Freitag, 20. September 2019

Sardinien - Küsten- und Bergwanderungen

Unser Wanderführer JOSEF hat in der Ausschreibung zur heurigen Küsten- und Bergwanderung auf  SARDINIEN folgendes uns mitgegeben:

"Steil türmt sich die zerklüftete Küste auf, bizarr geformt sind die Granitberge am Supramonte und alles ist umgeben vom türkisfarbenen Meer. Wandern durch die paradiesisch wilden Szenarien auf Sardinien ist pures Vergnügen. Der Supramonte liegt in der Barbagia und ist nach dem Gennargentu das zweithöchste Gebirge Sardiniens.


Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Griechen nannten sie "Sandalyon", da ihre Form an einen Fußabdruck erinnert. Die Insel bildet mit den kleinen vorgelagerten Inseln die gleichnamige italienische Region und hat eine Fläche von 24.000 km² mit ca. 1.700.000 Einwohnern. Ihre Hauptstadt ist Cagliari.

Die Insel ist 200 km vom Festland entfernt; im Norden liegt - nur durch die 12 km breite "Straße von Bonifacio getrennt - die französische Insel Korsika.
Einschließlich der kleinen, vorgelagerten Inseln erreicht Sardinien eine Küstenlänge von 1.850 km.

Teilnehmer: Wanderführer Josef
                      Bekannte Gesichter: Helga, Monika, Marianna u.
                     Hubert, Theresia u. Reinhold, Paul
Neue Teilnehmer: Andrea, Lissi, Michelle, Rosmarie, Rudi                    

Samstag, 07.09.19: Flug nach SARDINIEN
Wir treffen uns um 7.30 Uhr in Bruneck und fahren mit einem Kleinbus der Firma "Taferner" bis zum Flughafen nach VERONA. In Klausen steigen noch zwei Teilnehmerinnen zu. 
Der Flug verspätet sich etwas und um 13.30 Uhr ist es endlich soweit. Nach 1 1/4 St. Flugzeit erreichen wir CAGLIARI, wo wir kurz die Altstadt besichtigen.
Wanderführer Josef führt uns durch die Stadt und vor der Weiterfahrt treffen wir uns noch zu einem Begrüßungs- und Erfrischungsgetränk vor einer Bar.

Die wechselvolle Geschichte Sardiniens hat die Stadt bis heute
geprägt. Antike Relikte findet man jedoch kaum noch. Die meisten erhaltenen Gebäude stammen aus der Zeit der Pisaner, Spanier und Piemontesen.
Die Kathedrale "Santa Maria", die wir auch besichtigen, ist die Bischofskirche von Cagliari. Sie wird zu Beginn des 13. Jahrhunderts im pisanisch-romanischen Stil erbaut und schon im 14. Jhd. erfolgen erste Umbauarbeiten im katalanisch-gotischen Stil.
Sehenswert ist auch die Krypta, deren Gewölbe mit 600 unterschiedlichen Rosetten versehen ist und ca. 300 Grabkammern beherbergt.
 Mit dem Bus "Deplano" starten wir in der Hauptstadt Sardiniens um 17.30 Uhr und nach ca. 3stündiger Fahrt erreichen wir ARBATAX, einen Ortsteil von Tortoli in der Provinz Nuoro mit ca. 2.300 Einwohnern.
Die Fahrt geht teils der Küste entlang, teils auf Schnellstraßen, durch karges und ödes, nur dünn besiedeltes Gebiet.

Die Suche auf Arbatax nach unserer Unterkunft "Borgo Cala Moresca" gestaltet sich etwas schwierig, doch kurz vor Essensschluss am Abend, erreichen wir noch das Restaurant.
Der Hunger ist groß, das Essen vom Buffet schmeckt gut und mit vollem Bauch geht es ins Bett.


Sonntag, 08.09.19: Punta La Marmora
Nach dem Frühstück starten wir um 8.30 Uhr wieder mit dem Bus, gelenkt von Gianfranco, wie auch alle kommenden Tage, von Arbatax.  Nach 2stündiger Fahrt erreichen wir unseren Ausgangspunkt auf 1.500 m Meereshöhe, den Rif. S'Arena, im Zentrum der Insel. Der Aufstieg ist nicht sonderlich anstrengend, jedoch ist eine lange Wegstrecke zurückzulegen. Die höchsten Gipfel Sardiniens ersteigen wir an diesem Tag: zuerst die Bruncu Spina (1.828 m), dann die Pta. Paulinu (1.795 m) und zum Schluss die höchste Erhebung der Insel, die Pta. La Marmora auf 1.834 m.


Der Gennargentu gilt als das Dach der Insel. Der Name des Gebirgszuges leitet sich von genna = Pass und argentu = Silber ab und bedeutet demnach eigentlich "Der Silberpass". Dort gibt es auch einen Skilift in Form eines neuen Sesselliftes an der Bruncu Spina.
Die Punta La Marmora ist benannt nach dem General und Senator Alberto La Marmora, der Sardinien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts intensiv erkundet und vermisst.

Zurück geht es zum Silberpass Arcu Gennargentu, ehe wir das verfallene Rif. Marmora erreichen und zum Rif. S'Arena zurückkehren. Schafe, Ziegen und auch schmale Kühe suchen auf brauner Weidefläche nach Gräsern und knabbern an Sträuchern. Auch Wasser ist in dieser Gegend wenig zu sehen.
Am Rif. S'Arena, das auch schon zum Verfall preisgegeben ist, wartet unser Bus und bringt uns wieder in Berg- und Talfahrt zurück nach Arbatax (2. St. Fahrtzeit).

Für manche Schwimmer geht sich noch eine Erkundung des Meeres in der Bucht aus, bevor es dann um 20.00 Uhr zum Abendbuffet geht.
685 m im Auf- u.Abstieg - 14 km - 4 1/2 St. reine Gehzeit


Montag, 09.09.19: Monte Corrasi, Orgosolo
Anders als in der Ausschreibung angekündigt, steht zuerst die
Besteigung des Monte Corrasi an, bevor es nach Orgosolo geht.
Wir starten immer um dieselbe Zeit und fahren nach Oliena, wo eine steile Bergfahrt nach Maccione (700 m) beginnt, die unser Chauffeur bravorös meistert. Die Busfahrt dorthin dauert ungefähr 2 Stunden.

Der Aufstieg zum Monte Corrasi auf 1.463 m beginnt. Er ist Teil des Gebirgszuges Supramonte und liegt auf einem Bergrücken,
dessen Westseite steil nach Oliena abfällt, an seinem Osthang aber ausreichend Platz für eine spannende Wanderung bietet.
Oben auf dem Berg angelangt, stärken wir uns, bevor uns die Rundtour hinein in die sardischen Dolomiten, eine einsame, kahle Berglandschaft aus verkarsteten, weißen Felsen und kleinen Hochtälern, führt. Nur wenige Wanderer sind auf dem gleichen Weg wie wir.

In Maccione wieder angelangt, stillen wir den Durst und unterhalten uns kurz. Ein neues Getränk wird dort für 2 Teilnehmer kreiert, auf Rezeptur von Rosmarie.
Die Fahrt geht weiter nach Orgosolo, das immer noch als berüchtigstes "Banditendorf" Sardiniens gilt. Heute kommen die meisten Besucher vor allem wegen den "Murales", den berühmten Wandgemälden, dorthin, so auch wir. Gar einige Fotos werden dort gemacht und der Chauffeur erwartet uns schon am Dorfausgang für die anstehende Heimfahrt.

Nach dem wiederum reichlichen Abendessen geht es noch vor dem Schlafengehen an die Poolbar zu einem "Absacker".
950 m im Auf- u.Abstieg - 11 km - 4 1/2 St.

Dienstag, 10.09.19: Karstschlucht Gola Gorropu
Heute weckt mich Rudi um 6.30 Uhr zum Sonnenaufgang am Strand, ein wirklich schönes Erlebnis.
Das Frühstücksbuffet ist wiederum reichlich und die Fahrt geht heute zur Karstschlucht.
Nach 2 Stunden Fahrtzeit, vorbei an Weingärten und Olivenhainen, erreichen wir den Parkplatz an der Brücke "S'Abba Arva". Der Wanderweg folgt dem Flusslauf des Riu Flumineddu, der sein Bett tief in den Kalkstein des Supramonte gräbt und eine bezaubernde Landschaft schafft, die auch viele Besucher anlockt.

Der erste Teil der Wanderung zur Karstschlucht Gola Gorropu dauert ca. 2 Stunden. Am Eingang des Canyon erhalten wir eine kurze Einführung und werden auf die Gehschwierigkeiten aufmerksam gemacht: schlüpfrige Steine, enge Passagen mit unterschiedlichen Wegmarkierungen, nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet. Bei Regenwetter ist diese Schlucht fast unpassierbar. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich, je weiter man  vordringt. Zunächst folgt man einfach den grünen Punkten an den Felsen. Später sind immer größere Felsbrocken zu überwinden und wir gelangen an eine Schlüsselstelle, die uns ein bischen Schwierigkeiten bereitet, aber mit gutem Willen und Hilfe von Josef meistern wir auch diese.
Die eindrucksvolle Schlucht wird von vollkommen senkrechten, in Teilen sogar überhängenden Kalksteinwänden gebildet und bietet eine reiche Flora und Fauna. Vögel bauen auch dort ihre Nistplätze und Steineichen bilden das Grün in diesem Canyon. In kleinere Becken sammelt sich Wasser.
Wir kehren um und gehen wieder zum Ausgangspunkt der Schlucht zurück und nehmen den steilen Anstieg zur Ghenna Silana (Markierung 505).

In einem flotten Tempo marschieren wir los und auf Halbweg erblickt Monika mit ihren Argusaugen eine bekannte Flasche von Helga, die auf einen Schnaps hinweist. Willkommener Anlass dort kurz innezuhalten und einen Schluck zu genießen. Hilft ja gegen Verkühlung nach dem schweißtreibenden Aufstieg. Danke Helga nochmals an dieser Stelle.
Oben am Pass Ghenna Silana angelangt, wartet schon der Bus, aber wir stillen zuerst noch den Durst in der nahegelegenen Bar.
Auf der 1 1/2-stündigen Rückfahrt geben Reinhold und Rudi Kostproben ihres sprachlich-dialektischen Talents zum Besten; eine Unterhaltung par excellence für die ganze Wandergruppe.

Um 17.30 Uhr geht sich noch ein Sprung in das Meer aus, andere ziehen es vor lieber im Zimmer die Beine hochzulegen.

Beim Abendessen wird unserem Rudi durch Reinhold und Theresia die Ehrennadel für seinen Humor und die Organisation eines Festes überreicht! Der Anlass und die Idee ist passend, der Grund eher zufällig. So siegs holt i!
1050 m Aufstieg - 280 m Abstieg - 13 km - 5 1/4 St.


Mittwoch, 11.09.19: Santa Maria Navarrese - Cala Luna - Cala Gonone
Weckruf durch Rudi um 6.15 Uhr zum Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang. Wir spazieren im hoteleigenen Gelände zu den roten Felsen und sehen unterwegs Mufflons, die vor uns das
Weite suchen. 2 krähende Hähne auf den Bäumen machen auf sich aufmerksam. Das  frühe Aufstehen zum Sonnenaufgang um 7.00 Uhr hat sich gelohnt.

Um 8.30 Uhr ist wiederum die pünktliche Abfahrt nach Santa Maria Navarrese zum Hafen. Dort warten 2 Schlauchboote auf die Südtiroler Wanderer und bringen uns nach 1 3/4 St. Schifffahrt bei etwas hohem Wellengang nach ca. 35 km zum Strand Cala Luna. Im wildromantischen Golf von Orosei mit seiner überwiegend wilden Steilküste halten die Boote immer wieder mal an um uns Gelegenheit zu geben ein paar Fotos zu machen. Leider konnten die Bootsfahrer bei der Grotta del Fico nicht anlegen, eben durch den hohen Wellengang. So müssen wir auf die Besichtigung der wunderschönen Tropfsteingebilde leider verzichten. Es bieten sich aber sonst herrliche Anblicke in diesem Golf von Orosei, ist er doch mit seinen 30 km die längste Einbuchtung an der Ostküste Sardiniens. Aus dem Meer ragt auch die Felsnadel S'Architieddu Lupiru S'Arcada heraus, ein wunderschöner Anblick.

In Cala Luna verlassen wir alle gesund die Boote und gehen einen Teil der letzten Etappe des "Sentiero Selvaggio Blu" der Küste entlang.
Dieser Wegabschnitt ist nicht gerade einladend, muss man doch jeden Tritt auf den Steinen sicher setzen. Es begegnen uns aber auch Paare mit Flipflop-Sandalen!, die zu den Sandstränden unterwegs sind; fast eine Zumutung. Über Cala Fiuli gelangen wir nach Cala Gonone und sehen dort gleich die Bar "Conchiglia". Wir bestellen Pizza und Fischsalate und natürlich Getränke, um den Durst zu löschen. Das Essen schmeckt nach dieser Anstrengung gut.

In Cala Gonone nimmt uns der Bus wieder mit und über die Ghenna Silana gelangen wir wieder nach Arbatax. An diesem Tag sind wir mit unserem Taxi 1 3/4 Stunden unterwegs.
330 m Aufstieg - 280 m Abstieg - 9 km - 3 St.


Donnerstag, 12.09.19: Selvaggio Blu mit Punta Giradili
Wir fahren wiederum nach dem Frühstück, immer um die gleiche Zeit, mit dem Taxibus nach Santa Maria Navarrese, einer Küsten- und Touristenstadt in der Gemeinde Baunei mit ca. 1.400 Einwohnern. Dieser Ort zählt zu den beliebtesten Badeorten in der Ogliastra. Der herrlich goldene Strand liegt windgeschützt in einer kleinen Bucht mit Blick auf den Hafen von Arbatax und seinen roten Porphyrklippen.
.
In Santa Maria Navarrese beginnt der erste Teil des "Selvaggio Blu", eine Trekkingroute entlang der Küste im Bezirk Baunei. Der Charakter dieser ganzen Tour: wild, romantisch, wunderschön; so steht es im Internet. Wir gehen nur bis zum Naturdenkmal Pedra Longa, einer Klippe, die aus dem Meer hervorragt (bis hierher 1 3/4 St. Gehzeit). In der einzigen Bar dort machen wir kurz Rast bevor wir zur Punta Girardili auf 732 m aufsteigen. In der Mittagshitze nehmen wir den Anstieg in Angriff und erreichen durchnässt über die Gengia Girardili das Hochplateau, welches vom Land aus mit einer Forststraße erschlossen ist. Dann geht es über Felsklippen zum Hauptgipfel, wo wir uns stärken und mit dem Getränk sparsam umgehen, da noch ein langer Abstieg in der Sonne uns bevorsteht.



In Pedra Longa nimmt uns der Bus wieder mit, hält noch in Santa Maria Navarrese, wo andere Wanderer und Badegäste zusteigen, und bringt uns zum Hotelkomplex in Arbatax. An diesem Tag sitzen wir nur 1 1/2 Stunden im Bus.

Nach dem Abendessen gehen wir geschlossen zu einem Unterhaltungsabend auf freiem Gelände mit Darbietungen von typischen sardischen Volkstänzen und den Verkaufsständen in der Arena. In der Disko sind nur noch die Tapfersten anzutreffen. Um Mitternacht endet auch noch für diese der Tag.
1.030 m im Auf- u.Abstieg - 15 km - 6 St.



Freitag, 13.09.19: Kulinarium
Nach dem Frühstück machen wir einen Rundgang im Hotelkomplex.
Borgo Cala Moresca in Arbatax verfügt über 250 Zimmer und sieht wie ein typisch sardisches Dorf aus. Das Hotel befindet sich in einer wunderschönen Lage direkt über dem Meer. Man trifft auf Bars, Restaurants, Panorama-Terrassen und einen großen Pool.
Etwas unterhalb befindet sich das Amphitheater.

Die Bucht von Cala Moresca ist etwa 150 bis 300 Metern von den Zimmern entfernt; breite Terrassen gehen bis ans Meer.

Um 11.00 Uhr ist die Abfahrt nach Santa Maria Navarrese angesagt.
Josef führt uns über einen etwas steilen Anstieg in der Mittagssonne zum Agriturismo "Cuile S. Iscorrada". Diese Programmänderung nehmen wir gerne in Kauf; eine gute Idee.
Ein Aperitiv stimmt uns ein auf die kommenden sardischen Köstlichkeiten. Die verschiedenen Vorspeisen werden serviert und wir genießen, bei herrlicher Aussicht auf das Tyrrhenische Meer, die köstlich zubereiteten Gerichte. Auf die guten Vorspeisen folgt die Hauptspeise, wiederum Produkte aus dem eigenen Bauernhof.

 
Nachdem es so gut schmeckt, essen wir alle wahrscheinlich zuviel. Dazu trinken wir einen guten Tropfen Rotwein und nach der deftigen Nachspeise wird uns noch ein Verdauungsschnaps spendiert. Wir halten uns an diesem Tag an die Italiener: 3 Stunden sitzen wir bei diesem köstlichem Essen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem Wanderführer Josef, der uns zu diesem Kulinarium einlädt.
Der Abstieg tut der Verdauung gut und die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus dauert an diesem herrlichen Tag 1 Stunde.

Die Zeit bis zum Abendessen steht zur freien Verfügung. Der Hunger am Abend, obwohl die Auswahl immer reichlich ist und gut präsentiert wird, ist minimal. Die Wandergesellschaft hat aber doch noch Lust auf ein Abschlussgetränk in einer Bar.
250 m im Auf- u.Abstieg - 4 km - 1 St.


Samstag, 14.09.19: Olbia - Costa Smeralda - Abreise
Wir fahren, wie alle Tage zuvor, mit unserem Buschauffeur Gianfranco um 8.30 Uhr in Arbatax los Richtung Norden nach Olbia. Dort steigt die Reiseleiterin zu und erzählt uns auf der Fahrt zur Costa Smeralda allerhand Wissenswertes von Sardinien und dieser Smaragdküste.
In den Anfängen der 1960er Jahren entsteht hier unter der Führung des Milliardärs Aga Khan ein exklusives Ferienparadies für die Superreichen. Das ist der Beginn des Tourismus auf Sardinien. Überall auf der "vergessenen Insel" entstehen plötzlich Hotels und Feriensiedlungen, die teuersten auf ganz Sardinien.

Auf Porto Cervo, der "Hauptstadt" der Costa Smeralda, machen wir einen Zwischenstop. Der Baustil verbindet alte sardische Traditionen mit modernen Elementen. Mit größter architektonischer und landschaftsplanerischer Sorgfalt entsteht das kleine Städtchen rund um die charakteristische Piazzetta mit wunderschönen Büros, Banken, Bars, Restaurants, Hotels und Geschäften. Unsere Frauen haben hier nur gestaunt, welch teure Taschen und Lederjacken in den Schaufenstern zu sehen sind.
Eine ausgedehnte Bucht mit großen und teuren Motoryachten, die zu den schönsten des Mittelmeeres gehören, sehen wir im Porto Cervo Marina.

Mit dem Bus fahren wir noch zum Flughafen in Olbia und verabschieden uns dort vom verlässlichen Chauffeur. Wir sind am heutigen Tag mit ihm 4 Stunden gefahren mit 260 Tageskilometern. Ein Danke noch an dieser Stelle an Gianfranco, der mit uns auf der Insel Sardinien an die 1.000 km zurücklegt. Rechnen wir noch die Kilometer von Zuhause nach Verona, Hin- und Rückfahrt dazu, dann kommen wir auf 1.500 km.

Zusammenfassung:
Höhenmeter im Aufstieg                   : 4.300 m
Abstieg                                                : 3.480 m
Zu Fuß bewältigte Kilometer           :      66 
Insgesamt reine Gehzeit                    : 24 1/2 Stunden 

Der Retourflug von Olbia ist wiederum nicht pünktlich und es braucht ein bsichen Geduld. Nach 1 Stunde Flugzeit landen wir in Verona und der Kleinbus der Firma "Taferner" bringt uns wieder gut nach Hause. Die letzten Teilnehmer dieser Wandergruppe kommen um 23.00 Uhr nach Olang.

Zum Schluß noch ein herzlicher Dank an unseren Wanderführer Josef, der alles bestens organisiert und bei den Wanderungen immer den richtigen Weg findet. Von seiner Ausschreibung und vom Internet entnehme ich auch gewisse Texte für meinen Bericht. 
Ein Dank gebührt auch unserer Kassierin Theresia und ein Kompliment der ganzen Wandergruppe für die Pünktlichkeit, die Gehtüchtigkeit und die Unterhaltung. Es war schön mit dabei zu sein.





  



 




 












































Sonntag, 28. Juli 2019

Hoch und Heilig - Pilgerweg

Für das heurige Jahr habe ich mir vorgenommen, den Pilgerweg "HOCH und HEILIG" zu gehen. Das "Hoch" steht für die Anstiege, das Bergauf und Bergab auf fast 13.000 Höhenmetern, das "Heilig" steht für Heil suchen.
Die Beschreibung hierzu habe ich durch Güte erhalten und mich eingelesen und damit befasst.
9 Etappen werden vorgeschlagen und der Weg führt durch Ost-, Südtirol und Kärnten, startend von LAVANT und endend in HEILIGENBLUT. Die Wegstrecke beträgt ungefähr 200 km; dabei sind 13.000 m in Auf- und Abstieg zu überwinden, so steht es im Pilgerbüchl.


Mi, 12.06.19
1. Etappe: LAVANT - ST. KORBINIAN

Mit dem Auto fahr ich nach Thal/Assling und besteige dort den Bus nach Lienz. Dort bietet sich eine Mitfahrgelegenheit nach LAVANT an, die ich gerne annehme.
Wie es sich zum Einstieg gehört, ist diese erste Etappe eher leicht.
Ich beginne die Wanderung bei der Wallfahrtskirche in Lavant an der Grenze zu Kärnten. Hier auf dem Kirchbichl finden sich
spätrömiche Ausgrabungen, wo ich auch noch Studenten bei dessen Arbeit sehe.
Die Pfarrkirche St. Ulrich wird im 5. Jahrhundert als Bischofskirche erbaut und nach dem Neubau gotisch vergrößert und im Stil des Barock großzügig umgebaut.
Gleich oberhalb ist die Kirche St. Peter und Paul, wo drei gotische Flügelaltäre zu sehen sind.
Auf dem Weg Nr. 11 gehe ich weiter und erreiche den Kreithof, den höchsten Punkt dieser 1. Etappe auf 1.054 m. Ich sehe auf
diesem Weg zahlreiche Weinbergschnecken nach verregneter Nacht.
Weiter geht es zum Tristacher See und hinunter über den Waldlehrpfad bis zur Kapelle am Ulrichsbichl. Auf dem Altarbild sind die zwei Heiligen Nepomuk und Ulrich dargestellt.

Nach Amlach ist es nicht mehr weit und ich kehre in der Kirche zur Hl. Ottilie ein. Diese Wallfahrtsstätte suchten die Gläubigen früher bei Augenleiden auf.
Der Weg führt mich weiter, vorbei an Hinweisschildern dieses Pilgerweges, über die Drau nach Leisach. Dort mache ich Mittagsrast, bevor es auf dem alten Römerweg nach Burgfrieden, vorbei an der Lienzer Klause, geht. Die Geschichte lehrt uns, dass dort die Tiroler Schützen im Jahre 1809 die napoleonischen Truppen zum Abzug aus Lienz zwangen.

Weiter auf dem Römerweg komme ich in die Ortschaft Thal und nach einem kurzen Anstieg erreiche ich eine der schönsten spätgotischen Kirchen Tirols, nämlich St. Korbinian. Der Heilige Korbinian gilt als der erste Bischof von Freising in Bayern, wird dort sehr verehrt und als "der Glaubensbringer" dargestellt.
Durch eine Glasabsperrung sieht man den berühmten Flügelaltar von Friedrich Bacher.
Von Thal geht es mit dem Auto wieder zurück nach Olang.
670 m Aufstieg - 750 m Abstieg - 19 km - 6 St.


Mo, 24.06.19
2. Etappe: ST. KORBINIAN - MARIA LUGGAU

Zilli hat Reinhold und mich mit dem Auto in der Früh nach THAL gefahren und dort starten wir um 7.00 Uhr unsere zweite Etappe von "Hoch & Heilig" nach MARIA LUGGAU.
Wir queren die Drau beim Sägewerk und folgen dem steilen Steig nach Schwarzboden. Über einen Forstweg geht es nun abwärts bis zum Abzweiger Richtung Kofelpass. Durch den Föhrenwald erreichen wir das Dapra-Kreuz am Eingang der Schlucht des Leisacher Almbaches und steigen nun, teils seilversichert, in der Sonne und bereits warmen Temperaturen, zum Kofelpass auf 1.880 m auf. In der landschaftlich reizvollen Hochebene  der Leisacher Alm bietet sich ein idealer Aussichtspunkt, bevor es über einen breiten Forstweg bergab Richtung Lotteralm geht. Wir biegen nun links ab und nehmen den Weg Nr. 27/212 in Richtung Guggenberg, gelangen dort zur Annakapelle und kehren zu einem Gebet ein.

Über einen Feldweg, vorbei an gar einigen Mühlen, gelangen wir gegen 15.00 Uhr zur BASILIKA in MARIA LUGGAU. Wir machen einen Rundgang im kühlen Servitenkloster, bevor wir in die Wallfahrtskirche zu unserem Dankgebet einkehren. Wir finden noch den Stempel und gehen anschließend auf Zimmersuche.
Im Hotel "Paternwirt" lassen wir uns das heutige Abendessen schmecken und treffen dort auf eine sympatische Kärtnerin namens Alexandra, die mit schwerem Rucksack auf dem Gailtaler Höhenweg unterwegs ist.

Nach Maria Luggau kommen jährlich ca. 60 organisierte Wallfahrten aus Kärnten, Slowenien, Italien, Osttirol und Südtirol, wobei die Gsieser den weitesten Weg zum Wallfahrtsort gehen, so die Erzählung einer einheimischen Frau.
Dieser Wallfahrtsort liegt in der Gemeinde Lesachtal auf 1.173 m Höhe und hat ca. 250 Einwohner.
Das Kloster wurde im Jahre 1591 als Franziskanerkloster gegründet
und wird heute von den Serviten geführt. Es beherbergt seit 1989 auch ein katholisches Bildungshaus für Oberkärnten.
1.370 m Aufstieg - 1.020 m Abstieg - 17,5 km - 7 St.


Die, 25.06.19
3. Etappe: MARIA LUGGAU - KARTITSCH

Wir starten nach dem Frühstück um 8.00 Uhr, kaufen noch reichlich Getränke für den heißen Tag und eine kleine Jause für unterwegs ein.
Wir folgen zuerst der Loipe und dann dem Grenzlandweg Richtung Kartitscher Sattel. Die Beschilderung entlang des Weges ist gut, nur der Grenzlandweg ist durch Unwetter und den Flusslauf in einigen Stellen schwer passierbar.
Wir gehen durch die einzigartige Kulturlandschaft der Obertilliacher Felder mit ihren zahlreichen kleinen Heustadln und treffen auf der Pilgerroute auf die kleine Kirche St. Nikolaus mit Fresken von Simon von Taisten. In die Pfarrkirche St. Ulrich und Jakobus im Ortskern von Obertilliach kehren wir zu einer kurzen Besinnung ein und stillen unseren Durst im nahegelegenen Gasthaus.

In der Mittagshitze geht es nun aufwärts, dem Pilgerhinweisschild folgend, Richtung Gripp. Den Steig Nr. 47 können wir nicht immer gehen und pilgern alternativ auf der Forststraße, da die Holzschäden vom Unwetter im Oktober 2018 noch zu beheben sind.  Wir sind aber trotzdem froh, dass wir im Wald noch teilweise im Schatten gehen können.
An der Waldgrenze am Gripp steht eine kleine private Berghütte mit herrlichem Ausblick. Wir gönnen uns in einem schattigen Platz die Mittagspause, bevor es wieder aufwärts geht in Richtung Westen zum Pfannegg, dem höchsten Punkt unserer heutigen Etappe auf 2.218 m und wandern weiter auf dem Gailtaler Höhenweg zum Dorfberg (2.113 m), wo wir die Ruhe und die herrliche Aussicht genießen.
Nun geht es abwärts, teils auf Steig, teils auf Forstweg nach St. Oswald. Wir besuchen die gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihren Fresken. In der nahegelegenen Kapelle holen wir uns den Stempel und das Segensband ab.

Da uns im Hotel "Dorfberg" in St. Oswald keine Unterkunft gewährt wird, pilgern wir weiter über den Wiesenweg nach Kartitsch und finden dort im Gasthaus "Dolomitenhof" freundliche Aufnahme. Im neu umgebauten Gasthaus gefällt es uns gut und nach dem anstrengenden Tag stillen wir Durst und Hunger.

Das Bergsteigerdorf Kartitsch ist eine Gemeinde im Tiroler Gailtal mit den Ortsteilen St. Oswald und Hollbruck, liegt auf 1.356 m und hat ca. 800 Einwohner.
1.300 m Aufstieg - 1.120 m Abstieg - 28 km - 8 1/2 St.



Mi, 26.06.19
4. Etappe: KARTITSCH - INNICHEN

Nach dem reichlichen Frühstück im Gasthof "Dolomitenhof" gehen wir zur Pfarrkirche St. Leonhard und setzen dort die Pilgerwanderung, dem Hinweisschild "Hoch & Heilig" folgend, auf der Gemeindestraße bis zur Wallfahrtskirche von Hollbruck fort. Wir gehen selbstverständlich in die reich ausgestattete barocke Kirche hinein und beten ein "Ave Maria".

Bereits am Beginn des 17. Jahrhunderts entstand in Hollbruck eine kleine Holzkapelle. Als sich die Wallfahrt entwickelte und dieser Sakralbau zu klein war, errichtete man einen Neubau, der 1688 geweiht wurde.

Nun geht es weiter über die Wege Nr. 14 und 467 hinunter ins Pustertal nach Rabland und weiter zur Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" nach Sillian.  Sie wurde im Jahre 1326 erstmals urkundlich erwähnt; der gotische Bau bestand bis ins 18. Jahrhundert und wurde dann barockisiert.
Die Marktgemeinde Sillian zählt ca. 2.050 Einwohner und ist der Hauptort des Osttiroler Oberlandes.

Der weitere Pilgerweg führt uns zuerst über eine Asphaltstraße am späten Vormittag in die Höhe und über den Wichtlweg - Kopsgute (Markierung Nr. 1) gelangen wir nach Arnbach zum
Kriegerfriedhof der Gefallenen des 1. Weltkrieges, gelegen neben der Kirche.
Neben der Drau geht es jetzt Richtung Winnebach, also wir kommen nach Südtirol. Neben der Grenze stärken wir uns im Restaurant und begeben uns wieder auf dem Pilgerweg zur Kirche nach Winnebach und Vierschach zur Pfarrkirche zur "Heiligen Magdalena". Ab hier folgen wir dem Talwanderweg an der orografisch rechten Seite der Drau, über die Felder bis nach Innichen. Den romanischen Turm des Stiftes Innichen stets vor Augen sehnen wir uns in der Hitze nach unserem Ankunftsort. In der Stiftskirche stellen wir den Rucksack ab und sitzen betend vor dem Altar.

Stempel und Pilgerbändchen holen wir im Pfarrzentrum ab.

Die Stiftskirche wurde im romanischen Stil erbaut und stammt aus dem 12./13. Jahrhundert. Die Patrone sind die heiligen Candidus und Korbinian. Das hoch verehrte Gnadenbild stellt die Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1250 dar, ein Meisterwerk
romanischer Bildhauerkunst und Ziel vieler Pilger aus Nah und Fern.
Innichen ist eine Marktgemeinde mit ca. 3.350 Einwohnern.

Um 18.20 Uhr besteigen Reinhold und ich den Zug in Innichen und fahren nach Hause.
520 m Aufstieg - 760 m Abstieg - 21,5 km - 6 1/2 St.







 









































Mo, 08.07.19
5. Etappe: INNICHEN - KALKSTEIN

Mit dem Zug fahren Reinhold und ich in der Früh nach Innichen.
Die 5. Etappe des Pilgerweges "Hoch & Heilig" führt uns von INNICHEN nach KALKSTEIN.
Wir brechen also nach einem Kaffee von der Stiftskirche auf in Richtung NO zum Innichberg und gehen auf der Bergstraße vom  Gadenhof/Raner bis zum Mehlhof. Bei diesem Hof gibt es eine spektakuläre Aussicht zu den Drei Zinnen. Danach geht es steil bergauf über den Weg Nr. 3 zum Bodeneck und anschließend ins Silvestertal. Wir gehen weiter zur Silvesteralm, stehen dort leider vor verschlossenen Türen, kehren wieder um und gehen auf einer Abkürzung zur Silvesterkapelle.

An Stelle einer vorchristlichen Kultstätte entstand im Hochmittelalter ein kleines Heiligtum zu Ehren des Viehpatrones St. Silvester. Das Alter der malerischen Kapelle über der höchsten Stelle des Silvestertales reicht um die Zeit um 1200 zurück. Wir gehen in die Kapelle hinein, halten kurz Inne und bewundern die Fresken der Brixner Malschule, die wahrscheinlich vom Meister von Klerant um 1450/60 gemalt wurden.

Wir steigen nun von der Silvesterkapelle in Richtung Strickberg auf und nehmen den Steig Nr. 3, 14, der immer wieder eine alte, parallel verlaufene Militärstraße schneidet.
Wir erreichen das Gipfelkreuz des Strickberges auf 2.553 m. Wir halten uns nicht lange auf, da es ziemlich windig ist und gehen weiter zum Markinkele, ein Gipfel in den südlichen Villgratner Bergen an der Grenze zwischen Südtirol und Osttirol, der 8 m niedriger ist, und ein schönes Gipfelkreuz uns zum Fotografieren einläd. Die Sicht dort oben reicht zu den Dolomiten, zum Spitzkofel, Kronplatz und den Zillertaler Alpen.
Beim Abstieg folgen wir den Wegen 5 und 5A in Richtung Alfenalm und weiter zu unserem Etappenziel, die Wallfahrtskirche Maria Schnee in Kalkstein. Den Pilgerwürfel sehen wir hinten rechts und holen uns dort den Stempel und das Pilgerbändchen ab.

Diese Kirche wurde 1875 geweiht. Das Innere des neugotischen Baues zeigt einfaches Sternrippengewölbe mit spitzem Chorbogen.


Im Gastbetrieb neben der Wallfahrtskirche stärken wir uns noch, bevor wir mit dem Bus nach Sillian fahren und dort bietet sich dankenswerterweise eine Mitfahrgelegenheit nach Olang an.
1.490 m Aufstieg - 1.030 m Abstieg - 14,5 km - 6 1/2 St.






























Die, 16.07.19
6. Etappe: KALKSTEIN - ST. JAKOB i.D.

Wir fahren nach Sillian und besteigen dort den Bus um 7.30 Uhr nach Kalkstein. Reinhold und ich sind die einzigen zwei Fahrgäste  auf dieser Strecke.
Pünktlich um 8.00 Uhr nehmen wir unsere Wanderung auf und starten bei der Kirche Maria Schnee in Kalkstein. Über den Peststeig - Nr.6a - geht es in Richtung "Wegelate Säge". Ein wirkliches Unikat: das einzige noch mit Wasserkraft betriebene Venezianer Sägewerk kann besichtigt werden.


Nun folgen wir kurz dem Straßenverlauf und biegen dann links auf den Wanderweg Nr. 2 Richtung Unterstaller Alm ab. Wir stoßen gleich auf ein sehenswertes Naturdenkmal, den Sinkersee, den wir umwandern. Er ist mit vielfältigen Formen der alten Holzzäune umgeben und bietet einen
wunderbaren Anblick. Schautafeln geben zusätzliche Auskunft.

Anschließend gehen wir weiter zur Unterstaller Alm und kehren kurz ein, bevor es dann auf Weg Nr. 15, 328 steil aufwärts geht. Wir sehen zahlreiche Bauern die das Gras mähen und das Heu einbringen. Überhaupt ist das Villgratental gekennzeichnet durch eine Vielzahl an Almen und ganzen Almdörfern.
Wir erreichen, durch blühende Wiesen, das Villgrater Törl auf 2.510 m und machen dort Mittagsrast. Eine imposante Bergkulisse umgibt uns und Reinhold bietet auf dieser etwas windigen Höhe ein Schnapsl an. Auch eine anwesende Frau, die von uns Beiden ein Foto knipst, wird mit einem Fingerhutvoll belohnt.

Über den Steig Nr. 328, der gut markiert und gut gehbar ist, steigen wir zur Hinteren-Stalle-Alm ab und wandern, nun auf einer Forststraße, weiter zur bewirtschafteten Alpe Stalle. Ein wohlverdientes Bier ist uns gegönnt.

Wir kommen am Wasserfall des Stallebaches vorbei und steigen ab ins Defereggental, wo wir über einen kurzen Abstecher taleinwärts die Wallfahrtskapelle Maria Hilf erreichen, die in der Ortschaft Rinderschinken liegt. Diese Kapelle wurde 1785 erbaut. Im Innern sehen wir vier Glasmalereifenster mit der Darstellung der Marienstatuen von Lavant, Maria Luggau, Kalkstein und Obermauern. Sehenswert ist zudem noch das Maria-Hilf-Bild im Altarbereich.

Von dieser Kapelle aus geht es nur mehr flach über den Talwanderweg und Wassererlebnisweg Nr. 74, 706 zu unserem Tagesziel, der Pfarrkirche St. Jakob.

 Wir kehren ein, verweilen im Gebete und holen uns am Eingang den Stempel und das Pilgerbändchen ab.

Im Jahre 1299 wird die Kirche von St. Jakob zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ende des 15. Jhds. wird sie zumindest teilweise neu errichtet, ein Neubau der Kirche wird im Jahre 1835 abgeschlossen. Erwähnenswert sind noch die Deckenmalereien im Innern der Kirche.

Theresia holt uns dankenswerterweise am späten Nachmittag in St. Jakob ab und bringt uns nach Hause.
1.100 m Aufstieg - 1.340 m Abstieg - 19 km - 6 3/4 St.



 













Die, 23.07.19
7. Etappe: ST. JAKOB i.D. - VIRGEN

Um 6.15 Uhr fahren wir in Olang los und Zilli bringt uns nach St. Jakob i.D., wo Reinhold und ich um 7.00 Uhr zur 7. Etappe aufbrechen.
Bei der Kirche in St. Jakob starten wir, zuerst auf Asphaltstraße, den Wegen 314, 315 entlang zum Weiler Tögisch und dann steil aufwärts auf den Tögischer Berg. Oberhalb der Baumgrenze erblicken wir eine neue Aussichtskanzel, Soldo genannt, wo wir einige Fotos knipsen. Am Gasser Hörndle vorbei, zwei Rehe im  Blickwinkel, erreichen wir die idyllischen Gritzer Bergseeen. Einen aussertourlichen Abstecher auf das Gritzer Hörndl auf 2.631 m ermöglicht uns einen herrlichen Ausblick und über uns kreisende Gleitschirmflieger, die das schöne Wetter und die gute Thermik nutzen.

Nun kehren wir wieder auf den Pilgerweg "Hoch & Heilig" zurück und gelangen zum Virgentörl auf 2.616 m. Wir steigen ab zur Lasörlinghütte, die Rast und Verpflegung bietet. Der Abstieg geht weiter über Weg Nr. 315 ins Virgental. Dort überqueren wir die Isel im Ursprungsgebiet des Virgentales und gelangen über einen kurzen Anstieg durch eine Klamme zur Wallfahrtskirche Maria Schnee in Obermauern. Wir verweilen eine Zeit in der Kirche betend und bewundern zudem den schönen Altar- und Innenraum.


Eine gute Wahl haben die Erbauer dieser Kirche hier getroffen. Um 1456 wurde dieses Schmuckstück erbaut und wir stehen sprachlos und staunend vor den spätgotischen Fresken des Simon von Taisten im Innern.

In Obermauern ist keine Unterkunft zu finden, deswegen folgen wir dem Kreuzweg in Richtung Göriach und Virgen. Dieser romantische Feldweg, der den Wallfahrtsort Maria Schnee mit Virgen verbindet, ist ein viel begangener Wallfahrerweg.
Virgen ist auch als Sonnendorf bekannt und liegt auf 1.200 m Seehöhe im Nationalpark Hohe Tauern mit ungefähr 2.200 Einwohnern. Im Mittelalter war Virgen Teil Kärntens, um 1500 wurde es Tirol angegliedert.

Den Gasthof Neuwirt erreichen wir gegen 18.45 Uhr und finden dort Verpflegung und Unterkunft. Nach der anstrengenden Pilgerwanderung gehen wir frühzeitig zu Bette.
1.540 m Aufstieg - 1.740 m Abstieg - 21 km - 8 1/2 St.





























Mi, 24.07.19
8. Etappe: VIRGEN - KALS

Das Frühstück im Gasthof Neuwirt ist auf 6.30 Uhr angesetzt, aber Reinhold und ich sind die einzigen wachen Menschen in diesem Haus. Eine Stunde später wird uns dann das Frühstück gereicht, dafür erhalten wir einen Spätaufsteherskonto von der Wirtin.
Um 8.00 Uhr beginnt unsere Pilgerwanderung. Zuvor sind wir noch in die gotische Pfarrkirche St. Virgil, die im 18. Jahrhundert barockisiert wurde, zu einem Gebet eingekehrt. Der schlanke gotische Turm, das Wahrzeichen von Virgen, ist 72 m hoch.

Über den "Weg der Sinne", durch die heckenreiche Virger Feldflur, gehen wir entlang des Iselweges weiter bis zum Brückenübergang über den Fluss. Ab hier wandern wir am orographisch rechten Ufer der Isel entlang über den Weg Nr. 91 in Richtung Ganz und von dort über einen Abstecher hinauf bis zur romanischen Kirche St. Nikolaus.

Die romanische Bergkirche ist eine römisch-katholische, dem hl. Nikolaus geweihte Kirche in der Gemeinde Matrei in Osttirol. Eine Besonderheit sind die zwei übereinander angeordneten Chorräume. Ihr Inneres enthält Fresken aus dem 13. Jahrhundert und ist von hoher kulturhistorischer Bedeutung. Zur Zeit werden die Fresken restauriert.

Wir wandern weiter zum Ortszentrum der Marktgemeinde Matrei in Osttirol, Herz des Nationalparks Hohe Tauern mit ca. 4.600 Einwohnern. Wir gehen kurz in die Kirche St. Alban,  bevor wir uns auf den Weg Nr. 515 begeben. der auf den Klaunzer Berg führt, vorbei am St. Veit Stöckl. Wir pilgern auf einem etwas beschwerlichen und der Sonne ausgesetzten Asphaltweg, später etwas steil ansteigenden Steig, bis wir endlich auf dem Kals-Matreier-Törl auf 2.207 m ankommen. Dort stärken wir uns mit unserem Proviant aus dem Rucksack und trinken ein kühlendes Bier dazu. Der Ausblick dort oben auf die umliegenden Dreitausender ist ein Erlebnis.


Für den Abstieg nach Kals wählen wir den direkten steileren Weg Nr. 502B, der uns Schatten spendet und angenehm zu gehen ist. Über den Steig mitten durch Felder gelangen wir zur Brücke über einen Bach und erreichen über den Weg 39 direkt die Pfarrkirche St. Rupert in Kals am Großglockner, wo wir um 17.45 Uhr eintreffen. Wir gehen in die Kirche und holen uns wiederum den Stempel und das Pilgerbändchen ab.
Im Ferienhaus Alpina ist unsere Unterkunft gebucht und wir treffen dort auf 3 weitere Pilger/innen aus dem Pustertal, die auch am nächsten Tag bis nach Heiligenblut weiterpilgern!
1.420 m Aufstieg - 1.290 m Abstieg - 20 km - 7 St.




.


Do, 25.07.19
9. und letzte Etappe: KALS - HEILIGENBLUT

Nach ausgiebigen Schlaf und reichlicher Frühstücksauswahl im Ferienhaus Alpina starten wir unsere letzte Pilgeretappe im Ortszentrum von Kals um 7.30 Uhr über den Weg Nr. 702B bis zum Lucknerhaus mit herrlichem Blick zum Großglockner. Ab hier wandern wir über den Weg Nr. 714, vorbei an der Schliederle-Alm, zur Glorer Hütte am Berger Törl, ein auf 2.642 m hoch gelegenes Schutzhaus des Deutschen Alpenvereins, wo wir zu einer Stärkung einkehren. Der Name der Hütte geht zurück auf den Kalser Ortsteil Glor. Dies ist der höchste Punkt auf dem Pilgerweg Hoch & Heilig.

Wir folgen nun den Weg Nr. 714 in Richtung Berger Ochsnerhütte und gehen weiter auf dem Weg Nr. 702B in Richtung Leiteralm. Am Ausgang des Leitertales erreichen wir die Trogalm und nach einem steilen Abstieg in Richtung Leiterfall (ein 70 m Wasserfall mit eher wenig Wasser) die Bricciuskapelle, wo wir eine Rast einlegen. Benannt ist diese Kapelle nach dem Kreuzfahrer Briccius, der einer Legende zufolge "Heiliges Blut" bei sich trug, woher auch Heiligenblut, unser Etappenziel, seinen Namen hat. Nahe der Stelle wo der Legende nach der hl. Briccius den Tod fand, entspringt die Briccius-Heilquelle (gegen Augenleiden).

Wir wandern weiter zur Sattelalm und erreichen den schönen Haritzersteig und über die alte Großglockner-Hochalpenstraße gelangen wir direkt an unser Ziel der Pilgerschaft, die Wallfahrtskirche von Heiligenblut, die wir um 16.45 Uhr betreten.
Wir kommen grad noch in die Pfarrkirche St. Vinzenz hinein und sehen den wunderschönen gotischen Hochaltar, verweilen kurz im Gebete und müssen vor Schließung ins Freie. In der Krypta ist das Grabmal des seligen Briccius untergebracht.

Sowohl in Kals am Großglockner als auch in Heiligenblut sind am Friedhof eindrucksvolle Gedenkstätten der vielen Glocknertoten eingerichtet.

Heiligenblut am Großglockner ist eine Gemeinde mit ca. 1.000 Einwohnern im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten und wird als Ausgangspunkt für den Besuch der Pasterze und die Besteigung des Großglockners oft als Startpunkt ausgewählt.

Um 17.40 besteigen Reinhold und ich den Bus nach Lienz (Umstieg in Winklern) und fahren dort mit dem Zug heimwärts. Ankunft in Olang um 20.15 Uhr.

Der Pilgerweg "HOCH & HEILIG" verbindet Weitwandern in alpiner Bergwelt mit Wallfahren und Spiritualität. Stille Wege führen über Bergjoche zu heiligen, kraftspendenden Orten, so zitiert Bernhard Kranebitter, Dekan in Lienz, im Pilgerbüchl. Ich habe es zuhilfe genommen und auch im Internet gestöbert, um meinen Bericht über die Pilgerwanderung von LAVANT nach HEILIGENBLUT zu verfassen.

Ich danke Reinhold für die Begleitung auf diesem, in jeder Hinsicht, eindrucksvollen Pilgerweg, gekennzeichnet auch durch Anstrengungen unterwegs. Ich bin auch dankbar, dass ich solche Wege noch gehen kann.

1.530 m Aufstieg - 1.450 m Abstieg - 21,5 km - 7 1/2 St.

Zusammenfassung der 9 Etappen:

Aufstieg: 10.940 m - Abstieg: 10.500 m - 182 km - 64 1/4 St. Gehzeit