahrt nach Hochzirl sahen wir auf der Straße eine Gemse, die sich wohl verirrt haben muß. Sonst im Gebirge haben wir selten Gemsen zu sehen bekommen, aber überall kann man den Blick ja auch nicht haben, man muß sich wohl am allermeisten auf den Steig konzentrieren.
Nach 3 St. Gehzeit erreichten wir die Solnalm und das Solsteinhaus auf 1.805 m (am heutigen Tag die höchste Erhebung). Bei herrlichem Wetter haben wir auf dieser Schutzhütte im Freien eine Essens- und Trinkpause eingelegt.
Das Karwendelgebirge mit dem Großen und Kleinen Solstein, wobei der Kleine um 100 m höher ist als der Große, war auf diesem Teilabschnitt bis nach Scharnitz immer in unserem Blickfeld. Der Alpenpark "Karwendel" ist ein Naturschutzgebiet, wobei wir an zahlreichen Almen vorbeiwanderten.
Durch das Kristental streiften wir kurz die Zirler Kristenalm, bevor wir in die "Gleirschklamm" abstiegen. Unvergessliche Eindrücke, die wir auch fotografisch festhielten, erlebten wir bei der Durchwanderung dieser Klamm, bevor wir in der Scharnitzer Alm die wunderschöne Wanderung noch einmal Revue passieren ließen.
Um 16.34 Uhr sind wir in Scharnitz in die Deutsch Bundesbahn eingestiegen, die uns gratis nach Hochzirl brachte, wo wir das Auto geparkt hatten.
Zum Kalvarienberg in Hochzirl pilgerten wir noch hinauf und in der Kirche dankten wir für diesen schönen Tag. Ein herrlicher Ausblick auf Zirl und das Oberinntal waren die letzten Eindrücke dieser Etappe.
Abends fuhren wir dann wieder mit Franz heimwärts und stellten fest, dass diese Wanderung mit 26,8 km die längste bisher war, wobei wir noch 1.210 m im Aufstieg sowie 885 m im Abstieg machten, bei einer insgesamten Gehzeit von 7 1/4 St.


8) Fr, 28.09.12: Leutasch - Garmisch Partenkirchen
Wiederum holte mich Franz mit seinem Auto um 5.30 Uhr zuhause ab und neben ihm saß wie immer sein Bruder Peter. Die Fahrt ging diesmal bis Leutasch, einer Abzweigung kurz vor Scharnitz folgend.
Unsere letzte Etappe wäre Scharnitz nach Garmisch Partenkirchen gewesen, aber nachdem noch zwei Wandertage bis zum bayrischen Nobelort anstanden, hat sich Franz für eine erste längere und strengere und eine zweite etwas kürzere Route entschieden, natürlich mit unserem Einverständnis.
Wir fuhren bis zum Parkplatz Meilerhütte und parkten dort das Auto. Wir sahen gleich beim Start um 7.45 Uhr, dass uns ein vier- bis viereinhalbstündiger Aufstieg bevorstand. Durch das Berglaintal, am Anfang gleich steil, steinig und etwas rutschig, eröffnete sich uns durch Nebelschwaden hindurch der Anblick des Wettersteingebirges. Auf der gegenüberliegenden Seite erblickten wir das Karwendelgebirge. Nachdem wir die ersten unterwegs waren, sahen und fotografierten wir gar einige Gemsen.
Wir unterboten sogar die angeschriebene Aufstiegszeit und erreichten bei herrlichem Wetter die Meilerhütte auf 2.370 m, Grenzgebiet zwischen Nordtirol und dem Freistaat Bayern. Eine kurze Einkehr in der Hütte, die ja nur mehr bis zum 3. Oktober offen hatte, lässt uns erahnen, warum der Hüttenschluss auf Mitte der Woche fällt: es ist dies der Tag der Deutschen Einheit.
Der Abstieg auf noch verschneitem Steig auf deutschem Boden verlangte volle Konzentration und Trittsicherheit. Den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze (2.962 m) hatten wir im Blickwinkel, bevor wir zum Schachenhaus (1.866 m) kamen. Das Schachenhaus mit dem Königshaus Ludwig II
ist im Besitz der Bayrischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seeen. Das Königshaus entstand im Jahre 1870. Das Domizil Ludwig II. wirkt von Aussen eher bescheiden, im Innern beherbergt es eine überaus prunkvolle Ausstattung. Die Holzvertäfelung im Innern besteht aus einheimischen Zirbelholz, die einfachen Möbel im Arbeits- und Schlafzimmer sind aus Eichenholz gefertigt. Am beeindruckendsten und im völligen Gegensatz zur sonstigen Ausstattung des Hauses stehend ist der "Türkische Saal". Bunte, bleiverglaste Fenster erzeugen märchenhafte Lichtstimmungen im Raum. Ein orientalischer Springbrunnen mitten im Raum, bunte, helle Stoffe, ein goldener Leuchter und Fächer aus Straußenfedern, ein Sternenhimmel an der Decke und in Gold getauchte Wände, dies alles entsprang der Phantasie des Königs. Dies wurde uns in einer Führung im Schachenschloss erklärt und vor Augen geführt.
Im angrenzenden Schachenhaus haben wir ein deftiges Mittagessen serviert bekommen: ein reichgefüllter Teller mit "Bayrischen Spätzli". Auch wenn wir hungrig waren, solch große Portionen sind wir nicht gewohnt, nicht wahr Franz! Wir setzten unseren Abstieg über den Königsweg und den Kälbersteig (welch großartige Gegensätze) nach Partenkirchen fort. Ein Naturspektakel bietet die Partnachklamm, zu der wir anschließend gelangten. Jedes Jahr besuchen mehr als 200.000 Menschen diese Klamm, die bereits im Jahre 1912 touristisch erschlossen und zum Naturdenkmal ernannt wurde. Hinter jedem Eck offenbart sich ein neuer Blickwinkel. Es ändert sich die Landschaft und die Klänge der tosenden Partnach zwischen den engen Felswänden. Ein Besuch dieser Partnachklamm lohnt sich allemal. Am Ausgang der Klamm bietet sich die Gelegenheit in der Pitzner-Hütte einzukehren und wir trafen dort zwei gutgelaunte Schwestern mit denen wir Südtiroler Rotwein mit Pitzner Hüttengeist tauschten. Sie gaben uns noch einen guten Typ für die Übernachtung in Garmisch Partenkirchen: wir sind im Werdenfelser Land und der Werdenfelser Hof sollte es sein und wir befolgten gerne ihren Rat, obwohl es noch ein Stückchen des Weges bis dorthin war.
Als wir um 19.00 Uhr dort eintrafen waren wir froh, uns einmal duschen zu können und auf den Abschluss dieser heutigen Etappe anstossen zu dürfen. Wir haben ja unser Endziel erreicht, obwohl wir morgen noch ein letztes Teilstück zu bewältigen hatten.
Das Abendessen in der gemütlichen Gaststube schmeckte vorzüglich. Zum Abschluss dieser anstrengenden Tour genehmigten wir uns einen "Schweinshaxen". Auch diesmal muß ich sagen: solch große Portionen, auch wenn es noch so gut schmeckt und auch das passende Getränk dazu serviert wird, sind wir nicht in der Lage zu verspeisen. Ein oder zwei spendierte Verdauungsschnäpse konnten hier ebenso nicht weiterhelfen. Ein gemütlicher Plausch mit dem sympathischen aber doch gewieften Wirt rundeten diesen Abend ab. Angenehme Musik und ein junges Schuhplattlerduo erinnerten uns an frühere "Tiroler Abende".
Noch ein paar Daten zu Garmisch Partenkirchen: dieser Ort ist ein Markt und zugleich Kreishauptstadt des Landkreises Garmisch Partenkirchen sowie Zentrum des Werdenfelser Landes und liegt auf 700 m Meereshöhe. Auch wenn dort 26.000 Menschen wohnen, ist es eine kleine Stadt.
Höhenmeter: 1.360 - Abstieg: 1.750 m - 22 km - Gehzeit: 8 1/4 St.


9) Sa, 29.09.12: Von Scharnitz nach Leutasch
Nach dem Frühstück um 7.00 Uhr begaben wir uns auf den Bahnhof von Garmisch Partenkirchen. Der Zug hatte eine halbe Stunde Verspätung uns so gelangten wir um ca. 9.15 Uhr nach Scharnitz. Ungefähr 600 m Aufstieg warteten auf uns bis auf den Hohen Sattel. Wir waren auf Schlechtwetter vorgewarnt, aber nicht ein einziges Mal mußten wir unsere Regenutensilien auspacken. So konnten wir auch auf dem Sattel noch gemütlich unsere letzten Speisevorräte mit einem guten Tropfen Wein genießen, bevor wir zurück nach Ahrn/Leutasch abstiegen und zum Parkplatz Meilerhütte zurückkehrten. Beim Abstieg erblickten wir auf der gegenüberliegenden Seite die Hohe Munde und unseren Aufstiegsweg vom Freitag.
Leutasch befindet sich Nahe der Grenze zu Mittewald, noch auf österreichischem Staatsgebiet, ist Mittelpunkt des Wettersteingebirges und gehört zur Olympiaregion Seefeld.

Den Abschluss unserer Höhenwanderung von Südtirol durch Nordtirol und nach Bayern, also von OLANG bzw. DUN/PFUNDERS nach GARMISCH PARTENKIRCHEN, machten wir im Luftkurort Mittenwald, Wiege des Geigenbaus in Bayern, am Fuße des Karwendels. In einem typisch bayrischen Lokal genossen wir noch ein Oktoberfestbier, ließen nocheinmal unsere schöne, auch zum Teil anstrengende Tour Revue passieren und waren froh, diese gesund und in vielen schönen Erinnerungen abgeschlossen zu haben.
Ein herzlicher Dank gilt noch dem Ideeengeber, Organisator und Chauffeur Franz nicht nur für die Einladung, sondern auch für die perfekte Tourenwahl, die er selber sicht zurecht gelegt und die für uns bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Wir waren mit Peter ein harmonisches Trio, einmal auch ein Quartett, und waren froh, wieder ein Stück Tiroler Heimat und Bayrischen Boden durchwandert und kennengelernt zu haben. Ich freue mich schon auf weitere Touren mit Euch. Berg Heil!
Höhenmeter: 560 - Abstieg: 450 m - 11 km - Gehzeit: 3 1/2 St.




Wie im Blog "Von Südtirol durch Nordtirol nach Bayern" bereits erwähnt und beabsichtigt, machte ich mein Versprechen war und wanderte von OLANG nach PFUNDERS.


10) Sa, 18.05.13: OLANG - ST. LORENZEN
Um 8.00 Uhr bin ich von zuhause losgegangen und habe auf dem Mitterfeldweg Franz B. getroffen, der mich bis nach Bad Bergfall begleitet hat.
Von dort bin ich allein weitergewandert und habe mich kurz bei der Schwefelquelle hinter Bad Bergfall aufgehalten. Dort stand zu lesen, dass dieser Quelle Heilwirkungen nachgesagt werden und zwar gegen Rheuma, Ischias, Lumbago, Nerven- und Rückenleiden, Kreislaufstörungen, Arthritis, Arthrose, Magenstörungen, Frauenleiden, Hautleiden usw.

Über Trattes ging es weiter auf den Furkelpass, der Sprachgrenze zwischen dem Puschtrerischen und dem Ladinischen und gleichzeitiger Gemeindegrenze zwischen Olang und Enneberg.
Im Wallfahrtsort Enneberg (genau in 1 Woche findet die Wallfahrt von Geiselsberg nach Enneberg statt) legte ich eine kurze Mittagsrast ein und wanderte anschließend am "Hohen Haus" vorbei über Pliscia nach Oberpalfrad zum "Felsen der Göttlichen Hilfe".
Hier fand im Jahre 1458 die Schlacht von Enneberg statt. Nach der Überlieferung wurden an diesem Ort 50 Enneberger Bauern und Soldaten des Klosters Sonnenburg von den Söldnern des Bischofs von Brixen, "Kardinal Nikolaus Cusanus", erschlagen. An gleicher Stelle wehrten im Oktober 1813 Enneberger Schützen mit Steinlawinen einen Trupp Napoleonischer Soldaten ab, welche in das Gadertal vorrücken wollten. Davon erhielt dieser Ort auch den obgenannten Namen. Diese Gedenkstätte wurde von den Schützenkompanien Enneberg und St. Lorenzen errichtet.

Bis nach Maria Saalen war es nicht mehr weit. Ich stärkte mich nicht nur im Gasthaus, sondern kehrte auch in der Wallfahrtskirche ein um in der Stille zu beten.

Über den Kreuzweg gelangte ich nach St. Martin und weiter bis zum Bahnhof nach St. Lorenzen, wo ich gleich in den Flirtzug nach Olang einsteigen konnte.

Ein wunderbarer Tag, bei einem Fußmarsch von 6 Stunden (viel auf Asphalt) und überwundenen 700 hm und 950 m im Abstieg, ging zu Ende.


11) Do, 15.11.12: ST. LORENZEN - PFALZEN  
 Mit dem Zug sind Zilli und ich nach St. Lorenzen gefahren. Dort begann unsere Wanderung nach Pfalzen. Aufstieg zur Sonnenburg und nach Lothen, vorbei an der Unglücksstelle, wo vor gut 2 Jahren zwei St. Lorenzner Bürger beim Abtransport des "Kirschtamichl-Baumes" verunglückt sind.

Auf dem Weg nach Irenberg sind wir bei einem Bauernhof vorbeigekommen, wo ein bereits bekannt böser Hund uns eine Weile verfolgt hat. Alleine hätte ich wahrscheinlich einen großen Bogen um diesen Hof gemacht. Großteils über Waldwege ging es nach Irenberg und weiter nach Pfalzen, wo wir in der Sportbar zu Mittag gegessen haben. Anschließend sind wir wieder über Fassing nach St. Lorenzen zurückgekehrt.

An diesem Vormittag sind wir 1 1/2 Stunden bis Pfalzen unterwegs gewesen und haben dabei 400 hm bewältigt.



12) Die, 25.06.13: PFALZEN - PFUNDERS
Meine Frau Zilli hat mich mit dem Auto bis nach Pfalzen chauffiert. Um 9.00 Uhr habe ich die Wanderung begonnen und bin am "Tor des Themenweges" vorbeimarschiert. Der Themenweg führt durch die Kulturlandschaft Pfalzens. Die eingegrabenen Steinsäulen stehen wie Wächter davor und erinnern uns an ihre vielseitige Verwendbarkeit. So ist es am ersten Tor zu lesen.
Auf dem markierten Weg Nr. 7 bin ich an Mühlen und Schloss Schöneck vorbeigewandert und habe nach ca. 1 Stunde Gehzeit Hofern erreicht. Jetzt ging es Richtung Moarhof Alm und an Terenten. Dort habe ich um 12.30 Uhr eine Mittagspause eingelegt und beim "Hasenwirt" mich gestärkt.
Bauernhöfen vorbei, immer auf Weg Nr. 7, nach
Weiter ging es nach Margen, am Biotop Pirchnermoos vorbei und auch an der verschlossenen St.-Margareth-Kirche, der Markierung Nr. 16 folgend bis nach Talson, Unter- und Oberkammerschien. Zu diesen  Höfen gelangte man früher nur zu Fuß oder mit einer
Seilbahn. Ende des vorigen Jahrhunderts wurde eine Zufahrtsstraße gebaut und als Dank für dieses Werk und für die unfallfreie Fertigstellung wurde bei den Höfen eine Kapelle errichtet, in der ich natürlich kurz im Gebete verweilt habe. Auch die Hofstellen wurden neu errichtet und ich konnte beobachten, wie in der Steilheit der Wiesen das Gras maschinell gemäht wurde.
Früher befand sich in Kammerschien auch eine Volksschule für die kinderreichen Familien dort oben am Berge, wo auch zwei Olanger
Lehrpersonen unterrichtet haben: Frau Rosa Kofler und Herr Alois Schnarf. Diese Einrichtung fiel dann den Sparmaßnahmen zum Opfer oder vielleicht auch, weil nicht mehr so viele Kinder dort oben geboren wurden.
Der Abstieg zum Weiler "Schaldern" war steil und um 17.30 Uhr habe ich bei der Alpenbar in Pfunders den Bus nach Niedervintl bestiegen und bin dann auf den Zug nach Olang umgestiegen.
Ein herrlicher Tag mit bleibenden Eindrücken, dem Kennenlernen von neuen Gebieten und einem langen Fußmarsch von 7 Stunden ging zu Ende.
 

Insges. Strecke von OLANG nach GARMISCH: 238 km
Höhenmeter: 13.200 - Abstieg: 13.340 m - Reine Gehzeit: 70 St.
Insgesamt 11 Etappen






  

Freitag, 21. September 2012

Alpendurchquerung - Teil 3 - Vom Grödner Joch nach Belluno

Hier ein Auszug aus der Ausschreibung der "Vai e Via AktivReisen - www.vaievia.com": Diese Wanderwoche ist der dritte Teil des mehrteiligen Wanderprojektes von München nach Venedig und zwar vom GRÖDNER JOCH nach BELLUNO. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Wandertour und durch das "Zufußgehen" entdecken wir neue Facetten der Alpen, durch einen weniger bekannten Teil der Dolomiten, abseits der geistig einengenden "Windschutzscheibenperspektive".

Wanderführer: Josef MITTERHOFER - www.al-to.eu

Teilnehmer: Helga, Ida, Johanna K., Linda, Linde, Theresia, Reinhold, Paul


Sa, 08.09.12: Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Grödner Joch
5 Teilnehmer bestiegen um 7.15 Uhr in Olang den Zug und fuhren bis nach Bruneck. Dort trafen wir unseren Wanderführer Josef mit seiner Familie und eine weiteren Teilnehmerin. Mit der SAD ging es durch das Gadertal bis auf das Grödner Joch.
Zwei weitere Teilnehmerinnen trafen ebenfalls mit der SAD vom Grödnertal kommend um 10.00 Uhr dort ein und wir hießen eine neue Teilnehmerin, namens Ida, herzlich willkommen.
Nach einem Begrüßungstrunk starteten wir unsere Umrundung.

Sella Stock und Piz Boè
Vom Grödner Joch aus erreichten wir über den teilweise gesicherten Steig durch das Sella-Massiv die Pisciadù-Hütte auf 2.584 m, wo man einen herrlichen Ausblick auf die Puez-, Kreuzkofel- und Fanis-Gruppe, di Tofane, Sorapiss, Antelao und Nuvolau-Gruppe genießen kann. Auf der Terrasse machten wir Mittagsrast bevor wir dann den Marsch zur Boè-Hütte (2.871 m) fortsetzten. Zwei jüngere Teilnehmerinnen haben als Zugabe noch die Pisciadù-Spitze (2.985 m) bestiegen und sind uns dann über einen Übergang am höchsten Punkt München - Venedig (2.962 m) auf die Boè-Hütte gefolgt, unsere erste Übernachtungsstätte. Da wir dort zeitig eintrafen und die schweren Rucksäcke in der Hütte lassen konnten, haben wir vor dem Abendessen noch den Piz Boè (3.152 m) bestiegen, einen der leichtesten 3.000er der Dolomiten.
Das Abendessen schmeckte nachher umso besser; Erinnerungen vorhergender Wanderungen von München bis hierher wurden aufgefrischt.
Die Einteilung der Schlafstätten nahm unser umsichtiger Wanderführer vor.
Strecke: 9 km - Höhenmeter: 1.200 - Abstieg: 300 m - Reine Gehzeit: 4 1/2 St.


So, 09.09.12: Pordoijoch - Fedaiasee
Nach dem Frühstück marschierten wir um 8.00 Uhr los, zuerst im Schatten wandernd bei kühlen Temperaturen. Den Stangenmarkierungen folgend erreichten wir die Pordoi-Hütte an der Pordoi-Scharte (2.848 m) und machten dort einige Fotos, wiederum bei herrlichem Wetter. Der Abstieg zum Pordoi-Joch (Grenze zwischen den Provinzen Trient und Belluno) war etwas mühsam, dafür war der Blick zur Marmolada (3.343 m), dem höchsten Gipfel der Dolomiten, großartig.
Weil Sonntag ist, kehrten wir noch kurz in einer Kapelle am Pordoi-Pass ein und erreichten kurz später die Fredarola-Hütte, wo wir einen Frühschoppen einlegten. Um die Mittagszeit spielte dort ein Trio aus Jenesien auf und auf schottrigem Untergrund, zuerst mit Rucksack, dann ohne, wurde noch getanzt.
Die "Hetz" hatte bald ein Ende und eine angenehme Wanderung auf dem Bindelweg, benannt nach Dr. Karl Bindel, ehemaliger Vorsitzender der DAV-Sektion Bamberg, mit einer kurzen Mittagsrast gönnte uns Josef.
Den Rif. Viel dal Pan schauten wir nur kurz von innen an, bevor wir zum Fedaia-See abstiegen. Auf Halbweg trafen wir noch einen urigen Schafhirten mit seiner Schafherde und 2 Schäferhunden.
Am Fedaia-See war im Rif. Castiglioni  (2.050 m) für die Übernachtung vorgemerkt und nach dieser eher gemütlichen Etappe war für die Belustigung am Abend gesorgt: drei gut gelaunte "Kriegsheimkehrerinnen" (sie kehrten von der Ausstellung des 1. Weltkrieges zurück) unterhielten uns während und nach dem Abendessen.
Hüttenruhe war wie immer um 22.00 Uhr.
Strecke: 12 km - Höhenmeter: 250 - Abstieg: 1.050 m - Gehzeit: 5 St. 


Mo, 10.09.12: Fedaia-Pass - Alleghe
Der Tag begann so gut, wie der gestrige aufgehört hatte: großartiger Ausblick auf die Marmolada, die Civetta (3.220 m) in der Ferne und den Fedaia-See.
Start um 8.30 Uhr auf der für den Verkehr gesperrten Teerstraße am Südufer des Stausees und über Skipisten nach Malga Ciapela. Ab dort führt wieder eine Teerstraße durch die Sottoguda-Schlucht, eine verbaute, einst sicher schönere Schlucht, in der als einziges Fahrzeug eine Touristen-Bimmelbahn verkehrt. An einer Kapelle und einer Gebetsstelle vorbei gelangten wir zum Ende der Schlucht.
In Sottoguda lud uns Ida, die heuer zum erstenmal mit dabei ist, zu einer Prosecco- und Essenspause ein.
Schöne, traditionelle Bauernhäuser mit ihren rundum laufenden Balkonen und ihren Holzbarometern begleiteten uns bis zum neu angelegten und markierten Steig mit Rastplätzen und Brunnen von Sottoguda nach Masarè (970 m). Am Flussufer vor dem Alleghe-See habe ich mich an die Isar-Auen erinnert.
In Masarè haben wir im Hotel "Adriana" unser Quartier bezogen.
Nach einem "degustierten" und von "scegliatrice" Helga (Zitat Reinhold) angepriesenen hausgemachten Apfelschnaps - vielleicht waren es auch zwei oder mehrere - war der Hunger groß auf eine Pizza, letztendlich haben wir uns aber doch entschieden im Hotel zu bleiben und wurden durch das gute Abendessen auch noch belohnt. So hatten wir es nicht mehr weit in unsere Doppelbettzimmer, leider mußte eine Frau mit einem Einbettzimmer vorlieb nehmen!
Strecke: 20 km - Höhenmeter: 100 - Abstieg: 1.200 m - Gehzeit: 6 St.


Di, 11.09.12: Alleghe - Civetta Südseite
Ausgehend vom hübsch gelegenen Masarè am Alleghe-See, der erst im 18. Jahrhundert durch einen Felssturz entstanden ist, starteten wir um 8.30 Uhr nach dem Frühstück. Josef erklärte uns auch an diesem Tag die Route und so starteten wir bei schönem Wetter diesen Wegabschnitt.
Ein steiler Aufstieg stand uns bevor, den wir auch einmal umgingen, bis wir dann zum Biwak und zur "Casera Casamatta" gelangten wo wir uns noch stärkten. Gut dass wir die Steilheit der Schlucht unterschätzt, am Ende waren wir alle froh, diese gemeistert zu haben. Die Tissi-Hütte (2.260 m), unser heutiges Etappenziel, war erst ganz spät zu sehen und um 13.00 Uhr trafen wir dort, hungrig und durstig, aber auch erschöpft ein. An diese Steilheit des Weges, zum großen Teil durch Mischwald und in höheren Lagen durch Latschen, werden wir uns noch am vorletzten Wandertag erinnern.
Während der Blick vom Hüttenbalkon durch die steile Wand zum Civetta-Gipfel (3.220 m) gleitete, stürzte er vom Cima di Col Rean (2.280 m) gleich hinter dem Rif. Tissi ebenso steil und tief  ins Cordevoletal zum Alleghe-See hinunter. Über dem Ort Alleghe erhebt sich die Nuvolau-Gruppe, links davon die Sella-Gruppe und die Marmolada. Der prächtige Pelmo (3.170 m) ist im NO zu sehen.
Den Nachmittag verbrachten einige mit Kartenspielen, andere mit Lesen und Erzählen.
Das Abendessen wurde uns am offenen Kamin, allerdings ohne Feuer, serviert.
Strecke: 8 km - Höhenmeter: 1.300 - Abstieg: nicht erwähnenswert - Gehzeit: 3 3/4 St.


Mi, 12.09.12: Civetta Südseite - Carestiato-Hütte
Wir beginnen die Tour durch das Civettatal. Vor uns sind die südlichen Kalkalpen. Prominente Berge sind die Civetta-Südwände und die Moiazzawände.
Nachdem Schlechtwetter angekündigt war, haben wir bereits um 7.30 Uhr die Tissi-Hütte verlassen. Ab hier ist auch der Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 bis Belluno, der beim Pragser Wildsee seinen Anfang nimmt, markiert. Gar einigen Wanderern dieses Höhenweges sind wir auf der Wegstrecke oder in Hütten begegnet.
Nach 1 Stunde Gehzeit sind wir an der Pelsa-Alm, die eine Sarner Familie gepachtet hat, links vorbeigegangen (reine Vorsichtsmaßnahme wegen des Schlechtwetters), die Torre Venezia (2.337 m) auch rechts passiert und den Rif. Vazzoler angesteuert.
Eine Kapelle erinnert dort an die vielen im Civetta-Gebiet verunglückten Bergsteiger.
In der Schutzhütte haben wir für eine Weile die Wetterprognosen vergessen und uns in jeder Hinsicht gestärkt. Nach 1 Stunde Aufenthalt (vielleicht etwas zu lang!) sind wir weitermarschiert, auf 1.400 m abgestiegen und den Gegenanstieg an der Moiazza-Berggruppe in Angriff genommen. Bald mußten wir den Regenschutz auspacken und uns entsprechend kleiden und schützen, denn bis zum Rif. Carestiato (1.834 m) hat es mehr oder weniger immer geregnet. Etwas durchnässt, aber trotzdem frohen Mutes, konnten wir dort die Kleidung trocknen und uns unter der Dusche frisch machen.
Bei einer Gemüsesuppe noch vor 15.00 Uhr haben wir uns in der im Jahre 2007 neu erbauten Hütte erwärmt und gestärkt und nachdem die Speisekarte für den Abend die gleiche war wie auf der Tissi-Hütte, war die Auswahl nicht schwer.
Strecke: 19 km - Höhenmeter 600 - Abstieg: 1.100 m - Gehzeit: 5 1/4 St.


Do, 13.09.12: Südliche Dolomiten
In der Ausschreibung von VAIEVIA steht zu lesen: "Liebliche Almmatten und schroffe Gipfel wechseln sich ab. Gegen Ende der Tagestour erreichen wir den Nationalpark Belluneser Dolomiten. Gut 32.000 Hektar umfasst der 1993 zum Schutze einmaliger Flora und Fauna gegründete Nationalpark".
Bei nebligem Wetter und eher frischen Temperaturen haben wir um 8.00 Uhr, nach dem Frühstück, die Carestiato-Hütte verlassen und den rutschigen Abstieg zum Duran-Pass (1.600 m) in Angriff genommen. Danach erwarteten uns 2 km Fußweg auf der engen aber kaum befahrenen Passstraße. Am Wanderparkplatz angekommen führte der Weg über Wurzeln und Steine im lichten Wald bergauf zur Forc. Dagarei. Bei der Moschesin-Alm auf 1.800 m mit Notunterkunft und Feuerstelle machten wir eine kurze Rast, machten nachher noch einen Blick zurück zur Carestiato-Hütte, bevor wir die Forc. del Moschesin (1.975 m) erreichten.
Über Kehren ging es auf steinigem Pfad ein Stück steil bergab und alsbald erblickten wir die Pramperet-Hütte (1.850 m), wo wir uns noch mit einer warmen Speise (hauptsächlich Spaghetti) und einem Glas Wein stärkten.
Der anstehende Anstieg zur Forc. de Zita Sud auf 2.400 m erfolgte im Schneetreiben und teilweise auf verschneitem Steig. Vorsicht war geboten.
Dort oben sahen wir die erste Gemse auf der bisherigen Wandertour und sie ließ sich auch noch fotografieren. Sie wird die Alpendurchquerer wahrscheinlich schon gewohnt sein.
Gleich nach der Überquerung der Scharte sahen wir vor uns die Schiara-Gruppe (2.565 m), die sich jenseits des Tales erhebt.
Fast 800 m Abstieg ab der Scharte bis zum Rif. Pian de Fontana (1.632 m) ist zu bewältigen, der über steile Wiesenhänge führt und nocheinmal volle Konzentration erforderte.
Auch an diesem Tag haben wir noch einen Rundumblick auf die bereits genannten Berge und Berggruppen genossen.
Um 16.30 Uhr sind wir im Rif. Fontana angekommen und haben die schweren Rucksäcke sogleich in unsere gemeinsame Schlafstätte gebracht. Diesmal war also keine Auswahl zu treffen, ausser dass 3 unserer Frauen das Schlafgemach im Oberstock aufsuchten. Wie sich später herausstellen sollte, keine gute Wahl.
Wie schon die Tage zuvor, haben wir uns heute sowieso ein Schnäpschen verdient. Jeder unserer Teilnehmer/innen hat im Laufe der Woche mindestens eine, wenn nicht zwei Runden bezahlt. Dafür sei auch hier nocheinmal allen gedankt. Es gab verschiedene Anlässe: Begrüßungs-, Einstand-, Wiedersehens-, Erwärmungs-, Aufbau-, Belobigungs-, Hochzeitstag- und Abschiedsschnapsl, also für jeden Tag eines!
Nach dem guten und reichlichen Abendessen begaben wir uns in unsere Schlafgemächer und siehe da, die Nacht macht sich jemand an Helgas Rucksack: Knusper Knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen (Rucksack), es wird wohl ein Mäuschen sein, oh wie fein!
Strecke: 18 km - Höhenmeter: 1.450 - Abstieg: 1650 - Gehzeit: 7 1/4 St.


Fr, 14.09.12: Umrundung Schiara Massiv und krönender, alpiner Abschied von der Bergwelt
Wir umwanderten dieses Massiv auf der Ostseite, um einen Klettersteig zu umgehen und um Linde, die einen Tag aus familiären Gründen früher heimkehren mußte, an den Abholpunkt zu bringen.
Lindes Heimreise war Idas Glück!
In aller Herrgott's Früh haben wir bereits auf der gegenüberliegenden Talseite das Röhren der Hirsche vernommen.
Wir starteten deshalb nicht früher, sondern um 8.00 Uhr beim Rif. Pian de Fontana. Ein angenehmer Abstieg von ca. 950 m brachte uns nach Pont dei Ross in der Val de Pian de Fontana.
Nun folgte ein mühsamer, steiler, teilweise drahtseilversicherter und über Holzstufen führender Steig zur Forc. Torond (1.810 m). Ich bin selten, wenn überhaupt, solch einen steilen und auch langen Pfad oder wie man es auch nennen mag, gegangen. Auf der Scharte haben wir uns dann ausgeruht und ein bischen gegessen, dafür aber viel stärkende Flüssigkeit aufgenommen.
Es folgte ein Abstieg und ein Gegenanstieg in einem windigen Felseinschnitt auf die Forc. Caneva (1.850 m). Wiederum kurzer Abstieg bei herrlichem Sonnenschein und Aufstieg auf den Pis Pilon (1.733 m), wo wir in einiger Entfernung die Hütte Settimo Alpini (1.500 m) sahen. Der Abstieg dorthin war eher beschwerlich und verlangte wiederum volle Konzentration und Ausdauer, auch wenn die Hütte von der Scharte nicht so weit weg schien.
Das Rif. Settimo Alpini wurde im Jahre 1951 erbaut, was sich besonders an den sanitären Anlagen abschätzen lässt. Die Lage ist dafür großartig, die Wirtsleute herzlich und das Essen hervorragend.
So ist der anstrengendste Tag dieser Wanderwoche doch noch gut ausgeklungen.
Geschlafen wurde wiederum in einem Raum mit 3 Etagen Stockbetten, wobei die "Rüstigsten" sich ganz oben zur Ruhe gelegt haben: Theresia und Josef.
Ich war eigentlich der einzige Teilnehmer dieser Gruppe, der alle Nächte beim Wanderführer Josef schlafen durfte.
Strecke: 14 km - Höhenmeter: 1.450 - Abstieg: 1.630 - Gehzeit: 6 3/4 St. 


Sa, 15.09.12: Belluno - Die schönste Versuchung...
Start um 8.00 Uhr.

Im Vergleich zur gestrigen Etappe war der heutige Abstieg nach Belluno der reinste Spaziergang. Der Fluss Ardo ist zentrales Element dieses Wegstücks, mal sind wir am linken, mal am rechten Ufer, mal einige hundert Meter darüber gelaufen. Der Fluss lag fast immer im Blickfeld; welch herrliche Naturlandschaft. Man nennt sie die Gumpen, die der stete Tropfen hier im Fels gebildet hat, wo man auch baden könnte, wie beim Rif. Alpini (einige Frauen haben es ja ausprobiert). Nach dem Ponte del Mariano, an einem fein geschnitzten Brunnen vorbei, stiegen wir durch Mischwald wieder an und gelangten nachher zur Bar Case Bortot, wo wir allerdings nicht einkehrten, BELLUNO aber schon von der Ferne sahen. Zum Schluss war der Fußmarsch auf der Teerstraße nicht mehr angenehm, aber wir nahmen auch diese Strapaze noch in Kauf. Wir haben auf dieser Strecke noch eine Ortschaft "Bolzano" gesehen und dachten wir wären schon in Südtirol. Aber Spass beiseite, es gibt auch ein Bolzano Bellunese.
Es wäre sogar noch eine geführte Stadtbesichtigung im Programm gewesen, aber nach diesen anstrengenden letzten Tagen und auch aus Zeitmangel wurde diese dann doch abgesagt. Die junge Dame, die uns führen sollte, hat sich dann bei uns doch vorgestellt und wir sind einstimmig der Meinung gewesen, dass wir nächstes Jahr, bevor wir in Belluno losstarten, auf diese Stadtführung nicht verzichten werden. Sie hat uns noch zu einem netten Pizzalokal begleitet und wir danken ihr nochmals für diesen guten Typ.
Die Zeit war bald vorbei und wir mußten uns zum Bahnhof begeben um den Zug um 14.30 Uhr nicht zu verpassen. Auch Johanna und Ida sind noch mit uns bis Calalzo gefahren und sind dann auf den Bus nach Cortina und ins Pustertal umgestiegen. Die weitere Fahrt kann ich nicht mehr beschreiben, da ich in Calalzo von meinem Sohn Christian mit dem Auto abgeholt wurde. Er hat ja dort in der Nähe seinen Arbeitsplatz.
Ich bin dann um 16.45 Uhr zuhause angekommen und konnte noch meinen Gesangstermin einhalten. Ich hoffe, meine Begleiter/innen sind auch noch zeitgerecht nach Hause gekommen und waren froh, bei dieser Wanderwoche dabei gewesen zu sein.
Strecke: 12 km - Höhenmeter: 300 - Abstieg: 1.400 m - Gehzeit: 4 St.

Zum Abschluss möchte ich noch unseren Frauen ein Kompliment aussprechen: sie haben sich tapfer geschlagen, waren konditionell auf der Höhe, unterhaltsam und es hat während der ganzen Wanderwoche, jetzt die Männer eingeschlossen, keine Unstimmigkeiten gegeben, im Gegenteil, wir hatten immer eine "mords Hetz".
Reinhold war der Unterhaltungskünstler (supi!) und war oft mein treuer Wegbegleiter.
Noch einen Dank an Josef: er ist ein ruhiger, kompetenter und umsichtiger Wanderführer.Wir freuen uns schon, mit ihm nächstes Jahr die Alpendurchquerung von MÜNCHEN nach VENEDIG abschließen zu dürfen.

 Insges. Strecke: 112 km - Höhenmeter: 6.650 - Abstieg: 8.330 m - Reine Gehzeit: 42 1/2 St.