Der ISELTRAIL ist ein wunderschöner Weitwanderweg entlang der ISEL in Osttirol, der von der ISELMÜNDUNG in LIENZ bis zum UMBALFALL am Fuß des Großvenedigers führt. Es ist der längste frei fließende Gletscherfluss-Wanderweg der Alpen. Man wandert stets am Wasser entlang (dies ist im Internet zu lesen).
Dienstag, 08. 09. 2026: 1. Etappe von LIENZ nach ST. JOHANN IM WALDE
Ich fahre mit dem Auto nach ST. JOHANN IM WALDE und mit dem Bus zurück nach LIENZ, zum Ausgangspunkt des ISELTRAILS.
Der Weg startet an der Mündung der ISEL in die DRAU in Lienz, nahe dem Hauptbahnhof. Der Fluss präsentiert sich hier noch ruhig. Vorbei am historischen ISELTURM verlässt der Wanderweg das Stadtgebiet. Schon bald passiert man das SCHLOSS BRUCK und den sogenannten Katzensteig, wo sich die ersten Blicke auf das Tal und die Lienzer Dolomiten eröffnen.
Der naturbelassene Fluss breitet sich in breiten Flussbetten aus. Man geht teils in schattigen Auenwälder und trifft auch auf Lehrtafeln. Auf Hälfte der Strecke passiert man AINET und teils ist der Auto- und Motorenlärm der nahen Strasse ein ständiger Begleiter. Das angenehme Flussrauschen der Isel entschädigt dafür.
Kurz vor SCHLAITEN verlasse ich für wenige Minuten das sonnige Haupttal. Ich entferne mich vom ausgeschilderten ISELTRAIL und gehe in eine enge Waldschlucht zum eindrucksvollen DABERER WASSERFALL. Die wildromantischen Kaskaden des Daberer Wasserfalles befeuchten die schattige Schlucht (im Internet nachzulesen).
Zurück auf dem ausgeschilderten Weg verläuft der Trail dicht an der Isel entlang, vorbei am Ort SCHLAITEN. Nach ca. 17 km und einer Stärkung unterwegs, erreiche ich schließlich ST. JOHANN IM WALDE, das Ziel der ersten Etappe.
Eine Einkehr in die dortige Pfarrkirche, die dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht ist und von der Hochwasserkatastrophe im Jahre 1965 teils zerstört und nach der mustergültigen Generalsanierung im Jahre 2005 wieder eingeweiht wird, zum Gebet und gleichzeitigem Dank bietet sich an.
Mit dem Auto geht es von dort heimwärts.
320 m im Aufstieg - 250 m Abstieg - 17,5 km - 4 1/4 St.
Mittwoch, 16.09.26: 2. Etappe von ST. JOHANN IM WALDE nach MATREI
Ich fahre mit dem Auto über Lienz nach ST. JOHANN IM WALDE und parke dort.
Um 9.00 Uhr beginne ich die 2. Etappe des ISELTRAILS durch das mittlere Iseltal. Sie verbindet flache Auenlandschaften mit ruhigen Flussabschnitten.
Um 10.30 Uhr erreiche ich HUBEN, den historischen Verkehrsknotenpunkt im Iseltal. Oberhalb von Huben wird das Iseltal enger und die ISEL wilder. Ich wandere auf angenehmen Schotter- und Wiesenwegen, flussaufwärts auf der linken Seite bis Huben, dann über eine Brücke auf die rechte Seite.
Ich erreiche FELD und von dort ist es nicht mehr weit nach MATREI, allerdings kurz auch auf Asphaltstraße wandernd.
Matrei in Osttirol ist eine Marktgemeinde mit ca. 4.600 Einwohnern, ist flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde Tirols und ist wirtschaftlicher, sozialer, touristischer und medizinischer Mittelpunkt im NATIONALPARK HOHE TAUERN.
Um die Mittagszeit stärke ich mich dort und nehme dann den Bus nach PRÄGRATEN. Den Iselweg von Matrei nach Prägraten bin ich bereits gegangen und nachdem die Strecke von St. Johann im Walde nach Matrei nicht so anstrengend ist, beschließe ich kurzerhand die Verlängerung von Prägraten nach STRÖDEN in Kauf zu nehmen. Auch zeitmäßig geht es sich gut aus und die Wetterverhältnisse passen auch.
Abschnitt PRÄGRATTEN - STRÖDEN:
Dieser Streckenabschnitt gehört zur 4. Etappe des Weitwanderweges in Osttirol. Er verläuft durch das Virgental, stets am Gletscherfluss entlang. Man wandert großteils direkt am Ufer der Isel. Je weiter man nach Westen wandert, desto wilder wird der Fluss. Dies bezeugt auch der GLO-Wasserfall.
Der Abschnitt endet am großen Wanderparkplatz in Ströden im Talschluss, dem Ausgangspunkt zu den berühmten Umbalfällen oder zur Clarahütte.
Vom Parkplatz fahre ich mit dem Bus zurück nach St. Johann im Walde und von dort mit dem Auto nach Hause.
530 m im Aufstieg - 250 m Abstieg - 21 km - 5 3/4 St.
Montag, 24.08.26: 3. Etappe von MATREI nach PRÄGRATEN
Lois macht den Vorschlag, die 3. Etappe des Iseltrails zu gehen. Wir fahren mit dem PKW bis nach MATREI in Osttirol.
Diese Etappe führt von Matrei über den "Weg der Sinne" hinein ins Virgental bis nach PRÄGRATEN am Großvenediger. Die Tour steht im Zeichen der Natur, des Wasserrauschens und der Tiefblicken.
Der Weg startet in Matrei und folgt dem breiten Bett der ISEL flussaufwärts Richtung FELD. Kurz dahinter geht die Route in den geschützten "Weg der Sinne" über. Dieser Pfad verläuft durch lichte Nadelwälder direkt am Ufer mit interessanten Stationen, anregend zum Mitmachen und sinnieren.
Hinter BOBOJACH verengt sich das Tal. Die Isel verwandelt sich von einem breiten Gletscherfluss in ein tosendes Wildwasser. Wir steigen ab in die Schlucht (etwas rutschiger Untergrund) und machen den Gegenanstieg zur Hängebrücke, ein absolutes Highlight dieser Etappe. Man schaut tief hinab in die Schlucht und sieht das Schmelzwasser, das sich dort durchzwängt.
Die Spannweite der Brücke beträgt 86 m und die Höhe der Brücke über der Schlucht beläuft sich auf 84 m. Diese Brücke wurde im Jahre 2024 fertiggestellt, eine Bereicherung für denISELTRAIL.
Nach dem Verlassen der Schlucht öffnet sich das Virgental wieder. Der Weg führt am Fluss entlang nach PRÄGRATEN, dem Bergsteigerdorf am Fuße des Großvenedigers.
Dort machen wir Mittagsrast und stärken uns, bevor es mit dem Bus nach Matrei und mit dem Auto wieder heimwärts geht.
700 m Anstieg - 350 m Abstieg - 16,5 km - 5 St.
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| St. Nikolauskirche abseits des Iseltrails |
Samstag, 19.09.26: 4. + 5. Etappe von STRÖDEN bis zum ISEL-URSPRUNG
Bereits um 6.00 Uhr fahre ich in Olang ab und über LIENZ und das VIRGENTAL erreiche ich den Parkplatz STRÖDEN.
Bei Ströden starte ich um 8.20 Uhr den Iseltrail auf der Fahrstraße, gelange dort in die Kernzone des NATIONALPARKS HOHE TAUERN und zur ISLITZERALM. Dieser Teil des ISELTRAILS verläuft durch das eindrucksvolle Umbaltal.
Kurz nach der Alm beginnt das Highlight der Tour, der Wasserschaupfad UMBALLFÄLLE. Ich nehme die Abkürzung und gelange zu den Schaukanzeln direkt über die tosenden Wasserfälle des Gletscherflusses, die ich natürlich fotografisch festhalte. Die Wucht des Schmelzwassers ist hier hautnah zu spüren.
Nach den OBEREN UMBALLFÄLLEN trifft man wieder auf den Hauptweg und schließlich mündet dieser in den Steig, der sich flußaufwärts durch ansteigende Serpentinen zieht. Am Beginn dieses Steiges treffe ich auf ein Schild mit dem Hinweis, dort lagernde Milchtüten bis auf die Clarahütte mitzunehmen. Ich zögere nicht lange und packe 3 solcher Tüten in meinen Rucksack und gebe sie bei der Hütte ab. Ein kurzes Dankeschön nehme ich gerne entgegen.
Während der Blick frei wird auf die umliegenden Dreitausender (Rötspitze, die Dreiherrenspitze ist noch nicht im Blick) erreiche ich die CLARAHÜTTE auf 2.038 m. Sie ist schutzsuchend in den Hang gebaut und bietet auch Übernachtungsmöglichkeit.
Bis zum ISELURSPRUNG am Umbalkees der Dreiherrenspitze mit der auf dem Foto sichtbaren Pyramide, ist von der Hütte aus noch 2 Stunden Gehzeit veranschlagt und ich bin froh, diesen Endpunkt des ISELTRAILS, müde aber doch zufrieden und glücklich, auf 2.550 m erreicht zu haben.
An diesem Punkt treffe ich zwei Frauen aus Osttirol, wovon Christine denselben Weg gegangen ist wie ich. Ihre Trailbegleiterin Ingrid hat als Überraschung einen Sekt im Rucksack und wir beglücken uns gegenseitig für die erbrachte Leistung.
Den Rückweg treten wir gemeinsam an und kehren noch kurz in der Clarahütte ein. Es steht uns noch ein längerer Abstiegsweg zum Parkplatz in STRÖDEN bevor.
Dies war der strengste Tag des Iseltrails und ich fahre am späten Nachmittag mit dem Auto gerne wieder nach Hause.
Eine nicht ganz umweltfreundliche Herangehensweise an diesen Trail muß ich mir selber eingestehen: ich habe großteils das eigene Auto benützt um die einzelnen Tagesetappen zu erreichen. Man könnte auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder an den einzelnen Etappenzielen übernachten. Dies ist der einzige negative Aspekt bei diesem sonst eindrucksvollen
Trail, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Die 5 vorgegebenen Tage, habe ich um 1 verkürzt.
1.200 m im Auf- u.Abstieg - 25 km - 8 St.
Insgesamt zurückgelegte Strecke: 2.750 m im Aufstieg - 2.050 m Abstieg - 80 km - 23 St.









































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