Donnerstag, 17. September 2009

Quer durch Südtirol - Vom Brennerpass nach Innichen

Termin: 28. August - 05. September 2009
Wanderführer: Wolfgang NIEDERHOFER - Inhaber und Geschäftsführer von Vai e Via AktivReisen - Bozen
http://www.vaievia.com/
http://sigimapaul.blogspot.com/2008/09/quer-durch-sdtirol-von-salurn-zum.html


Nachdem das letzte Jahr meine Frau ZILLI und die beiden Söhne CHRISTIAN und HANNES
mir die Wanderung "Quer durch Südtirol - Von Salurn zum Brennerpass" zum Geburtstag spendiert haben, habe ich dieses Jahr keine Kosten und Mühen gescheut und mir dieses Erlebnis selbst finanziert.
Die Wanderung war mit 9 Tagen angegeben (einen Tag länger als letztes Jahr) und führte vom BRENNERPASS bis nach INNICHEN.

Frei nach Goethe "Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich" wird dieser Teilabschnitt Südtirols Schritt für Schritt erwandert.

Der schwere Rucksack von ca. 12 kg (mit Proviant und Getränken) muß laut Vorschrift während der gesamten Wanderwoche selber getragen werden.


Kurze Wegbeschreibung:
Vom Brenner wandern wir über die Tuxer Alpen und auf Höhenwegen auf der Südseite der Zillertaler Alpen bis nach Prettau im hintersten Ahrntal. Hier verlassen wir den Alpenhauptkamm und lassen uns von der anmutigen Rieserfernergruppe über Rein ins Antholzertal leiten. Die sanften Berge des Gsieser Tales führen uns nach Innichen, wo uns die Sextner Dolomiten in der Abendsonne begrüßen.
Die Route findet fast vollständig auf Wanderwegen statt. Einige kurze Wanderwegabschnitte sind mit einem Drahtseil gesichert, die bei entsprechender Trittsicherheit und Konzentration ohne Schwierigkeiten zu bewältigen sind.
Wanderfreudige Personen mit guter Kondition werden keine Schwierigkeiten haben, diesen Teilabschnitt der Wanderung "Quer durch Südtirol" zu bewältigen und zu genießen.
Da das Klima Ende August, Anfang September meist wetterstabil und häufig auch noch hochsommerlich warm sein kann, ist trotzdem mit Störfronten und Gewittern zu rechnen, auch kann es jederzeit regnen. Bei Einbruch einer Kaltfront kann es im Hochgebirge zu Schneefällen kommen (der Ausschreibung entnommen).

Teilnehmer:
Wanderführer WOLFGANG; BRIGITTA, CLAUDIA, GERTRAUD, HELGA, KARIN mit der braven Hündin Lilli, LINDA, LINDE, MONIKA; ALFRED, KURT, MICHAEL, NORBERT, PAUL.

Fr, 28.08.09: Um 7.19 Uhr bin ich in Olang mit dem Zug abgefahren. Am Bahnhof traf ich noch drei andere Teilnehmerinnen dieser Wanderung, nämlich Helga, Linda und Linde. In Bruneck sind dann Gertraud, Karin mit Hündin Lilli und Alfred zugestiegen. Alle weiteren Wanderer traf ich in Franzensfeste. Vom vorigen Jahr dabei waren der Wanderführer Wolfgang, Gertraud, Linde, Alfred, Kurt und ich.

Am BRENNERPASS begann der fünfte Teil der "Quer durch Südtirol"-Wandertour. Wir sind alle gemeinsam um 9.30 Uhr losmarschiert Richtung Wolfendorn, auf dem Landshuter Höhenweg weiter zur "Wilden Seespitze" auf 2.735 m, wo einige die Fotoapparate hervorholten und die ersten Stimmungsbilder machten und mir vor lauter Aufregung die Digitalkamera aus den Händen glitt, aber Gott sei Dank war sie nachher noch funktionstüchtig.
Auf der LANDSHUTER bzw. EUROPA HÜTTE, die je zur Hälfte auf Südtiroler und Nordtiroler Boden steht,  trafen wir gegen 16.30 Uhr ein, wo wir das erste Abendessen genossen und die erste Nacht verbrachten.
Strecke: 14,5 km - Höhenmeter: 1.600 - Abstieg: 280 m - Gehzeit: 5 3/4 Stunden

Sa, 29.08.09: Pfitschertal
Genusswandern auf dem Landshuter Höhenweg hoch über dem Pfitschertal zum Pfitscherjoch war in der Ausschreibung zu lesen. Losmarschiert sind wir um 8.30 Uhr bei Nebel und leichtem Regen, aber guter Laune und haben nach gut 2 1/2 Stunden Gehzeit völlig durchnässt das Pfitscherjochhaus erreicht. Trockenmöglichkeiten gab es nur auf den WC's, wo die Föhne heiß liefen.
Nach einer längeren Mittagspause begann bei starkem Wind der Abstieg bis zur 3. Kehre der Pfitscherjochstraße und der Anstieg zur HOCHFEILER HÜTTE auf 2.710 m, wo wir um 18.00 Uhr eintrafen.  Der Wind hatte auch etwas positives an sich: er trocknete uns noch zusätzlich die Bergbekleidung.
Üppiges Abendessen, Übernachtung und Frühstück auf der Hochfeiler Hütte.
Die Nacht dort auf der schönen AVS-Hütte war etwas unruhig und wir beschlossen, den Störefrieden auf der Chemnitzer Hütte ein Bier weniger zu genehmigen.
Strecke: 18,5 km - Höhenmeter: 1.200 - Abstieg: 1.180 m - Gehzeit: 6 1/4 Stunden

So, 30.08.09: Westliche Zillertaler Alpen
Start nach dem Frühstück um 9.30 Uhr bei der Hochfeilerhütte, vorsichtige Überquerung des Gliderferners nach vorherigem einstündigen Abwartens vor dem Gletscher und schlußendlich Aufstieg zur Unteren Weißzintscharte - 2.930 m - die topografisch den Übergang vom Wipptal ins Pustertal markiert. Mittagsrast bei der Edelrauthütte und dann dreistündiger Weitermarsch über den Neveser Höhenweg zur CHEMNITZER HÜTTE. Immer wieder ergaben sich schöne Blicke zu den höchsten Gipfeln der Zillertaler Alpen: Hochfeiler, Möseler, Turnerkamp.
"Vom Hüttenwirt wurden wir am Abend recht freundlich empfangen und beim Abendessen gab es dann eine spezielle Einführung in die internationale Hüttenordnung! Ist das zuviel der Werbung für die Nevesjochhütte, auch wenn ein ironischer Hintergedanke dabei ist?"
Strecke: 15 km - Höhenmeter: 700 - Abstieg: 990 m - Gehzeit: 6 Stunden

Mo, 31.08.09: Stabeler Höhenweg
Bereits um 6.45 Uhr haben wir, nach aufmunternden Abschiedsworten des Hüttenchefs, die Chemnitzer Hütte verlassen und sind über den Stabeler Höhenweg (angeschriebene Gehzeit: 6 Stunden an der Südseite des Zillertaler Hauptkammes) bis unterhalb die Schwarzenstein Hütte, auch festhaltend an Sicherungsseilen, gewandert bzw. geklettert und haben dabei die Gelenkscharte - 2.724 m -, das Schwarzenbachtörl (ganz schmaler Übergang), das Zu Törla und das Große Tor vom Rotbach- ins Trippachtal überquert.
Kurze Mittagsrast haben wir unterhalb der Schwarzensteinhütte gemacht und haben anschließend noch in der Kegelgasslhütte unseren Durst gestillt, bevor wir nach ST. JOHANN zum PLATTNERHOF abgestiegen und dort um 17.45 angekommen sind. Die Zimmerzuteilung (mit Fernseher) erfolgte postwendend und der erste Gang war in die Dusche, nachdem wir alle sehr verschwitzt dort angekommen sind und bisher keine Duschmöglichkeiten hatten.
Auch das Abendessen schmeckte vorzüglich.
Strecke: 21 km - Höhenmeter: 1.160 - Abstieg: 2.380 m - Gehzeit: 8 Stunden

Di, 01.09.09: Ahrntal
Das Ahrntal zählt wohl zu den markantesten Tälern Südtirols. Auf dem Talwanderweg gelangen wir bis nach Prettau und Kasern, der nördlichsten Gemeinde Südtirols.
Nachdem aber das Wetter, wie schon die Tage vorher, sehr schön war, hat unser Wanderführer Wolfgang die längere und höhere Variante gewählt, startend um 8.00 Uhr beim Plattnerhof in St. Johann. Der Vorteil dieser ausgedehnteren Wanderung war, dass Michael schönere Panoramabilder mit seiner Kamera machen und auch wir die schönere Aussicht genießen konnten.
Einige Anstiege waren so steil, dass einem beim Gehen die Schwarzbeeren bergseitig beinahe in den Mund gefallen sind! Dem Wanderführer muß man allerdings zugute halten, dass er ein angenehmes Schritttempo vorgegeben hat.
Von St. Jakob aus erreichten wir die Steinerbach-, Feichtenberg- und Griessbachalm, bevor wir zu den Samhütten gelangten und bei der Waldner Alm - 2.100 m - kurz vor Hüttenschluss, war uns noch ein Getränk gegönnt.
Der Abstieg nach KASERN war lohnend und wir trafen dort um 18.15 Uhr ein.
Brigitte und Monika sind mit Wanderführer Wolfgang noch zur Hl.-Geist-Wallfahrtskirche im hintersten Talschluss gepilgert. Wirklich lobenswert nach diesem langen Wandertag.
Die Übernachtung (Ein-, Zwei- und Dreibettzimmer) mit Frühstück am nächsten Morgen war in zwei Pensionen reserviert. Das Abendessen im Alpengasthof Kasern hatte jeder selbst zu bestreiten.
Strecke: 21 km - Höhenmeter: 1.500 - Abstieg: 1.100 m - Gehzeit: 7 3/4 Stunde

Mi, 02.09.09: Rein
Unser Nachtquartier haben wir nach dem Frühstück um 7.00 Uhr verlassen und den Weg Richtung Prettauer Bergwerk eingeschlagen. Von dieser Seite aus konnten wir gut den gestrigen Höhenweg sehen und im Hintergrund den Großen Rauchkofel. Folgende Almen haben wir bei etwas bedecktem Himmel passiert: Innerbichler-, Steger- und Alprecht Alm (bewirtschaftet - kurze Rast), bevor wir in das Hasental gelangten.
Die Weiße Wand - 2.544 m - war an diesem Tag unsere höchste Erhebung, die wir im Eiltempo verlassen haben, weil es oben ziemlich windig war. Auf der Reiner Seite genießen wir den klassischen Blick zum Hochgall, Wildgall und Schneebiger Nock. Auf der Durra Alm haben wir uns noch gestärkt, bevor wir nach REIN abgestiegen und dort beim ***Sterne-HOTEL APLENRAST um 16.00 Uhr angekommen sind. Für eine Bergwanderung wurden uns im Tale recht komfortable Übernachtungsmöglichkeiten angeboten und auch das Essen schmeckte gut.
Strecke: 17 km - Höhenmeter: 1.150 - Abstieg: 1.180 m - Gehzeit: 6 1/2 Stunden

Do, 03.09.09: Rieserfernergruppe und Antholzer Tal
In der Ausschreibung stand: wir wandern durch das Herz der Rieserfernergruppe. Ein kühner Übergang leitet uns nach Antholz, wo wir direkt am Ufer des Antholzer Sees übernachten.

In Rein haben uns die beiden Teilnehmer Claudia und Norbert in der Früh adieu gesagt. Die Wetterprognosen waren nicht die Besten und zu Norbert muß ich noch anmerken, dass er sich tapfer bis hierher durchgekämpft hat und ihm noch für seinen Mut und seine Fitness ein großes Lob aussprechen. Bravo Norbert, wir haben uns stets an deinen Humor und deine Pointen unterwegs erinnert.

Start war um 7.45 Uhr in Rein und über die Kasseler Hütte (Teepause) erreichten wir bei Nebel und leichtem Nieselregen die Antholzer Scharte - 2.807 m. Der Abstieg dort war etwas beschwerlich und zum Glück war die Sicht nicht allzu gut. Bei Fixketten konnten wir uns halten und langsam die rutschigen und gefährlichen Passagen überwinden. Durch den Lärm einer Motorsäge wurden wir aufmerksam, dass unter uns noch Menschen beim Arbeiten waren (Naturparkangestellte) und daher Vorsicht geboten war.
Über die Schwörz Alm, die leider versperrt war, erreichten wir den Talboden von ANTHOLZ und mußten schlussendlich noch ein paar hundert Meter aufsteigen, bis wir um 17.45 Uhr in der ENZIAN-HÜTTE eintrafen.
Nach dem Abendessen war Überraschung angesagt. Der Mann von Linde brachte uns einen Schnaps vorbei, der Sohn hatte die Ziehharmonika dabei und meine Frau Zilli(le) überraschte uns mit Kuchen und Pusterer Marillen, Marke Eigenbau! Es wurde gespielt, gesungen und getanzt und der Abend klang in fröhlicher Rundes aus, während es draußen schon regnete.
Strecke: 19 km - Höhenmeter: 1.590 - Abstieg: 1.520 m - Gehzeit: 8 1/4 Stunden

Fr, 04.09.09: Gsiesertal
Wanderung mit Schirm! Die ganze Nacht hindurch hatte es immer wieder geregnet und der Tourenbeginn wurde um einige Stunden verschoben, bis wir endlich um 9.30 Uhr losmarschierten. Der Philosophie "Quer durch Südtirol" folgend sind wir mit wasserfester Wanderbekleidung, wasserfestem Rucksackschutz und Regenschirm zum Stallersattel aufgebrochen, haben dort ein warmes Getränk konsumiert und sind dann aufgestiegen zur Hallscharte - 2.550 m, die Katastergrenze zwischen dem Antholzer- und Gsiesertal. Leider konnten wir weder die Antholzer noch die Gsieser Berge wegen des dichten Nebels erblicken. Auf Gsieser Seite hat der Regen aufgehört und auf Anraten unseres Wanderführers Wolfgang (Gsieser Abstammung) sind wir in die Weißbach-Alm eingekehrt. Bei Jägerlatein und Almkäse, der vorzüglich schmeckte, verbrachten wir einige unterhaltsame Stunden und haben dann den direkten Weg über die Acherle-Alm nach ST. MAGDALENA/GSIES gewählt.  Den angenehmen Höhenweg haben wir uns an diesem Regentag erspart.

Eine Führung im Gsieser Bauernmuseum durfte natürlich nicht fehlen.

In der PENSION "STEGER" trafen wir um 18.00 Uhr ein und ein gemeinsames Pizzaessen rundete diesen in jeder Hinsicht erlebnisreichen Tag ab.
Strecke: 14,5 km - Höhenmeter: 930 - Abstieg: 1.100 m - Gehzeit: 5 Stunden

Sa, 05.09.09 (Abschlusstag) - Toblacher Pfannhorn - Innichen
Ich zitiere: Der Grenzkamm zwischen dem Gsiesertal und dem Osttiroler Villgratental leitet uns bis zum Toblacher Pfannhorn. Die Oberpustertaler Dolomitengipfel sind schon zum Greifen nahe. Nach einem längeren Abstieg nach Innichen schließt sich der Kreis "Quer durch Südtirol".
Schon beim frühzeitigen Aufstehen entdeckten einige Teilnehmer Schnee auf den Bergen. Wir starteten um 6.45 Uhr bei kaltem aber schönen Wetter in St. Magdalena, über die Tscharnied-Alm ging es dann über Schnee zum Kalksteiner Jöchl und auf dem Bonner Höhenweg auf das Toblacher Pfannhorn - 2.663 m. Eine kurze Mittagspause und ein herrlicher Rundumblick war uns gegönnt bis es dann Richtung Markinkele weiterging, bevor wir auf die Silvester-Alm abstiegen und über den Innichberg nach INNICHEN kamen. Ankunft dort um 16.15 Uhr.

In der Fußgängerzone vor einer Bar saßen wir im Freien und bei einem Getränk hielten wir noch Rückblick auf die vergangenen 9 Wandertage. Es war ein tolles Erlebnis bei den verschiedendsten Wetterverhältnissen, die man sich nur vorstellen kann: herrliches Bergwetter, warme Temperaturen, Föhn, kalter Wind, Nebel und Nieselregen, Blitz und Donner, starker Regenguss (die Schirme von Linde hielten diesem Wetter auch nicht stand), Schauer und Schnee.
Strecke: 25,5 km - Höhenmeter: 1.470 - Abstieg: 1.770 m - Gehzeit: 8 1/2 Stunden

Zusammenfassend ergeben sich folgende Daten:
Strecke: 166 km - Höhenmeter: 11.300 - Abstieg: 11.500 m - Gehzeit: 62 Stunden (reine Gehzeit).
Pro Tag:  18,5 km - Höhenmeter: 1.255 - Abstieg:   1.275 m - Gehzeit:   7 Stunden.

Um 18.00 Uhr bestiegen wir den Zug in Innichen; die ersten stiegen in Olang-Rasen/Antholz aus, dann waren die Brunecker an der Reihe, weiter ging es bis Klausen (Villnöß), Bozen (Girlan) und die letzten waren sicherlich die Meraner, die bei Dunkelheit dort eintrafen.

Wir verabredeten uns zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal zu treffen, eventuell Fotos und Nachbetrachtungen auszutauschen.

Unserem Wanderführer Wolfgang sei an dieser Stelle nocheinmal herzlichst gedankt für die wirklich gute Organisation dieses letzten Teiles "Quer durch Südtirol - Vom Brennerpass bis Innichen".
Ein großes Kompliment ergeht an die drei Teilnehmer, die alle 5 Teile der Südtiroldurchquerungen von Innichen - Sarntal, Sarntal - Reschensee, Reschensee - Salurn, Salurn - Brennerpass und Brennerpass - Innichen mitgemacht haben: GERTRAUD, LINDE und KURT.
Gelobt seien auch die 8 tapferen und gehtüchtigen Frauen, die Seniorinnen und Senioren (über 60) und alle anderen Teilnehmer, die diese Tour bravorös gemeistert haben.

Auf ein Wiedersehen!

Mittwoch, 26. August 2009

Besuch bei Hannes und Maijastiina in BERLIN

Am Mittwoch, 19.08.09 war Anreisetag.

Abfahrt in Olang um 9.00 Uhr mit KATHI, CHRISTIAN, ELINA und ZILLI. Unterwegs wurde in einer Landzeitraststätte Nahe Wörgl zu Mittag gegessen, bevor das Auto auf einem Bauernhof in der Nähe des Flughafens von München abgestellt wurde. Den Hintransport zum Flughafen übernahm die Besitzerin des Hofes; der Abflug erfolgte pünktlich um 15.30 Uhr und nach einer Stunde landeten wir bereits in BERLIN. Mit dem Taxi ging es weiter bis zur Wohnung von HANNES und MAIJASTIINA in die Bochumerstraße.

Zum Abendessen gab es vorzügliche finnische Spezialitäten: Lachs und Rentierfleisch mit Zutaten.
Die Jugend hat sich bei H & M einquartiert, für Zilli und meine Wenigkeit war im Hotel "Hansablick" in unmittelbarer Nähe ein Zimmer reserviert.

Donnerstag, 20.08.09: Nach dem Frühstück unternahmen Zilli und ich eine Einkaufstour am Kurfürstendamm. Anschließend fuhren Christian und ich zum Olympiastadion, wo ja der 800-Meter-Vorlauf anlässlich der Leichtathletik-WM mit dem Trainingskollegen Lukas RIFESSER stattfand.

Vor dem Stadion trafen wir Christian OBRIST, der seinen 1500m-Vorlauf bereits hinter sich hatte, aber leider das Halbfinale nicht erreichte.
Ich verfolgte das Rennen von Lukas neben einer Reihe von Sudanesen (Fans von Kaki) im halbgefüllten Stadion von Berlin (Platz für ca. 70.000 Personen).

Nach 400 Metern lag Lukas an der Spitze des Feldes, doch auf der Zielgeraden wurde er von 3 Mitkonkurrenten übersprintet und fiel auf Platz 4 zurück. Die ersten drei eines jeden Vorlaufes qualifizierten sich für das Halbfinale. Bis zum letzten Vorlauf hatte er noch Hoffnung, über die Zeit ins Halbfinale zu kommen, aber dann war der Traum vorbei.

Gewonnen hat seinen Vorlauf der Bahrainer Kamel mit einer Zeit von 1:46.43, Lukas erreichte das Ziel in 1:47.07. Schade, aber er ist noch jung und kann noch viel erreichen.

Vor dem Stadion haben wir den Leichtathletikexperten der "Dolomiten", Reinhard BLAAS getroffen, der noch einige Aufnahmen von uns machte (nachzuschauen unter

Hannes und ich sind am Nachmittag zum Museum "Berliner Unterwelten" gefahren, die anderen sind zum Plötzen-See geradelt.

Im Museum werden Schwerpunkte wie Bombenkrieg und Luftschutz thematisiert. In den ausgedehnten, authentischen und geschichtsträchtigen Räumen werden zudem Funde aus Bunkern des ehemaligen Regierungsviertels, sowie Kriegsschrott und Bodenfunde als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges gezeigt. Außerdem erfährt man viel Interessantes über Dinge, die sich im Berliner Untergrund befinden bzw. befunden haben (http://www.berliner-unterwelten.de/).

Am Abend war ich in Begleitung der drei Frauen im Berliner Konzerthaus anzutreffen, wo das Europäische Jugendorchester mit einer Orchesteranzahl von 140 Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren aus 27 europäischen Ländern grandios aufspielte. Wie die Sprecherin erzählte, haben sich 4000 Jugendliche für dieses Orchester beworben, 140 wurden durch einen Wettbewerb ermittelt.

Im ersten Teil wurden russische Werke dargeboten, im zweiten Teil französische. Wir hatten gute Plätze in der Galerie gleich hinter dem Orchester und so konnten wir bestens verfolgen, mit welcher Begeisterung und Konzentration sie alle beim Musizieren waren. Auch wenn sehr anspruchsvolle Musik geboten wurde, die Harmonie und Freude dieser Jugendlichen übertrug sich auch auf die Zuhörer. Ein Südtiroler zählte auch zu diesem Orchester und wie ich später in Erfahrung bringen konnte, probt und musiziert dieses Jugendorchester auch in Bozen.

Freitag, 21.08.09: An diesem WM-Tag fand wieder ein Rennen mit Südtiroler Beteiligung statt. Bei trüben und feuchtem Wetter gingen wir zu Fuß zum Brandenburger Tor, wo "Unter den Linden" das 50km-Gehen mit Alex SCHWAZER stattfand. Er zählte zu den Favoriten, hielt sich die ersten Runden auch immer in der Spitzengruppe auf, fiel aber nach 15 km etwas zurück und von Runde zu Runde wurde der Abstand immer größer, bis er schlußendlich aufgab. Gesundheitliche Probleme machten ihn zu schaffen. Schade, wir hatten so sehr gehofft, dass er eine Medaille holen würde, aber er ist noch jung und hat noch einige Chancen, erfolgreich zu sein. Er ist ja zur Zeit noch amtierender Olympiasieger und dieser Titel ist viel höher einzustufen als ein WM-Sieg.

Auf der Strecke trafen wir viele Bekannte aus Südtirol. Den Sportler Lukas Rifesser mit Trainer Gert CREPAZ und seiner Frau, den Sportreporter und Fotografen Reinhard Blaas, gar einige Fanclubmitglieder von Alex, die Verbandsspitze der Südtiroler Leichtathletik, den Bozner Bürgermeister Luigi SPAGNOLLI, den Landtagsabgeordneten Elmar PICHLER ROLLE, der uns einlud in die "Casa Italia" ins Hotel Ellington zu kommen, wo Hannes und ich (die Sportler Christian und Lukas hatten sich zu einer Trainingseinheit verabredet) Südtiroler Spezialitäten genossen. Die Handelskammer Südtirol hatte zu diesem Nachmittag geladen. Gar einige Leichtathletikbosse aus Italien und Südtirol waren anwesend, der Fanclub, Fotografen und ein privater Fernsehsender. Hätte Alex eine Medaille geholt, wären wahrscheinlich noch viel mehr Leute anwesend gewesen; so war natürlich die Stimmung nicht die Beste.

Der Abend fiel buchstäblich "ins Wasser" und wir bewegten uns nur mehr in der Umgebung unseres Hotels und Hannes gab uns einen guten Typ für ein Restaurant.

Samstag, 22.08.09: Während die Frauen bei herrlichem Wetter einen Stadtbummel machten, haben Christian, Elina und meine Wenigkeit am Vormittag eine Schiffsfahrt auf der Spree gemacht, startend vor dem Kanzleramtsgebäude. Elina war sehr neugierig und die Fahrt auf dem Schiff war kurzweilig. Wir sind vorbeigeschifft am Reichtagsgebäude, ARD-Studio, Haus der Kulturen, Berliner Dom, Fernsehturm und ein Teil der Berliner Mauer war auch noch zu sehen.

Anschließend habe ich den Marathonlauf der Herren vor dem Kanzleramtsgebäude und im Ziel am Brandenburger Tor verfolgt und dem kenianischen Sieger und allen anderen Teilnehmern zugejubelt.

Am späten Nachmittag haben wir wieder gemeinsam eine Radtour zum Schloss Charlottenburg unternommen, wo wir auch in den Gärten Fotos gemacht haben.

Sohnemann Hannes war an diesem Samstag in Leipzig mit seinem Masterstudium beschäftigt.

Noch eine Südtiroler WM-Teilnehmerin hatte am Samstag ihren großen Auftritt. Silva WEISSTEINER bestritt das 5000m-Finale und errang einen hervorragenden 7. Platz, als beste Europäerin. Bravo Silvia!

Der Abend klang aus mit einem köstlichen Abendessen (verschiedendste Tapasgerichte) in einem Restaurant am Brenzlauer Berg. Mit Lukas Rifesser und Alex Schwazer haben wir uns zu später Stunde in einem Lokal am Alexanderplatz verabredet und mit ihnen über ihre Rennen und andere lustige Begebenheiten geplaudert. Es war eine sehr lustige Gesellschaft und wie die Nacht dann weiterging kann ich hier leider nicht mehr berichten, da Kathi und ich mit einem Taxi nach Hause fuhren!

Sonntag, 23.08.09: Da Sonntag ist, sind Zilli und ich in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm gegangen, haben kurz gebetet und sind dann anschließend zur Siegessäule gegangen und haben dort zwei Runden des Marathonlaufes der Frauen verfolgt.

Nach dem Mittagessen im "Schleussen Krug" sind wir dann wieder alle gemeinsam in das Olympiastadion gefahren und haben dort sieben Finalwettkämpfe der Leichtathletik-WM verfolgt. Die spannendsten Wettkämpfe waren die Rennen über 1500m F, 800m M, 5000m M und die Staffeln über 4 x 400m.

Abends waren wir bei der Familie Schief zum köstlichen Essen auf ihrer Terrasse geladen.

Montag, 24.08.09: Wir (H & M, Zilli und ich) sind bei herrlichem Wetter und warmen Temperaturen mit der Bahn nach Werder an der Havel losgefahren. Dieser schmucke Vorort von Berlin liegt bereits in Brandenburg. Ein Abstecher auf die Insel Werder durfte natürlich nicht fehlen. Sie ist 900 x 400 m groß und wird von zwei Flüssen umflossen. Sie ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden.

In einem italienischen Restaurant haben wir vor unserer Abreise noch einmal Fisch gegessen.

Christian mit Kathi und Elina sind zum zoologischen Garten gegangen und die Kleine erzählte nachher von den vielen Tieren, die sie dort gesehen hat.

Um 15.30 Uhr verabschiedeten wir uns von Maijastiina und Hannes und fuhren per Taxi wieder zum Flughafen Tegel. Um 17.10 Uhr hoben wir in Berlin ab und landeten eine Stunde später in München. Dort wurden wir wieder abgeholt und zu unserem Auto auf den Bauernhof gebracht.

In der Ortschaft "Fischerhäuser" haben wir noch in einem typisch bayrischen Landgasthaus zu Abend gegessen und sind dann nach Hause gefahren. Um 23.00 Uhr sind wir in Olang eingetroffen.

Wir danken Hannes und Maijastiina, dass sie sich Zeit und Mühe genommen haben, uns während dieser sechs Tage in Berlin zu begleiten. Es war wirklich schön bei Euch und wir konnten viele neue Eindrücke wieder mit nach Hause nehmen. Mit der kleinen Elina hatten wir auch eine große Freude und so ist ein harmonisches Familientreffen leider allzufrüh zu Ende gegangen.




Montag, 6. Juli 2009

Der Jakobspilger war wieder unterwegs

Am Mittwoch, den 01.07.2009 bin ich in Olang um 6.30 Uhr losgefahren, den Zug in LIENZ um 7.50 Uhr bestiegen und in WEISSENSTEIN, wo ich letztes Jahr meine Pilgerwanderung abgebrochen habe (siehe eigener Bericht), um 9.15 Uhr angekommen. http://sigimapaul.blogspot.com/2008/06/jakobspilger-durch-krnten-vom-0206.html

Ich habe dort meine Wanderung begonnen und bin über Kellerberg - Feffernitz - Freistritz - Laas - Fresach (dort hat mich ein Einheimischer deutscher Abstammung ganz überraschend zu einem wohltuenden, frischen Getränk eingeladen und wir haben währenddessen einige Gedanken über den Jakobsweg ausgetauscht) und über den Höhensteig nach St. Jakob ob Ferndorf gelangt, wo ich neben der riesigen Linde die Jakobskirche erblickte, ein wirklich einzigartiges gotisches Kleinod, aber leider versperrt.

Nachdem der Regen eingesetzt hat, bin ich dort eine Weile verblieben und dann kurz mit dem Regenschirm weitermarschiert nach Insberg - Kleinegg - Großegg (der Weg verläuft auf einer Kuppe mit schönem Ausblick rechts zum Millstätter See und links ins Drautal) - Winkl und MOLZBICHL, Sitz eines frühmittelalterlichen karolingischen und damit ältesten Kärntner Klosters. Dort habe ich im Gasthof "Steinbrugger" übernachtet.

Am Abend dieses Tages hat mich Ernst aus Spittal abgeholt und wir sind nach Seeboden zu Daniel (beides ex-Studienkollegen und Freunde unseres Sohnemannes Hannes) gefahren. In Millstatt haben wir zusammen zu Abend gegessen und der Bar direkt auf dem See einige Plauderstündchen verbracht.

Reine Gehzeit: 6 1/2 Stunden.
Do, 02.07.09: in Molzbichl habe ich die Wanderung wieder aufgenommen und bin über den Weiler St. Peter zur Handelsstadt Spittal gelangt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind das berühmte Schloss Porcia und das Rathaus (beides 16. Jahrhundert) sowie die Kirche Mariä Verkündigung.

Weiter ging es über die Tiroler Straße stadtauswärts. Wald- und Wiesenwege führten mich nach Freßnitz und zur Kirche St. Peter im Holz. In unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche - schöner gotischer Bau mit gleich zwei Fresken des Hl. Christophorus - lag früher die römische Stadt Teurnia, auch Bischofssitz (4. Jahrhundert).

Der Weg führte bergab, vorbei an den Ausgrabungen und Fundamenten der frühchristlichen Bischofskirche, nach Lendorf, wo ich eine längere Mittagspause, aufgrund des einsetzenden Regens, einlegte.

Vorbei an der spätgotischen St.-Magdalena-Kirche und über die Möllbrücke gelangte ich nach Sachsenburg (von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind noch Teile der Ringmauer erhalten). Über den angenehmen Drauradweg pilgerte ich weiter bis nach LIND IM DRAUTAL. Dort übernachtete ich im Gästehaus "Schall".

Gehzeit: 8 Stunden.

Einige Begebenheiten dieses Tages:
"Bei teilweise sehr warmen Wetter waren die Stechmücken an der Drau eine Plage. Man war gezwungen, ständig weiterzumarschieren und auch die Radfahrer immer im Auge zu behalten. Es waren nur einzelne, die unterwegs waren, sonst hat man auf diesen ebenen Abschnitten und auch auf den Wiesen- und Waldwegen genügend Zeit in sich zu gehen, meditierend, betend und auch singend.

Was mich noch plagte an diesem zweiten Pilgertag war eine Blase am linken Fuß. Durch einen operativen Eingriff konnte ich diesen Schmerz aber beheben. Buße gehört ja auch zu einer Pilgerwanderung, man muß es nur immer positiv sehen.

Unterwegs auf einer Forststraße wollte ein Autofahrer mich ein Stück des Weges mitnehmen, ich habe aber dankend abgelehnt!

Nach Sachsenburg machte ich die Feststellung, dass der Pilgerstab nicht nur zum Wandern geeignet ist, sondern auch Gefahren von sich abzuwenden. Ein Hund hatte sich mir in den Weg gestellt und ich mußte mich, in diesem Falle mit dem "Stock", gegen ihn erwehren."

Fr, 03.07.09: Nach dem Frühstück begann der dritte Wandertag von Lind nach Kleblach - Blaßnig auf den Sattel - Kirche St. Lambert - Lengholz - Freskenkirche St. Georg - Gerlamoos (Heimatgemeinde des österreichischen Skirennläufers Fritz Strobl) - Steinfeld. Dort begann der Bienenwanderweg (lohnender Rundweg auch für Imker) und Baumlehrpfad, vorbei an der Martinskirche/Steinfeld, dem Panoramaweg folgend durch Wiesen und kurze Waldstücke nach Greifenburg.

Vor diesem Ort hat mich ein Geierpärchen ein Stück des Weges begleitet. Ganz unverhofft kam ein Geier im Sturzflug in meine Nähe; der Pilgerstock gab mir Sicherheit (danke Tonl für Deinen Stock) und so konnte ich ihn wieder vertreiben. Wahrscheinlich war in der näheren Umgebung ihr Horst. Dieser Pilgerstab hilft auch so manches andere Hindernis zu bewältigen.

In Greifenburg gönnte ich mir wieder die Mittagspause, um dann auf einen landschaftlich schönen Panoramaweg nach Berg im Drautal und auf einer weiteren Panoramastraße (asphaltiert) an der Kirche von Obertrallach vorbei ins Tal hinunter nach Dellach zu gelangen.

Ungefähr 10 km ging ich dann den Schotterdrauradweg entlang nach OBERDRAUBURG und übernachtete dort im Gasthof Pontiller.

Gehzeit: 9 1/4 Stunden.

Auf diesem Abschnitt des Pilgerweges ist keine Jakobskirche anzutreffen.

Es ist dies der Tag der Bienen-, Wiesen-, Wald- und lohnenden Panoramawege. Durch die genaue Beschreibung im Wanderführer von Peter Lindenthal "Auf dem Jakobsweg durch Süd-Österreich, Slowenien, Ost-, Süd- und Nordtirol", aber schlechte bzw. ungenügende Jakobsbeschilderungen, braucht man oft auch Phantasie den richtigen und angenehmen Feldweg zu finden.

Nachdem man auch z.T. den Drauradweg flußaufwärts wandert fällt einem immer wieder auf, dass die Drau erkenntlich kleiner wird, dafür das Wasser merklich schneller fließt.

Einige Anmerkungen zu einzelnen Ortschaften auf diesem Teilstück:
"Am Waldrand über Gerlamoos liegt die unbedingt zu besuchende "Freskenkirche". Im Innenraum der Kirche an der Nordwand sind drei Streifen von Bildfeldern aus der Georgslegende, der Kindheitsgeschichte Jesu und der Passion des berühmten Künstler und Malers Thomas von Villach zu sehen.
Steinfeld war im 15. Jahrhundert das Zentrum des Gold- und Silberbergbaus zwischen Oberdrauburg und Sachsenburg und sogar Sitz eines Berggerichts.
Der Markt Greifenburg wurde urkundlich bereits im Jahre 1230 erwähnt und entstand am Fuße der etwas älteren Greifenburg. Berühmte Geschlechter waren die wechselnden Besitzer des Schlosses: die Herzöge von Kärnten, die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich, die Grafen von Görz, die Habsburger, die Grafen von Ortenburg und bis 1943 die Grafen Orsini-Rosenberg (entnommen aus dem Wanderführer).
Oberdrauburg: die Siedlungsgeschichte dieses strategisch günstig gelegenen Marktes geht bis in die Römerzeit zurück. Für die Römer war "Castrum Trabure" eine wichtige Station in ihrem Straßennetz."

Sa, 04.07.09: Start in Oberdrauburg um 8.30 Uhr. Dem Fahrradweg und der Drau entlang ging es über Ötting zur schon von weiten sichtbaren Marienkirche von Unterpirkach bis nach Oberpirkach und erreichte flußaufwärts die Draubrücke bei Nikolsdorf, das schon in Osttirol liegt. Den Kärntner Jakobsweg ab Völkermarkt habe ich somit hinter mir, die Stadt Lienz vor mir.
Schon die Römer erkannten die strategisch wichtige Lage des Lienzer Beckens und errichteten hier den Stützpunkt Aguntum. Ab dem 11. Jahrhundert begann die Rodung und Besiedelung der Ebene zwischen Drau und Isel. Im 13. Jahrhundert wurde Lienz (mit dem Schloss Bruck als Wohnsitz) Residenzstadt der Grafen von Görz und politisch-kulturelles Zentrum.

Dort ging es weiter über Amlach nach Leisach, dann zuerst über einen Feldweg und anschließend asphaltierten Güterweg nach Burgfrieden mit seiner Lourdeskapelle. Ein Eintrag in das Buch "Jakobsweg in Tirol", das in der Kapelle auflag, durfte nicht fehlen.

Ein Jakobspilger aus Villach machte am 25.06.09 folgenden Eintrag:
"Herr, ich sehe Deine Welt, die Wunder Deiner Schöpfung. Danke, dass ich das alles erleben kann. Bleibe bei uns auf allen Wegen, die wir einschlagen."

Aus diesem Buch konnte ich auch ersehen, dass mehrere Einzelpersonen als Pilger unterwegs sind, nicht nur ich!

Die Lienzer Klause ließ ich hinter mir und erreichte gegen 18.00 Uhr über die alte Römerstraße das Dorf THAL.

Gehzeit: 7 3/4 Stunden.

Unterwegs wurde mir von einer gastfreundlichen Familie am Jakobsweg wiederum ein erfrischendes Getränk gereicht. Ich war wirklich durstig an diesem warmen und schönen Sommertag.
In Thal endete der zweite Teil meiner Wanderung auf dem Jakobsweg. Als ich dort eintraf, spielte gerade die Musikkapelle von Assling einen schneidigen Marsch auf, aber nicht wegen mir, sondern weil die Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum feierte.
Ich dachte mir, ein würdiger Abschluss und nachdem morgen Sonntag ist und auch die Pilger Anrecht auf einen Ruhetag haben, wurde ich gütigerweise an der Römerstraße abgeholt.

Einige Nachbetrachtungen zu diesen vier Pilgertagen:
"Der Pilgerstab war mein treuer Begleiter (siehe auch einige Anmerkungen dazu).

Der Rucksack auf meinem Rücken wog zwischen 9 und 10 kg. Man hat allerhand mitzunehmen: Kleidung, Schuhe zum Wechseln, Regenschutz, Brillen, Erste-Hilfe-Set, Fotoapparat und einiges zum Trinken und Essen.

Was sah ich so alles auf dem Pilgerweg? Natürlich viele Kirchen, z.T. offene, andere entlegenere gesperrte. Bildstöcke und Kruzifixe waren auch gar einige am Wegrand zu sehen.

Herrliche Kulturlandschaften, viele Mais- und Kornfelder; nette, sympathische Leute, die grüßen und gegrüßt werden; Auto- und Motorradfahrer, welche auf kurz begangenen Landstraßen vorbeifuhren; Jogger, Radfahrer, Pferdegespann und Reiter auf Uferstraßen; Hunde und andere Kleintiere, die sich auf einem Hof wohlfühlen; Fische, Wildenten und Paddler in oder auf der Drau; Rehe, Wildhasen, Geier und andere Vogelarten, die sich bemerkbar machen; sämtliches Ungeziefer, welches auch lästig sein kann.

Wem ich bis heute noch nicht begegnet bin ist ein zweiter Jakobspilger durch Kärnten und Osttirol. Aber nachdem ich diese Pilgerwanderung heuer bis Innsbruck noch fortsetzen will, ist gut möglich, dass ich noch einen Jakobspilger antreffe.

Insgesamt war ich 31 1/2 Stunden unterwegs und habe ca. 118 km in 4 Tagen zurückgelegt; durchschnittlich sind das ca. 30 km pro Tag.