Donnerstag, 6. Oktober 2011

Wandern im Steirischen Vulkanland

Der AVS - Sektion Bruneck - hat eine Wanderung im Steirischen Vulkanland organisiert und ich habe mich zu diesen Wandertagen, auf Anregung von Daniel, angemeldet.
Das Motto hieß: "RADFAHREN und WANDERN im STEIRISCHEN VULKANLAND"

Mittwoch, 28.09.11: Abfahrt in Bruneck um 6.30 Uhr mit "AVA -Taferner Reisen".
Ich bin in Olang zugestiegen, nachdem mich CHRISTL, die Organisatorin und Verantwortliche für diese Fahrt, freundlich empfangen hat.
Insgesamt 42 Radfahrer und Wanderer mit Gepäck und Fahrrädern hatte der Busfahrer Dietmar zu chauffieren.

Die Fahrt ging über LIENZ, GREIFENBURG (kurzer Frühstücksaufenthalt), KLAGENFURT, weiter über den PACKSATTEL nach BÄRNBACH, wo wir die Stadtpfarrkirche St. Barbara, neugestaltet nach Ideen von Friedensreich Hundertwasser, besichtigt haben. Die ursprünglich gestaltete Kirche wurde durch kunstvolle Keramikmosaike und farbig abgesetzte Putzflächen, sowie ein bunt gestaltetes Ziegeldach mit vergoldeten Dachkuppeln und einem Turmzwiebel umgestaltet. Den Höhepunkt im Kircheninnenraum bilden die Arbeiten von Hundertwasser bei der Altarnische und beim Taufort.
Weiter ging die Fahrt nach GRAZ, wo wir das Mittagessen einnahmen.
Die Besichtigung des Uhrturmes - Wahrzeichen der Stadt - durfte natürlich nicht fehlen. Er ist 28 m hoch und seit dem Jahre 1712 schlägt das Uhrwerk pünktlich jede Stunde. Man hat von dort aus einen herrlichen Blick über die Stadt Graz.
Einen Besuch statteten wir auch der Murinsel ab. Sie wurde im Jahre 2003 auf der Mur errichtet, um im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres neben dem Schlossberg ein zweites und modernes Wahrzeichen der Stadt zu schaffen. Durch die Altstadt wanderten wir wieder zum Bus zurück.

Über GLEISDORF, FELDBACH, BAD GLEICHENBERG kamen wir abends nach BAIRISCH KÖLLDORF, wo wir im ****Hotel Legenstein - www.legenstein.at -  unser Quartier bezogen.
Das Abendessen schmeckte vorzüglich und nach dem Wattturnier auf der Terrasse bezogen wir unsere Schlafgemächer. Das Zimmer war geräumig und in ruhiger Lage. Ausserdem bietet das Hotel noch ein modernes Cardio-Fitness-Center und ein umfangreiches Aktiv- und Entspannungsprogramm, was wir aufgrund unserer ausgefüllten Tagesprogramme nicht nutzen konnten.

Donnerstag, 29.09.11 - Wanderung rund um die Riegersburg
Ein reichhaltiges Frühstück gab es ab 7.00 Uhr.
Vor der Abfahrt mit dem Bus um 9.00 Uhr, stellte uns Christl unsere Wanderführerin GABI, eine waschechte Vulkanländerin, wie sie im Wanderführer bezeichnet wird, vor.
Die Radfahrer - neun an der Zahl - wurden ab Hotel Legenstein von SEPP begleitet. Ich kann über ihre Touren hier leider nicht berichten, weil ich nicht dabei war. Ich habe nur vernommen, dass sie gar einige Kilometer und Höhenmeter mehr gemacht haben als die Wandergruppe (in Zahlen kann ich dies nicht ausdrücken) und ein Teilnehmer einen Ruhetag einlegen mußte.

Die Wanderer fuhren mit dem Bus über KAPFENSTEIN, FEHRING nach RIEGERSBURG und wanderten von der Marktgemeinde zum Lift auf die Hochburg. Auf dem hochemporragenden Basaltfelsen eines ehmaligen Vulkanes thront die Burg Riegersburg, ein besonderes Kulturdenkmal der Steiermark. Sie bietet einen herrlichen Ausblick über die sanfte Hügellandschaft mit Wäldern, Weingärten, Wiesen und Feldern bis nach Ungarn und Slowenien.

Die Führung durch die Burg war sehr interessant. Kurz ein paar Ausführungen hierzu: im Jahre 1138 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und die Burganlage erhielt im 17. Jahrhundert ihre heutige Ausdehnung durch die Burgherrin Katherina Elisabeth Freifrau von Galler. 1822 ging die Burg in den Besitz der Familie Lichtenstein über, welche bis heute aktiv für ihren Erhalt sorgt.
Nach der Führung gab es eine Stärkung und einen guten Tropfen Wein im nahegelegenen Burgrestaurant.
Über die Südostseite wanderten wir entlang des Gmundners und erreichten am FRÖHLICHBERG die Schokoladen-Manufaktur Zotter. Dort warteten bereits die Radfahrer und verkosteten mit uns die unterschiedlichsten Schokoladesorten, nach vorheriger Einführung in die Entstehung dieser Köstlichkeiten.

Mit süßem Mund gings weiter - auf den Spuren der Vulkane - über KORNBERG (kurze Einkehr im Eschenhof Dietl) nach AUERSBACH zur Heurigenschenke "Zum Sterngucker".

Unterwegs auf einem Schild vom Himmel-Erden-Weg "Ins Land einischau'n" war zu lesen: Das Steirische Vulkanland ist ein landschaftliches Kleinod. Was hier wächst hat Wert. Gerade in der Gemeinde Auersbach wird das sichtbar. Kulinarik hat hier einen großen Stellenwert. Lassen Sie sich vom Bilderbuffet der Landschaft verzaubern.

In der Heurigenschenke trafen wir wiederum mit den Radlern zusammen und als Überraschung empfing uns ein Ziehharmonika-Duo mit Spiel und Gesang. Christl hatte alles bestens organisiert. Ein zünftiges steirisches Abendessen wurde uns serviert und der Getränkekonsum war entsprechend. Gewitzelt wurde auch noch über "Schuichlöffel" und Katze mit Hund oder umgekehrt.
Um das Essen leichter verdauen zu können wurde auch noch getanzt.
Jetzt weiß ich nicht mehr genau, sind die Radfahrer mit dem Mountainbike bei Nacht zum Hotel gefahren oder mit uns im Bus!
Der Watter als Abschluss durfte im Hotel nicht fehlen und natürlich wurde auch konsumiert, sonst hätten sie auf uns nicht gewartet.
Reine Gehzeit an diesem Tag: 4 Stunden.

Freitag, 30.09.11 - Vulkangestein und Wein
Wanderer und Radfahrer starteten wiederum um 9.00 Uhr, nach dem Frühstück, ab Hotel Legenstein.
Ich zitiere die Beschreibung der AVS-Sektion Bruneck: "Der Anstieg auf den Steinberg bietet einen herrlichen Blick über das Steirische Vulkanland. Auf basaltigem Boden ging es weiter nach Hochstraden und über das Plateau gelangten wir zur Schemming Kapelle." Unsere Wanderführerin Gabi hat uns unterwegs einen köstlichen, leichten Schnaps spendiert. An die Marke kann ich mich nicht mehr erinnern. Wir ließen Sie hochleben und sangen noch einige Lieder hinterher.
Bei der Kapelle war allgemeiner Fototermin, bevor wir dann über den Weinweg - mit den Weinflaschen als Hinweisschilder - weiterwanderten über Weingärten Richtung Weinhof Ulrich. Vorher fand noch eine nicht programmierte Einkehr in einem Buschenschank, direkt am Wegesrand, statt. Wir hielten uns dort aber nicht lange auf, tranken ein Gläschen Wein, oder auch zwei, sangen ein Lied und schlossen dann zu den anderen Teilnehmern am Weinhof Ulrich auf. Wir genossen dort prämierte Steirische Weine, lauschten den Ausführungen des Produzenten Rupert und seiner Frau Karin und nachdem es gerade Mittagszeit war, bekamen wir noch typische Steirische Spezialitäten serviert.

Noch eine etwas andere Anmerkung zum "Weinweg": er ist die kürzeste Verbindung zwischen HOCHSTRADEN und ST. ANNA AM AIGEN. Auf ihn gingen Generationen von Hochstradenern in die Schule und am Sonntag in die Kirche.

Entlang abwechselnder Kulturen wie Wein, Wiese, Streuobst, Holunderhaine und Mischwald erreichten wir die Aussichtswarte (ca. 30 m hoch), die wir selbstverständlich bestiegen und wiederum einen Ausblick voller Eindrücke bei diesem herrlichen Wetter genossen.
Über einen flachen Waldweg kamen wir auf die Lichtung am Rosenberg, wo sich ein herrlicher Blick auf die Kirchtürmer von STRADEN bot. Auf dem Weg zum Weingut Krispel wollten einige Wanderer einer Frau zum 50. Geburtstag ein Ständchen machen, aber sie war leider nicht in ihrem Hause anzutreffen.
Im Krispel-Weingarten gabe es einen typischen Mangalizateller und dazu ein Glas Wein aus eigener Produktion.
Nachdem es schon dämmerte, wurden wir von unserem Busfahrer Dietmar abgeholt und zum Hotel gebracht. Wir hatten uns für das Abendessen etwas verspätet und so gingen wir direkt in den Speisesaal zum reichhaltigen und schmackhaften Buffet.
Ein "Blindwatter" im nahegelegenen Buschenschank durfte nicht fehlen!
Gehzeit an diesem Tag: 5 Stunden.

Samstag, 01.10.11 - Kaskögerl und Schlucht
Wie in den Tagen zuvor war der Start wiederum auf 9.00 Uhr festgesetzt. Die Radfahrer starteten ihre eigene Runde, wir Wanderer fuhren mit dem Bus bis zum Kalvarienberg von Gas. Dort starteten wir einen Teil des Kaskögerlweges. Der Name "Kas" stammt von Kies und "Kögerl" von Kogel. Unsere Wanderführerin Gabi machte uns auf die gut geschichteten Tuffe, die uns die zahlreichen Ausbrüche dieses Vulkans anzeigten, aufmerksam. Jede einzelne dieser Schichten stellt einen Vulkanausbruch dar, welcher vor 2 Millionen Jahren das letzte Mal aktiv war.

Durch Obstanlagen gelangten wir zum Betrieb "Haas", wo wir den Apfelwein "Caldera" verkosteten. Der Apfelwein ist nicht so hochgradig wie der normale Wein und ist gewöhnungsbedürftig. Auch die Radfahrer verkosteten mit uns diese Weine und zum Abschluss wurde noch ein Apfel-Sekt angeboten.

Wir durchwanderten das Tal POPPENDORF und die gleichnamige Agrargemeinde. Die Landwirtschaft ist dort der größte Arbeitgeber mit den Schwerpunkten Maisbau und Tierhaltung. Von den 1050 Hektar land- und fortwirtschaftlicher Fläche werden ungefähr 450 Hektar Mais angebaut. In den Familienbetrieben wird Mais an Schweine und Hühner verfüttert. Mais ist ein hervorragender Rohstoff und man findet ihn in vielen Produkten der Ernährung; er wird auch zur Energiegewinnung verwendet.
Der Bus brachte uns nach BAD GLEICHENBERG, wo wir durch das Zentrum in den Kurpark gelangten. Dort machten wir halt bei der "Rindenkapelle", auch Waldkapelle genannt, die im Jahre 1838 als Notkapelle errichtet wurde.
Der wunderschöne Kurpark mit zahlreichen exotischen Bäumen und Sträuchern wurde im Jahre 1837 von Gräfin Emma von Wickenburg angelegt.
Vom Kurpark gelangten wir zur "Spezerei", wo wir hungrig und durstig einkehrten. Auf der Terrasse machten wir es uns gemütlich und hatte alle Hände voll zu tun, um uns vor der Sonne zu schützen und dies im Monat Oktober. Die Radfahrer trafen auch ein und wir hatten nur mehr 1 Stunde Fußmarsch über die Schlucht auf die Albrechtshöhe und hinunter nach Bairisch Kölldorf zum Hotel.
Diesmal blieb noch genügend Zeit sich frisch zu machen, bevor wir den letzten Abend in gemütlicher und geselliger Runde und bei dem gut schmeckenden Abendessen im Hotel verbrachten.

Ein herzlicher Dank noch an unsere umsorgte, freundliche und kundige Wanderführerin Gabi, die uns über das Steirische Vulkanland bestens informiert hat.
Ein Dank auch an den Radbegleiter Sepp.

Gehzeit am letzten Tag: 4 Stunden.

Sonntag, 02.10.11 - Rückreisetag
Diesmal hieß es etwas früher aufstehen; die Abreise vom Hotel Legenstein erfolgte um 8.00 Uhr.
Nach dem reichhaltigen Früstücksbuffet wurden wir vom Hotelier Legenstein im Bus höchstpersönlich verabschiedet und über die Südsteirische Weinstraße durchquerten wir die Steiermark.

In EIBISWALD wurde der erste Stopp eingelegt und in diesem Ort fand gerade das Erntedankfest statt. Über DEUTSCH-LANDSBERG gelangten wir nach STAINZ, wo wir nach 1 Stunde Fußmarsch das Winzerhaus Sierling erreichten und dort zu Mittag aßen. Der "Schweinshaxe" schmeckte gut und nachdem die Portionen so groß waren, hatten wir Fleisch auch noch für unterwegs.
Nachdem es immer lustiger wurde und im Weinkeller noch gespielt (Christl hatte für dieses Abschlussessen auch noch einen Zieharmonikaspieler organisiert) gesungen, getrunken und getanzt wurde, hieß es Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Es heißt ja immer, wenn es am Schönsten ist, soll man aufbrechen!
Über die Autobahn Graz und Klagenfurt gelangten wir zur Raststätte "Wörthersee", wo noch eine kurze Pause eingelegt wurde, bevor es dann endgültig heimwärts ging.
Um 21.30 Uhr trafen wir bei der Kreuzung nach Olang ein und die ersten entstiegen den Bus, darunter auch ich.
Wir verabschiedeten uns von den anderen Teilnehmern und ich hoffe, auch ein anderes Mal wieder dabei sein zu dürfen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Frau Christl für die perfekte Organisation dieser Reise recht herzlich bedanken. Es war ein wunderbares Erlebnis und damit man sich auch später noch daran erinnert, habe ich ein paar Notizen gemacht und diese niedergeschrieben.

Ein Dankeschön ergeht auch noch an den Chaffeur Dietmar, der uns alle wieder gesund nach Hause gebracht hat.

Sonntag, 18. September 2011

Alpendurchquerung - Teil 2 - Von Hall in Tirol zum Grödner Joch

Ich zitiere einen Auszug aus der Ausschreibung der "Vai e Via AktivReisen - www.vaievia.com": Die Alpenquerung ist mehr als eine Weitwanderung durch beeindruckende Berglandschaften. Es ist die Durchquerung unseres alpinen Lebensraumes, eine Wanderung durch Kulturlandschaften mit ungeahnten Perspektiven und einer völlig neuen Wahrnehmung unserer Umwelt.

Ziel ist die Querung der Alpen von MÜNCHEN nach VENEDIG in vier Etappen, organisiert von Vai e Via AktivReisen. Teil 2 führt uns heuer von HALL IN TIROL bis zum GRÖDNER JOCH. Vom Inntal erklimmen wir die Tuxer Alpen, queren den Alpenhauptkamm am Pfitscher Joch, bevor wir über das Pustertal die Welt der Dolomiten erreichen.

Teilnehmer: Gertraud, Helga, Johanna E., Johanna K., Linda, Linde, Theresia, Paul


Reiseleiter und Wanderführer: Josef MITTERHOFER.

So, 04.09.11- Anreise mit dem Zug nach Hall in Tirol
Unser 5 Teilnehmer bestiegen um 11.15 Uhr den Zug in Olang und trafen in Franzensfeste unseren Wanderführer Josef und zwei weitere Frauen. Unsere Gruppe wird immer weiblicher. Letztes Jahr waren noch zwei Männer mehr dabei, wir hoffen aber, dass sie das nächste Jahr wieder dabei sein können.
Um 15.00 Uhr starteten wir unser Vorhaben in Hall in Tirol noch bei Sonnenschein. Aufgesattelt mit schweren Rucksäcken (meiner wog an die 12 kg) machten wir uns auf den Weg nach Tulfes. Dort war für Montag ein "Ski-Opening" angekündigt, das wir leider nicht mitmachen konnten! An der Anschlagetafel im Zentrum konnten Olanger WM-Sieger und Medaillengewinner im Böckelrennen ausfindig gemacht werden: Christiane Jud, Thomas Mutschlechner, Wolfgang Jud.
Um 18.00 Uhr trafen wir im Gasthof Windegg ein und bezogen unser Quartier. Nach dem guten und reichhaltigen Abendessen gingen wir dann zu Bette.
Wir freuen uns mit der Wirtin die Sommersaison abzuschließen, schrieb unser umsichtiger Wanderführer Josef.
Strecke: 10 km - Höhenmeter: 750 - Reine Gehzeit: 3 Stunden

Mo, 05.09.11 - Vom Inntal in die Tuxer Alpen
Start beim Gasthof Windegg bei Nebel und Wolken um 8.00 Uhr.
Nach dem Frühstück kehrten wir noch kurz in der nahegelegenen Kapelle "Maria zum Guten Rate" ein und beteten kurz für eine gute Wanderwoche.
Der Regen setzte bald ein und begleitete uns den ganzen Tag. Vorbei an der Voldertalhütte und Vorbergalm gelangten wir zur Steinkaseralm, wo wir eine kurze Regen- und Lilapause einlegten (ich hoffe, durch diese Werbung auch honoriert zu werden).
Weiter ging es über das österreichische Scharfschießgebiet (militärisches Sperrgebit: gar einige Hinweisschilder) zum Naviser Jöchl (2.480 m - höchster Übergang an diesem Tag), am Klammsee entlang zum Klammjoch und bergab Richtung Lizumer Hütte.
Der Verkühlung vorbeugend tranken wir auf 2.000 m Höhe ein oder zwei? Runden "Zirbisschnaps". Wir wurden vom Hüttenwirt freundlich empfangen und der Trockenraum war für uns eine Wohltat, hatten wir doch am nächsten Morgen wieder trockene Gewänder und Schuhwerk.
Nach dem Abendessen und der Durstlöscherrunde bezogen wir gegen 22.00 Uhr unsere Schlafgemächer.
Strecke: 20,5 km - Höhenmeter: 1.500 - Gehzeit: 6 1/2 St.

Die, 06.09.11 - Das Herz der Tuxer Alpen
Frühstück war bereits um 6.15 Uhr angesagt; wir mußten, laut Auskunft des Hüttenwirtes, die Lizumer Hütte bereits vor 7.00 Uhr verlassen, da deutsche Soldaten Scharfschießübungen programmiert hatten, sonst hätten wir länger auf den Abmarsch warten müssen.
Die wunderbare neue Lizumer Hütte ist Startpunkt für eine der schönsten Etappen. Von Joch zu Joch, von Boden zu Boden wird die Aussicht immer besser und der Hintertuxer Gletscher rückt in unmittelbare Greifweite.
Am See vorbei ging es bergauf Richtung Geierjoch (2.743 m) und weiter in die Tuxer Alpen. Vom Joch aus ist die Aussicht grandios: links die Hohen Tauern und die Kitzbühler Alpen, rechts die Ötztaler und die Stubaier Gletscherberge.
Am Junssee auf 2.684 m ging es rechts vorbei zum Gschützspitzsattel und zum Tuxer-Joch-Haus. Dort hielten wir Mittagsrast und stiegen noch auf zum Spannagelhaus auf 2.530 m (www.spannagelhaus.at), wo uns der Hüttenwirt recht freundlich begrüßte und willkommen hieß. Das Wetter war schön und wir waren guter Stimmung. Unterwegs sahen wir einzelne Gemsen, dafür waren umso zahlreichere Murmeltiere.
Vor dem Abendessen erfolgte noch eine Führung durch das Naturdenkmal der "Spannagel-Höhle". Im Jahre 1964 wurde diese einmalige Höhle unter Denkmalschutz gestellt und seit 1994 ist ein Teil für Besucher geöffnet. In einem einstündigen Rundgang kann sie besichtigt werden und man kann gleich erahnen, welch wuchtige Wildbäche an der Entstehung dieses Höhlensystems beteiligt waren. Blau-grau-weiße Marmorstreifen sind zu sehen und einzelne Stalagmiten und Stalaktiten sowie ein Bärenkopf sind ausgestellt.
Nach dem üppigen Abendessen unterhielten wir uns noch recht lustig mit dem Hüttenwirt und der sympatischen Köchin und Stellvertreterin, um nicht zu sagen "Managerin". Es herrschte eine ausgelassene und fröhliche Stimmung und die letzte Schnapskonsumation wurde in Löffeln verabreicht.
Strecke: 17,5 km - Höhenmeter: 1.400 - Gehzeit: 7 St.


Mi, 07.09.11 - Zillertaler Alpen und Querung des Alpenhauptkammes
Abmarsch um 7.15 Uhr nach dem Frühstück und der Verabschiedung vom Hüttenwirt.
Gut gelaunt stiegen wir zur Friesenbergscharte auf (2.910 m - höchste Erhebung der heurigen Tour). Einige Schneehühner begleiteten uns ein Stück des Weges. Auf der Friesenbergscharte hat man einen herrlichen Ausblick zum Hochfeiler, Hochferner, Möseler und Löffler. Der Abstieg auf der Südseite ist mit Stahlseilen und einigen Trittbügeln weitestgehend entschärft worden. Ein toller Blick zu den Zillertaler Alpen, bevor wir über den wunderschönen Berliner Höhenweg - die Friesenberg-Hütte links liegen lassend - zur neuen Olpererhütte gelangten, wo wir uns zu Mittag stärkten. Unterhalb dieses Weges ist der Schlegeis-Speichersee zu sehen, rechts von der Hütte der Olperer und Schrammacher.
Der Weitermarsch zum Pfitscher Joch (Neumarkter Höhenweg), wo wir dann endlich Südtiroler Boden betraten, war steinig und eher mühsam.
Was uns beim Überqueren der Grenze noch aufgefallen ist: wir wechseln von den Metallhinweisschildern zu den originellen Holzschildern!
Vom Pfitscher-Joch-Haus ging es nur mehr bergab in das verträumte Dorf Stein und in den gleichnamigen Gasthof, wo wir das erste Mal in Südtirol übernachteten. Ein gutes Abendessen wurde uns serviert und das Schlafen in den urigen Zimmern war angenehm.
Strecke: 21,5 km - Höhenmeter: 800 - Gehzeit: 8 St.


Do, 08.09.11 - Vom Pfitscher ins Pfunderer Tal
Wir starteten um 8.15 Uhr nach dem Frühstück in Stein und stiegen zur dritten Kehre der Pfitscher-Joch-Straße auf, wo wir zuerst ein Stück des Weges zur Hochfeilerhütte gingen um gleich später rechts abzubiegen auf den nicht sehr ausgeprägten Steig steil nach oben zum Gliderschartl auf 2.644 m, zuerst einige Drahtzäune übersteigend.
Der Abstieg zum Grindelberger See mit dem am Rande üppigen Wollgras und dem Blick zu den Dolomiten am Horizont war beeindruckend, obwohl ab und zu ein Regentropfen vom Himmel fiel.
Die am Abstieg gelegene urige Obere Engbergalm nutzten wir zu einem kurzen Einkehrschwung und genossen den Graukäse mit Butter und zur Verdauung tranken wir noch einen Almschnaps und sangen, wie jeden Tag, das Lied "Ein Prosit...". Auf der Alm klingt es einfach besser! Vielleicht können wir für das nächste Jahr noch ein zweites Lied einstudieren!!!
Über den Weiler Dun erreichten wir den Gasthof Brugger in Pfunders, wo wir gegen 16.00 Uhr eintrafen.
Nachdem es in Pfunders keine Pizzeria gibt, haben wir im Gasthof zu Abend gegessen und sind dann anschließend schlafen gegangen. Es ist auch immer wieder fein im Tale zu übernachten, weil es dort auch die Möglichkeit zum Duschen gibt.
Strecke: 20 km - Höhenmeter: 1.100 - Gehzeit: 6 1/2 St.


Fr, 09.09.11 - Querung des Pustertales
Ich zitiere den Wanderführer Josef: "Morgens nach dem Frühstück Aufbruch von Pfunders nach Niedervintl. Wir unterquerten dort die Hauptstraße und die Eisenbahn und überquerten die Rienz". 
Wir folgten der Beschilderung "Weg 14 - Roner Hütte", der gleich nach der Prieler Hütte rechts in den Wald führt. Die Gruppe, angeführt von Josef, war ganz süchtig nach Pfifferlingen, die neben dem Wegesrand zuhauf zu finden waren. Der erste Wegabschnitt im Wald war ziemlich steil und mühsam. An der Leachenalm vorbei erreichten wir um die Mittagszeit die Roner Hütte, wo wir gut bewirtet wurden und der Köchin ein verdientes Lob aussprachen. Ein von den Wirtsleuten spendiertes Schnapsl, bei herrlichstem Wetter auf der Terrasse, tat der Wandergruppe sichtlich gut.
Über das Astjoch (2.194 m), nach vorheriger kurzer Einkehr in der Starkenfeldhütte, erreichten wir am späteren Nachmittag die Kreuzwiesen Alm (Lüsneralm). Schon der herrliche Anblick dieser Alm in der abendlichen Sonne stimmte alle froh. Der hellgraue Fels des Peitlerkofel in nicht allzuweiter Entfernung war Fotomotiv für gar einige unserer Gruppe und auch anderer Gäste dieser Alm.
Die mitgebrachten Pfifferlinge mit Reis wurden beim Abendessen als Vorspeise serviert. Das Essen schmeckte vorzüglich und die herrliche Abendstimmung wurde auch noch in Bildern festgehalten.
Nach dem Abendessen spielte noch ein junger, talentierter Ziehorgelspieler zur Unterhaltung und zum Tanz auf und wurde mit Applaus reichlich belohnt.
Die Schlafgemächer waren auch alle sehr gemütlich und so konnten wir ausgerastet am nächsten Tag weitermarschieren.
Strecke: 14,5 km - Höhenmeter: 1.600 - Gehzeit: 6 St.


Sa, 10.09.11 - Nördliche Dolomiten
Der Peitlerkofel, der in Südtirol eine weit sichtbare Landmarke darstellt, weist uns den heutigen Weg.
Wir verließen, nach dem guten Frühstück, die Kreuzwiesen Alm und erreichten in angenehmer Wanderung bei schönem Wetter das Jakobsstöckl. Über die Wieser Alm ging es zum Glittner Joch und zum Glittner See, wo zwei Schwäne abwechselnd den Kopf ins Wasser steckten. Laut Kastelruther Version sollten dies Gänse gewesen sein!
An der Turnaretscher Hütte vorbei querten wir den Maurerberg, passierten einen Unterstand und gelangten zur bewirtschafteten Maurerberghütte, wo wir allerdings vorbei gingen. Ach wie schade!
Über den geschotterten Fahrweg erreichten wir schließlich die Passstraße und über einen Waldweg gelangten wir zum Würzjoch. Dort wartete Reinhold auf uns und nachdem er uns ein gutes Tröpferl Weißwein spendierte, durfte er uns bis zum Grödner Joch begleiten! Auch die Frau und die Kinder unseres Wanderführers schauten im Almgasthof Würzjoch kurz vorbei, wo wir uns um die Mittagszeit auch stärkten.
Der Aufstieg zur Peitlerscharte in der frühen Nachmittagssonne war etwas mühsam, dafür der Ausblick in die Dolomiten bezaubernd. Unter unseren Sohlen spürten wir zum ersten Mal den Dolomit; welch ein angenehmes Gefühl.
Einige wagten noch den Aufstieg zum Peitlerkofel, andere wiederum zogen es vor, über das Kreuzkofeljoch zur Schlüterhütte (2.301 m) zu gehen, ein frisches Bier zu trinken und ohne Rucksack auf den Zendleserkofel (2.422 m) zu steigen. Die Bedürfnisse waren unterschiedlich, aber zum Abendessen trafen wir uns gemeinsam wieder in der Hütte, genossen Speise und Trank und unterhielten uns prächtig. Einige harrten noch etwas länger aus, plauderten mit dem Wirt und zwei Nachbarsgästen und kamen nicht umhin, den Durst ab und zu zu löschen. Vor sie die Schlafgemächer aufsuchten wurde noch im Waschraum gedichtet und gereimt, sodass die Lachmuskeln noch entsprechend beansprucht und trainiert wurden. Der feucht-fröhliche Abend ging gegen 1.00 Uhr zu Ende. Gäste haben sich keine beschwert und so waren auch keine Beanstandungen zu befürchten.
Welch eine Ehre: bisher konnte ich immer beim Reise- und Wanderführer Josef im Zimmer übernachten, für die letzte Übernachtung hatte er ein Einzelzimmer und ich war in einem Dreibettzimmer untergebracht. Ich hoffe, die Nächte nicht zuviel gestört zu haben!
Strecke: 23 km - Höhenmeter: 1.200 - Gehzeit: 7 St.

So, 11.09.11 - Villnösser Geisler
Um 7.50 Uhr, nach dem Frühstück, verließen wir die Schlüterhütte frohen Mutes, überquerten das Bronsoijoch und gelangten auf die Medalges Alm und zum Kreuzjoch. Fast schon zu steil wirkte die Roa-Scharte aus der Ferne, später mußten wir feststellen, dass der erste Eindruck getäuscht hat. Wir erreichten den Klettersteig zur Nives-Scharte (2.740 m), der mit Drahtseil versichert und eine 4-m-Leiter zu überwinden war. Wir meisterten dies alles Bravorös und Josef hatte mit uns eine helle Freude. Auf der Scharte hatten wir eine tolle Aussicht zu den Geislerspitzen, Lang- und Plattkofel, Sella-Stock und Pelmo.
Auf der Puezhütte genehmigten wir uns die obligate Mittagspause und nach zwei Stunden Fußmarsch über das Crespeina- und Cir-Joch kamen wir glücklich und zufrieden am Ziel des zweiten Teiles der Alpendurchquerung, am GRÖDNER JOCH (2.125 m) an.
Wir waren sogar überpünktlich und mußten noch eine Weile auf den Bus nach Gröden bzw. Corvara warten. Durch die Unpünktlichkeit des Busfahrers versäumten wir die Anbindung in Corvara und mußten daher ein Taxi für die Weiterfahrt organisieren. Ab Zwischenwasser wurden wir gütigerweise von Theresia und Hans nach Hause chauffiert. Danke nochmals für diesen Dienst.
Strecke: 18 km - Höhenmeter: 950 - Gehzeit: 6 Stunden


Insges. Strecke: 145 km - Höhenmeter: 9.300 - Abstieg: 7.750 m - Reine Gehzeit: 50 St.

Zum Schluss möchte ich mich noch im Namen aller bei unserem umsichtigen, ruhigen und freundlichen Wanderführer JOSEF bedanken. Er war ein sehr zuverlässiger und angenehmer Begleiter und geselliger Mensch. Wir wünschen uns, dass er uns das nächste Jahr wieder begleitet.
Die Ausgeglichenheit und Ruhe hat sich auch auf die Wandergruppe übertragen; es hat während der ganzen Woche nie ein Problem gegeben, ausser mit dem SAD-Chauffeur, aber das ist wieder längst vergessen.
Konditionell waren auch alle in guter Verfassung, was sich auch in den Gehzeiten ausdrückt. Wir haben die täglich angegebenen Richtzeiten immer unterboten.
Die Geselligkeit und der Spassfaktor in den Hütten und unterwegs kam auch nicht zu kurz. Was noch verbesserungsfähig wäre ist das Singen. Ein Lied singen wir ganz gut, für zusätzliche müßte das nächste Jahr vorher noch ein Probe eingeschoben werden.

Ich freue mich schon auf Teil 3 der Alpendurchquerung und hoffe, dass im Jahr 2012 die heuer ausgefallenen Männer wieder dabei sind.

Berg Heil und alles Gute für die Zukunft.

Dienstag, 12. Juli 2011

Karterrunde auf Ausflug


Nachdem der Obmann der Karterrunde Herbert Mair nach Abschluss der Saison 2010/11 einen Ausflug in den VINSCHGAU ins Auge gefasst hatte, war es nun endlich soweit. Die Frauen der männlichen Runde waren selbstverständlich eingeladen, auch als Dank, dass sie uns bei jedem wöchentlichen Karterabend (Dienstags) zum Abschluss eine kleine Stärkung auftischten.


Donnerstag, 07. 07. 2011
Um 5.50 Uhr bestiegen wir den Zug in Olang, der uns direkt bis nach Meran brachte. Dort fuhren wir mit dem Vinschger Zug bis zur letzten Haltestelle in Mals weiter. Es ging mit dem Bus noch bis nach BURGEIS, wo wir gegen 10.30 Uhr eintrafen.
Im Appartement Hotel Garni "Zum Christophorus" der Familie Emma und Hans Moriggl, gute Bekannte der Familie Mair, fanden wir freundliche Aufnahme und zu unserer Überraschung wurde uns noch ein "Halbmittag" aufgetischt.

Noch vor der Mittagszeit holte uns ein Kleinbus (wir waren unser 14 Teilnehmer) ab und chauffierte uns ins Zerzertal bis auf die Kircher Alm.

Auf Halbweg machten wir bei der St.-Martins-Kapelle halt und Hans Moriggl erzählte uns, dass hier zwei Heiligenfiguren gestohlen wurden und er persönlich einen Schnitzer im Vinschgau beauftragte, eine Kopie der beiden Heiligen Cosmas und Damian zu machen, welche in besagter Kapelle wieder ihren Platz haben. In der Zwischenzeit konnten die Originale ausfindig gemacht werden, die in einer Kirche in Burgeis aufgestellt sind.
Vor dieser Kapelle hatte man einen schönen Ausblick auf den Haider See und den südlichen Teil des Reschenseees.
Von der Kircher Alm gelangten wir in fünf Minuten Gehzeit auf die Oberdörfer Alm auf 2.000 m Höhe. Diese Alm wurde bereits einmal auf "Südtirol heute" gezeigt, bewirtschaften doch Dresdner Frauen diese Fraktionsalm, auf der täglich 1.000 lt Milch zu verarbeiten sind und zum Großteil Almkäse produziert und vermarktet wird.
Nach einem Glas Wein und dem dazu passenden Lied "Ein Prosit" ging es wieder weiter, eigentlich immer nur mehr bergab. An der Jagdhütte vorbei - ein Jäger machte gerade einen Mittagsschlaf - gelangten wir zur Brugger Alm. Dort stärkten wir uns bei Käse, Speck, Wein und Bier und natürlich auch analkoholischen Getränken und warmen Essensgerichten. Ein Lied und ein Gratisschnaps zum Abschluss, was auch der Stimmung gut tat, bevor es wieder abwärts ging zum Fauler See.
In der Nähe dieses Seees liegt der Fischgader Hof mit einer Kapelle und dem angrenzenden Hof des "Schweighofer Bauern", zwei alte Bauernhöfe in idyllischer Landschaft und trauter Einsamkeit!
Hans Moriggl hatte Bergkäse und Wein im Rucksack und der Bauer des Fischgader Hofes tischte einheimischen Speck auf. Köstlich schmeckte alles und die alte und saubere Bauernstube lud zum Verweilen ein. Ein Dank an dieser Stelle an Hans und dem Bauern, dessen Name ich nicht mehr weiß (Nachbar des Schweighofers).
Nun ging es weiter zum Bergsee, vorbei in einiger Entfernung an zwei Windrädern auf der Malser Heide, bis nach Burgeis. Ein Blick noch zur Nikolaus- und Pfarrkirche, zum Kloster Marienberg und zur Fürstenburg, bevor wir übern markierten Steig direkt ins Dorfzentrum kamen.
Reine Gehzeit: 3 St. bei 800 hm im Abstieg.

Nach dem Duschen am Abend warteten wir noch gespannt auf die Führung in Burgeis. Frau Silvia führte uns zur St. Nikolaus-Kirche am nördlichen Eingang von Burgeis. Sie erklärte uns, dass die "Via Claudia Augusta" direkt an dieser Kirche vorbeiführte. An der Außenfassade sieht man noch Reste eines Christophorus und über dem Eingang eine Büste vom Hl. Nikolaus.  Der Turm befindet sich direkt über der Apsis. Im Innern findet man romanische Malereien und eine Inschrift aus der hervorgeht, dass die Kirche im Jahre 1199 erbaut und eingeweiht wurde. In der Apsis erkennt man Evangelistensymbole. Eine Besonderheit ist die Kassettendecke und die Empore aus dem 16. Jahrhundert.
 Weiter ging die Führung ins Dorfzentrum, welches reich an kunsthistorischen Baudenkmälern, Erkern, Torbögen und Fresken ist.
Zum Abschluss führte die kulturelle Wanderung noch in die Pfarrkirche. Sie birgt prähistorische Relikte und gibt Auskunft über verschiedene Marienwerke.
Nachdem wir das Kloster Marienberg und die Fürstenburg am nächsten Tag  besucht haben, gebe ich einige Auskünfte, die wir von unserer kundigen Führerin Silvia erfahren haben, an passender Stelle wieder.
Ein Lob an dieser Stelle unserer sympatischen Begleiterin für die interessanten und aufschlussreichen Ausführungen.

Im Restaurant "Erika" haben wir gut und reichlich zu Abend gegessen und den Tag in geselliger Runde bei einem guten Glas Wein bei der Familie Moriggl ausklingen lassen.

Freitag, 08. 07. 2011
Um 8.00 Uhr war im Hause "Christophorus" Frühstück angesagt. Wir wurden mit einem reichlichen Frühstücksbufett verwöhnt, packten unsere sieben Sachen, die uns Herbert Moser mit dem Auto wieder mitnahm, und verabschiedeten uns von der Familie Moriggl. Wir bedankten uns nochmals recht herzlich für die gute Unterbringung und Bewirtung und machten uns zu Fuß auf den Weg nach Kloster Marienberg, das höchstgelegene Benediktinerkloster der Alpen.
Eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke im Vinschgau ist eben dieses Kloster. 1160 wurde die Krypta mit ihren romanischen Fresken vollendet. Zur Schonung der Fresken ist die Krypta nur mehr zum Vespergebet zugänglich, im Winter bleibt sie für Besucher geschlossen, auch für uns war sie nicht zugänglich.
Die romanisch-barocke Klosterkirche ist ebenfalls sehenswert. Hinter der schlichten Fassade ist ein beeindruckender Innenraum in barockem Stil mit Stuckornamenten, Schnitzfiguren, einer mit Gold und Marmor reich verzierten Kanzel und einer wundervoll geschnitzten Orgel von Josef Aigner zu sehen. In der Kirche stimmten wir ein Marienlied an.
Beachtung verdient auch die Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes mit der viel verehrten Pietà.
Das Museum Marienberg befindet sich im ehemaligen Wirtschaftstrakt der Klosteranlage. Im Museum sind Schauräume eingerichtet worden, in denen Eindrüücke über den Alltag im Kloster nach dem Leitsatz "ora et labora" vermittelt werden (dies aus der Beschreibung des Museums).
Vom Kloster Marienberg führt ein Stundenweg nach Müstair (angeschriebene Gehzeit: 5 - 6 Stunden).

Der Weg zur Fürstenburg war nicht mehr weit, allerdings ist sie für Besucher geschlossen. Dort ist heute die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft untergebracht.
Sie ist eine mittelalterliche Burganlage und wurde vom Churer Bischof Konrad im 13. Jahrhundert erbaut. Früher residierten dort die Churer Bischöfe, heute ist die Abtei Marienberg Besitzerin und die Südtiroler Landesregierung Mieterin für Schul- und Tagungszwecke. Sehenswert wären noch Reste von Fassadenmalereien und das Wappen im Burghof, sowie die eigentlichen Fürstenzimmer.

Wir wanderten weiter über den Fahrradweg nach Schleis und Laatsch (erste Einkehr an diesem Tag) und kamen um die Mittagszeit nach Glurns, wo wir unseren Hunger und Durst stillten.
Dieses Städchen kann als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Festungsstädte des Alpenraumes bezeichnet werden. Der schon sehr früh erwähnte Ort spielte von Anfang an eine wichtige Rolle als Handels- und Gerichtsplatz. Innerhalb der Stadtmauern finden wir die berühmten Laubengänge, die sieben Befestigungstürme und das Fuggerhaus.

Über einen Umweg, dafür aber abseits von Fahrrad- und Autoverkehr, erreichten wir, an der Jakobskapelle von Söles vorbeimarschierend, nach 3 3/4 St. Gehzeit unser Endziel Schluderns.

Dort warteten wir auf die Vinschger Bahn mit Abfahrt um 16.25 Uhr und nach einem kurzen Aufenthalt in Meran und anschließender Rucksackkontrolle (!) im Zug kamen wir um 20.45 Uhr in Olang wohlbehalten an.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei Herbert und Gisela für die Organisation und bei der Gruppe für die Harmonie und Geselligkeit an diesen beiden Tagen. Die beschriebenen Eindrücke und Erlebnisse vom Vinschgau werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Teilnehmer: Agnes u. Herbert, Berta u. Peter, Gisela u. Herbert, Klara u. Meinhard, Rosl u. Tonl, Thresl u. Edmund, Zilli u. Paul